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Marktbericht Dax geht mit weiteren Gewinnen aus dem Handel

Die deutschen Aktienmärkte haben sich am Freitag mit weiteren Gewinnen ins Wochenende verabschiedet. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich gemessen am Ifo-Index im November erstmals seit acht Monaten aufgehellt.

© F.A.Z. Vergrößern

Der Dax hat am Freitag weiter zugelegt. Der Leitindex stieg um 0,8 Prozent auf 7305,4 Punkte. Seit Wochenbeginn ist das ein Plus von etwa 4,5 Prozent. Händler sprachen von ruhigem Geschäft nach dem gestrigen „Thanksgiving“-Feiertag in den Vereinigten Staaten mit einer heute verkürzten Sitzung an den amerikanischen Börsen. Der M-Dax stieg am Freitag um 0,2 Prozent auf 11.407,7 Punkte. Der Tec-Dax rückte um 0,3 Prozent auf 826,9 Punkte vor. Der marktbreite FAZ-Index gewann 0,7 Prozent auf 1573 Punkte.

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Die Börsen bewegen sich derzeit unter Schwankungen aufwärts, auch wenn die Umsätze wegen des oft für ein langes Wochenende genutzten Erntedankfestes in den Vereinigten Staaten gering bleiben, sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich indes gemessen am Ifo-Index im November erstmals seit acht Monaten überraschend aufgehellt. „Die deutsche Konjunktur stemmt sich gegen die Eurokrise“, kommentierte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn die Umfrageergebnisse. Der jüngste Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas sei zwar noch keine Trendwende, aber zumindest ein Lichtblick nach zuletzt überwiegend schwachen Konjunkturdaten, schrieb Analyst Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg.

Linde-Aktien gewinnen

Spitzenreiter im Dax waren die Anteilsscheine von Linde mit plus rund 2 Prozent. Ebenfalls nach oben ging es für die Aktien von Bayer. Sie stiegen nach einem positiven Analystenkommentar um etwa 1,4 Prozent. Negative Äußerungen eines Analysten belasten hingegen die Papiere der Commerzbank. Mit minus 1,6 Prozent waren die das Schlusslicht im deutschen Leitindex.

Die Papiere von EADS fielen um 1,4 Prozent. Händler verwiesen auf einen möglichen Aktienüberhang. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ unter Berufung auf deutsche Regierungskreise berichtet, die staatseigene Förderbank KfW solle Gesellschafter-Anteile vom französischen Staat kaufen. In der Folge würde die KfW deutlich weniger Aktien von Daimler übernehmen. Der Autobauer hält bislang noch 15 Prozent der Aktien und möchte diese verkaufen. Daimler-Titel stiegen um 1,1 Prozent.

Metro-Titel verlieren

Metro-Aktien drehten im Handelsverlauf ins Plus und legten um 1,6 Prozent zu. In der Spitze hatten die Papiere des Handelskonzerns fast 3,5 Prozent abgegeben. Laut „Lebensmittel Zeitung“ verhandelt Metro mit der französischen Auchan über Verkauf des Real-Auslandsgeschäftes. Zankapfel sei lediglich der Verkaufspreis. Eine Veräußerung wäre positiv und könnte die Dividende für 2012 sichern, kommentierte ein Händler die Meldung. Allerdings gab er zu bedenken, dass dies nichts an den strukturellen Problemen von Metro ändern würde.

Wall Street eröffnet zum Start ins Weihnachtsgeschäft fester

Die Hoffnung auf eine Entspannung in der Griechenland-Krise hat den amerikanischen Börsen zu Handelsbeginn am Freitag Auftrieb verliehen. Im Streit über neue Finanzhilfen für die Regierung in Athen mehrten sich die Anzeichen für eine baldige Einigung. Dies ermutige die Anleger, sagten Händler. Das Handelsaufkommen war allerdings gering, da sich schon viele Börsianer wegen des Thanksgiving-Feiertags am Donnerstag in ein langes Wochenende verabschiedet und die Börsen ihre Handelszeit auf 19.00 Uhr MEZ verkürzt haben. Am „Black Friday“, dem besonders umsatzstarken Tag nach dem Erntedank, an dem traditionell das Weihnachtsgeschäft in den Vereinigten Staaten eingeläutet wird, standen vor allem die Einzelhändler wie Branchenprimus Wal-Mart im Blickpunkt. Der Dow-Jones-Index legte im Handelsverlauf um 0,9 Prozent auf 12.952,9 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 stieg ebenfalls um 0,9 Prozent auf 1404 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,1 Prozent auf 2959 Punkte.

„Es gibt ein paar gute Neuigkeiten aus Europa“, sagte Analyst Peter Cardillo von Rockwell Global Capital. Die Aussicht auf eine baldige Vereinbarung für neue Griechenland-Hilfen stimme die Anleger optimistisch und schüre wieder ihre Risikofreude. Einem griechischen Regierungsvertreter zufolge bewegte sich der Internationale Währungsfonds (IWF) bei den umstrittenen Fristen für die Sanierungsziele. Damit wäre ein Konflikt entschärft, der beim gescheiterten Verhandlungsmarathon in Brüssel Eurozonen-Finanzminister und IWF entzweit hatte. Bei einem neuen Anlauf am Montag müsste nach Athener Regierungsangaben nur noch eine Finanzlücke von 10 Milliarden Euro gedeckt werden, um das Paket zu schnüren. Die Einzelhändler setzen trotz der Konjunkturflaute auch in diesem Weihnachtsgeschäft auf florierende Geschäfte. Auch weil die Läden diesmal an zwei zusätzlichen Tagen geöffnet sind. Allerdings wird befürchtet, dass die Kunden wegen der hohen Arbeitslosigkeit ebenso ihr Geld stärker zusammenhalten könnten wie aus Furcht vor Steuererhöhungen, die drohen, wenn der amerikanische Kongress den Haushaltskonflikt nicht noch entschärfen kann. Auch die Auswirkungen von Hurrikan „Sandy“ an der Ostküste dürften manchen Verbraucher zum Sparen zwingen. Bei den Einzelwerten legten die Papiere von Branchenprimus Wal-Mart 1,2 Prozent zu. Die Titel des Rivalen JC Penny verteuerten sich um rund ein Prozent. Die Aktien der Elektronikkette Best Buy gewannen etwa 0,2 Prozent.

Quelle: FAZ.net mit dpa, Reuters

 
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