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Marktbericht Dax-Anleger lassen sich die Laune nicht verderben

Vor dem Jahreswechsel haben sich die Anleger an Europas Aktienmärkten nicht ins Bockshorn jagen lassen. Während an der Wall Street das andauernde Hick-Hack um den amerikanischen Haushalt für leichte Kursverluste sorgte, blieben Europas Aktienanleger gelassen

© F.A.Z. Vergrößern

Der Dax schloss am letzten vollen Handelstag des Jahres - am Freitag endet der Handel um 14.00 Uhr - 0,3 Prozent höher bei 7655 Punkten. In Paris erreichte der CAC40 zeitweise sogar noch ein Jahreshoch. Der EuroStoxx50 stieg um 0,4 Prozent.

Im Streit um den amerikanischen Haushalt gingen zwar die meisten Marktteilnehmer am Donnerstag davon aus, dass in letzter Minute noch eine Einigung erzielt wird. „Denn alles andere wäre eine Katastrophe“, sagte ein Händler. Doch ist der Ton in Washington recht rau. Die Politiker haben noch bis zum Jahresende Zeit, den für die Konjunktur verheerenden Mix aus Steuererhöhungen und Ausgabenkürzung zu verhindern. Sollte ihnen das nicht gelingen, droht die weltgrößten Volkswirtschaft über die sogenannte Fiskalklippe in die Rezession zu stürzen. Dies hält der Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, ein Parteifreund von Präsident Barack Obama, inzwischen für fast unumgänglich. An der Wall Street überwog daraufhin die Skepsis. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Abend 0,1 Prozent tiefer bei 13.096 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500  verlor ebenfalls 0,1 Prozent auf 1418 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq gab 0,1 Prozent nach auf 2985 Stellen.

Außer dem Streit um Steuern und Ausgaben droht den Vereinigten Staaten auch noch eine Ausgabensperre, da der Bund die vom Parlament erlaubte Schuldenobergrenze reißen dürfte. Positiv nahmen die Anleger den Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den Vereinigten Staaten in der vergangenen Woche auf. Dagegen lastete der unerwartet deutliche Rückgang des Verbrauchervertrauens auf der Stimmung.

Bankia-Aktien tauchen ab

Händler begründeten die relative Gelassenheit der europäischen Anleger auch mit Kurspflege kurz vor dem Jahresultimo. Die Umsätze waren extrem gering. Im Dax gaben einige Aktien von Unternehmen nach, die zuletzt meist gefragt gewesen waren. So zählten Lanxess mit einem Abschlag von rund 1,7 Prozent zu den größten Tagesverlierern. Doch haben die Titel des Dax-Aufsteigers 2012 ihren Aktionären vermutlich Freude gemacht: Mit einem Plus von rund 66 Prozent zählen sie zu den größten Dax-Gewinnern des Jahres. Ganz anders bei die Titel von Eon, die am Donnerstag zwar ein Prozent zulegten, auf Jahressicht mit einem Abschlag von rund 16 Prozent aber das Schlusslicht im deutschen Leitindex sind. Der Dax selbst hat 2012 30 Prozent gewonnen.

In Zürich stiegen die Aktien von Clariant um drei Prozent. Der Schweizer Spezialchemiekonzern will mit dem Verkauf von drei kleineren Sparten seine Abhängigkeit vom Auf und Ab der Wirtschaft verringern.

In Madrid rauschten die Aktien der angeschlagenen spanischen Sparkasse Bankia um über 19 Prozent in die Tiefe auf rund 55 Cent. Den Aktionären droht ein Totalverlust, nachdem der spanische Bankenrettungsfonds FROB den aktuellen Unternehmenswert am zweiten Weihnachtsfeiertag mit minus 4,2 Milliarden Euro beziffert hatte.

Italien füllt die Kassen nochmal auf

An den Rentenmärkten hielten sich die meisten Anleger bedeckt. Italien füllte wie geplant nochmals seine Kassen auf und nahm bei der Ausgabe von sechsmonatigen und zweijährigen Papieren insgesamt 11,75 Milliarden Euro ein. Der Kurs der zehnjährigen italienischen Staatsanleihe gab leicht nach, so dass die Rendite auf 4,53 von 4,49 Prozent kletterte.

Die Aussagen Reids lösten einen Run auf die als sicher geltenden zehnjährigen Bundesanleihen und den Bund-Future aus: Der Terminkontrakt kletterte um 72 Ticks auf 145,49 Zähler, die Rendite der Bundesanleihen fiel auf 1,32 Prozent von 1,38 Prozent vor Weihnachten. Am Devisenmarkt zogen viele Anleger wieder die Weltleitwährung anderen Devisen vor. So gab der Euro seinen zeitweiligen Tagesgewinn wieder ab und rutschte auf 1,3230 Dollar ab.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX

 
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Veröffentlicht: 27.12.2012, 12:47 Uhr

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Von Kerstin Papon

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