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Marktbericht : Dax geht im Plus aus dem Handel

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die deutschen Aktienmärkte sind im Plus aus dem Handel gegangen. Der positiv aufgenommene, deutsche ZEW-Konjunkturindex und eine freundliche Wall Street stützten die Kurse.

          Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag mit Gewinnen geschlossen. Händler sprachen von primär technisch bedingten Aktienkäufen. Dazu kamen der positiv aufgenommene, deutsche ZEW-Konjunkturindex und eine freundliche Wall Street. Schwache Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt verpufften. Entsprechend schloss der Leitindex Dax 1,6 Prozent höher bei 7752,5 Punkten. Der M-Dax mittelgroßer Werte rückte um 1,3 Prozent auf 13.154,4 Punkte und damit auf ein Rekordhoch vor und der Technologiewerte-Index Tec-Dax schaffte ein Plus von 0,9 Prozent auf 905,8 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index ging Prozent fester bei Punkten aus dem Handel.

          Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte, hat sich die Zuversicht deutscher Finanzexperten im Februar abermals stark verbessert und den höchsten Wert seit fast drei Jahren erreicht. Der ZEW-Konjunkturindex übertraf laut Analyst Ralf Umlauf von der Helaba die schon positiven Erwartungen noch. Er liefere trotz des etwas enttäuschenden Rückgangs der Lageeinschätzungen positive Signale für Deutschland. Die Erwartung einer wirtschaftlichen Erholung werde von den Konjunkturdaten weiter unterstützt und Deutschland sollte eine Rezession vermeiden können.

          Kaufempfehlung hilft Infineon

          Die Titel des Halbleiterkonzerns Infineon gewannen an der Dax-Spitze über 4,5 Prozent, was Experten auf eine Kaufempfehlung zurückführten. Zum mehr als 3,5-prozentigen Kursanstieg beim Pharma- und Chemiekonzern Bayer hieß es, die Papiere seien „reif für eine Erholung gewesen“. Die Autowerte legten ungeachtet schwacher europäischer Absatzzahlen zu.

          Im M-Dax sorgten Unternehmenszahlen für steigende Notierungen: Die Aktien des Anlagen- und Maschinenbauers Dürr verteuerten sich dank neuer Bestwerte bei Umsatz und Ergebnis um fast 6 Prozent. Für die MTU-Titel ging es um knapp 3 Prozent bergauf - auch der Triebwerksbauer profitierte von einem Rekordjahr und der Ankündigung, dass 2013 weitere kräftige Steigerungen bei Umsatz und Gewinn angepeilt würden. Dagegen büßten die Aktien von Pfeiffer Vacuum am Tec-Dax-Ende fast 3 Prozent ein. Der Umsatz des Spezialpumpen-Herstellers war im vergangenen Jahr überraschend stark eingebrochen.

          Klöco springen hoch: Konkurrent steigt ein

          Auch ohne Zahlen M-Dax-Favorit waren die Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co: Sie sprangen nach dem Einstieg des Konkurrenten Interfer um fast 16 Prozent hoch. Dagegen sackten die Aktien von Schlusslicht Kabel Deutschland um 5,5 Prozent ab. Das Bundeskartellamt werde die Übernahme von Tele Columbus wohl untersagen, hatte der Kabelnetzbetreiber schon am Montagabend mitgeteilt. Mit der morgigen Zahlenvorlage rückt indes auch das dem britischen Mobilfunkkonzern Vodafone nachgesagte Übernahmeinteresse in den Fokus.

          Der Euro Stoxx 50 schloss 1,7 Prozent fester bei 2662,4 Punkten. Die nationalen Indizes in Paris und London zeigten sich ebenfalls freundlich. Der amerikanische Leitindex Dow Jones notierte zum europäischen Handelsende knapp ein halbes Prozent im Plus. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,32 (Vortag: 1,31) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 133,63 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,10 Prozent auf 142,83 Punkte. Der Euro stand zuletzt bei 1,3385 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3349 (1,3352) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7491 (0,7490) Euro gekostet.

          Fusionswelle stützt Wall Street

          Die anhaltende Fusionswelle in den Vereinigten Staaten hat die Wall Street am Dienstag angetrieben. Nach dem Feiertag wegen des President’s Days am Montag gingen die Börsen mit Gewinnen in den Handel. Auch die optimistischen Konjunkturerwartungen für Deutschland sorgten für Unterstützung am Markt. Laut des Mannheimer Zentrums für Wirtschaftsforschung (ZEW) waren Anleger und Analysten im Februar so zuversichtlich gestimmt wie seit April 2010 nicht mehr. Der Dow-Jones-Index lag im Handelverlauf 0,3 Prozent höher bei 14.023 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,5 Prozent auf 1528 Zähler. Damit sieht es danach aus, dass der Index seine seit sieben Wochen andauernde Gewinnserie fortsetzt. Dies ist der längste Lauf seit Januar 2011. Der Index der technologielastigen Nasdaq gewann ebenfalls 0,3 Prozent auf 3202 Stellen.

          Im Fokus stand die mögliche Großfusion der Büroartikel-Anbieter Office Depot und Office Max. Der Branchenzweite Office Depot befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem kleineren Rivalen. Der Deal wird womöglich noch diese Woche bekanntgegeben. Informationen zum Kaufpreis gibt es nicht. Die Office-Depot-Aktie legte rund 15 Prozent zu, Office-Max-Papiere stiegen um 24 Prozent. In der vergangenen Woche hatten schon die Übernahmen von Heinz-Ketchup durch Warren Buffetts Berkshire Hathaway und der Verkauf der Beteiligung an NBC Universal durch General Electric an Comcast Schlagzeilen gemacht. „Die Fusionen sorgen richtig für Enthusiasmus“, fasste Analyst Peter Kenny von Knight Capital zusammen. Nach Börsenschluss am Dienstag wollte der Computerkonzern Dell Einblick ins abgelaufene Quartal geben. Dell-Gründer Michael Dell plant, den Konzern zurückzukaufen und von der Börse zu nehmen. Die Aktie lag 0,1 Prozent im Plus.

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