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Marktbericht Dax geht mit Verlusten aus dem Handel

 ·  An den deutschen Aktienmärkten werden die Anleger wieder zunehmend nervös. Der Dax ging mit Minus 2,3 Prozent aus dem Handel. Besonders Papiere von Thyssen Krupp standen unter Druck.

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Schwache Wirtschaftsdaten aus Italien und die anhaltenden Sorgen um die Zukunft Griechenlands in der Eurozone haben dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch einen herben Dämpfer gegeben. Kurz nach Beginn des Sondergipfels der EU büßte der Dax 2,3 Prozent auf 62856 Punkte ein. Die jüngste Erholungsbewegung ist damit schon wieder verpufft. Auf Jahressicht steht nur noch ein Plus von gut 6 Prozent zu Buche. Der M-Dax sank zur Wochenmitte um 1,9 Prozent auf 10.228 Punkte, und der Tec-Dax verlor 1,5 Prozent auf 751 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index büßte 1,2 Prozent auf 1376 Punkte ein.

Laut Aktienhändlerin Dafni Serdari vom Brokerhaus Intertrader haben Anleger mit Blick auf den EU-Gipfel wieder eine vorsichtige Haltung eingenommen. „Bei wichtigen Themen wie etwa Griechenland oder Eurobonds sind keine konkreten Entscheidungen zu erwarten“, meinte die Börsianerin. Nur solche echten Fortschritte aber könnten dem Markt Erleichterung bringen. Zuvor hatte der ehemalige griechische Ministerpräsident Lucas Papademos den Austritt Griechenlands Händlern zufolge als reales Risiko bezeichnet. Eine enttäuschende Verbraucherstimmung in Italien kam als Belastung hinzu. Wie nervös die Anleger derzeit sind, zeigt Börsianern zufolge auch der Umstand, dass die Rendite dreißigjähriger Bundesanleihen am Mittwoch erstmals unter 2 Prozent und der Euro gegenüber dem amerikanischen Dollar auf ein 22-Monatstief gefallen war.

Anleger sind nervös

Die Aktien von SAP kamen nach der angekündigten Übernahme des Cloud-Spezialisten Ariba weniger stark als der Markt unter Druck. Sie fielen um 0,9 Prozent auf 47 Euro. Insgesamt war unter Händlern und Analysten zwar von einem hohen Preis die Rede. Einige Börsianer sahen es jedoch als sinnvoll an, dass SAP seine Position im Cloud-Bereich stärkt.

Die Thyssen Krupp-Papiere waren nach einer negativen Analystenstimme und einer Senkung des Ausblicks durch die Ratingagentur Fitch mit Einbußen von exakt 5 Prozent schwächster Dax-Wert.

Symrise an der M-Dax-Spitze

Favorit im M-Dax waren die Aktien von Symrise, die um 4,5 Prozent stiegen. Die Titel des Aromen- und Duftstoffherstellers profitierten Händlern zufolge von wieder aufgewärmten Übernahmespekulationen.

Wall Street eröffnet schwächer

Sorgen wegen eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone und enttäuschende Geschäfte des Computer-Konzerns Dell haben die amerikanischen Börsen am Mittwoch zu Handelsstart ins Minus gedrückt. Die Nachricht, dass eine Arbeitsgruppe der Euro-Länder offenbar die Regierungen aufgefordert hat, nationale Notfallpläne für den Fall eines griechischen Euro-Ausstiegs auszuarbeiten, habe die Anleger verunsichert, sagten Händler. Zudem drückte ein Gewinneinbruch bei Dell auf die Stimmung. Die Facebook-Aktie erholte sich dagegen von ihren herben Verlusten seit dem enttäuschenden Börsendebüt am Freitag und stieg zwischenzeitlich auf mehr als 4 Prozent. Der Dow Jones Index verlor im Handelsverlauf 1,3 Prozent auf 12.341 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 1,2 Prozent auf 1300 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab ebenfalls um 1,2 Prozent auf 2804 Stellen nach.

„Die Märkte sind sehr nervös und achten empfindlich genau auf jedes Szenario dazu, dass die Lage in Europa aus dem Ruder laufen könnte“, sagte Analyst Peter Boockvar von Miller, Tabak & Co. Der Euro-Arbeitsgruppe zufolge soll jeder Mitgliedstaat einen eigenen Notfall-Plan für einen Ausstieg Griechenlands vorbereiten, wie zwei Vertreter der Währungsunion am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Dies sei am Montag während einer Telefonkonferenz der Gruppe, die die Treffen der Euro-Finanzminister vorbereitet, verabredet worden. Auch Äußerungen von Lucas Papademos, der bis Anfang Mai die griechische Regierung als Ministerpräsident führte, schürten die Verunsicherung. Er hatte der Nachrichtenagentur Dow Jones gesagt, dass er einen Austritt seines Landes zwar für unwahrscheinlich und riskant, aber nicht für unmöglich halte. Er relativierte seine Worte zwar später etwas, dies konnte die Sorgen aber kaum dämpfen.

Mit einem Absturz von 17,5 Prozent gehörten die Dell-Papiere zu den größten Verlierern. Der Konzern enttäuschte am Vorabend mit einem Gewinneinbruch um rund ein Drittel auf 635 Millionen Dollar. Vor allem die schwache Nachfrage von Privatkunden machte dem amerikanischen Konzern zu schaffen. Auch die Prognosen für das laufende Quartal blieben hinter den Markterwartungen zurück. Erzrivale Hewlett-Packard wollte nach Börsenschluss seine Quartalsbilanz vorlegen. Facebook konnte dagegen erstmals nach seinem verpatzten Börsenstart am Freitag wieder zulegen. Die Aktie gewann zeitweise mehr als 4 Prozent, nachdem sie an ihren beiden ersten vollen Handelstagen in dieser Woche kräftig verloren hatte. Irritationen über die Informationspolitik und Zweifel am Geschäftsmodell hatten das Papier belastet.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX, Reuters
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