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Marktbericht Dax erholt sich etwas von seinen jüngsten Verlusten

 ·  Ermuntert von starken Konjunkturdaten aus China und Amerika haben einige Anleger am Freitag bei europäischen und amerikanischen Aktien zugegriffen. Experten warnten jedoch vor überzogenen Erwartungen. Die Aktienbörsen hätten eine Verschnaufpause verdient.

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Der Dax hat sich am Freitag etwas von seinen deutlichen Kursverlusten im bisherigen Wochenverlauf erholt. Dank guter Konjunkturdaten stieg der Leitindex zum Handelsschluss um 0,8 Prozent auf 7652,1 Punkte. Wegen der Sorgen um die politische Stabilität in Südeuropa bedeutete dies zwar in der Wochenbilanz immer noch ein Minus von 2,3 Prozent. Seit Jahresbeginn aber steht wieder ein moderates Plus zu Buche. Der M-Dax rückte am Freitag um 0,8 Prozent auf 12.759,6 Punkte vor und der Tec-Dax gewann 0,9 Prozent auf 885,3 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index gewann ebenfalls 0,9 Prozent auf 1658,4 Punkte.

Neuen Auftrieb gaben vor dem Wochenende Export- und Inflationsdaten aus China. Zudem hätten Konjunkturnachrichten aus den Vereinigten Staaten positive Impulse für den amerikanischen Aktienmarkt und damit auch für den Dax geliefert, sagte Analyst Tobias Reichert vom Broker IG. Das Defizit in der Handelsbilanz hatte sich zum Jahresende 2012 stark verringert. Die Entwicklung war sowohl auf deutlich verminderte Einfuhren als auch auf höhere Exporte zurückgegangen.

Die MAN-Titel stiegen nach der Zahlenvorlage um unterdurchschnittliche 0,5 Prozent. Der Gewinn des Lkw- und Maschinenbauers war angesichts der schwachen europäischen Lastwagenmärkte im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Ein Händler stellte aber vor allem auf Ausblick und Dividende als Enttäuschungen ab. Der Modekonzern Hugo Boss hatte nach einem starken Schlussspurt im vierten Quartal das Jahr 2012 mit neuen Bestmarken beendet. Die überzeugenden Umsatzzahlen bescherten den Aktien einen Gewinn von 2,2 Prozent.

Daimler an der Dax-Spitze

Die Anteilscheine des Geldautomaten- und Kassensystem-Herstellers Wincor Nixdorf gewannen nach Zahlen des amerikanischen Konkurrenten NCR 1,7 Prozent. An der Dax-Spitze zogen die Papiere von Daimler um 3,1 Prozent auf 45,6 Euro an. Der in China bisher nur schleppend vorankommende Autobauer erwartet laut einem Magazin-Bericht dieses Jahr den großen Durchbruch in dem riesigen Land. Im Tec-Dax ging es für die Titel der Software AG nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms um 2,6 Prozent hoch.

Der Euro Stoxx 50 schloss 1,2 Prozent höher bei 2630,3 Punkten. Die Leitindizes in London und Paris legten ebenfalls zu. Am Anleihemarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,35 Prozent am Vortag auf 1,30 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,20 Prozent auf 133,68 Punkte. Der Bund Future gewann 0,08 Prozent auf 142,83 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3374 (Donnerstag: 1,3546) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7477 (0,7382) Euro.

Wochenvorschau: Dax vor Konsolidierung

Die Sorgen um die politische Stabilität in Spanien und Italien dürften den Dax auch in der kommenden Woche belasten. Dennoch rechnen Experten nicht mit einer grundlegenden Trendwende am Aktienmarkt nach unten, da die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin günstig seien. Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) geht davon aus, dass Aktien nach dem überdurchschnittlich guten Jahresstart zunächst etwas die Puste ausgehen könnte. Der Dax hatte im Januar in der Spitze um mehr als 3 Prozent angezogen und Ende des Monats bei 7871,8 Punkten den höchsten Stand des laufenden Jahres erreicht. Bis zum Rekordhoch aus dem Jahr 2007 bei 8151,6 Punkten fehlten nur noch gut 3 Prozent. Nach seiner jüngsten Rally aber zeige der Dax auf kurze Sicht Überhitzungserscheinungen, so der Helaba-Experte weiter. Insgesamt bleibe er positiv gestimmt: „Eine Konsolidierung ist nun durchaus gesund und der geldpolitische Rückenwind spricht mittelfristig für weiter steigende Kurse.“

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