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Marktbericht Börsen schütteln Zypern ab

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag trotz der Sorge um Zypern kaum verloren. Sorgenkinder im Dax waren die Titel von Banken und Versicherungen.

© F.A.Z. Vergrößern

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag wieder aufflammende Sorgen um die Schuldenkrise der Eurozone abgeschüttelt und nur etwas leichter geschlossen. Der Dax rappelte sich nach einem ersten Schreck auf und ging mit einem moderaten Minus von 0,4 Prozent bei 8010,7 Punkten aus dem Handel. In der Vorwoche hatte der Leitindex erstmals seit Dezember 2007 wieder über der Marke von 8000 Punkten geschlossen und sich seinem Rekordhoch von rund 8152 Punkten aus dem Juli 2007 genähert. Der M-Dax gewann zum Wochenauftakt 0,2 Prozent auf 13.514,8 Punkte und schloss auf einem neuen Rekord. Der Tec-Dax blieb nahezu unverändert bei 924,6 Punkten. Der marktbreite FAZ-Index verlor 0,3 Prozent auf 1725,5 Punkte.

„Das streitbare Rettungspaket für Zypern mit einer Zwangsabgabe auf Bankeinlagen hatte die Schuldenkrise der Eurozone wieder in den Fokus gerückt“, sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital. Im frühen Geschäft hatte das die Börsen belastet und den Dax mit bis zu 1,75 Prozent ins Minus gedrückt. Als die Märkte aber nicht nachhaltig den Weg nach unten einschlagen wollten, kam es einem Börsianer zufolge zu einem „Short-Squeeze“. Das heißt die Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, wurden vom aufwärts strebenden Markt zu Käufen gezwungen, um ihre Verluste zu begrenzen. Viele Marktteilnehmer beobachteten auch gespannt den Verlauf des Euro, der sich nach einem zunächst sehr schwachem Wochenstart mit einem Tief unter 1,29 Euro auch wieder berappelte.

Finanzwerte von Zypern belastet

Bankenwerte und auch Versicherer blieben indes nach der Zitterpartie um Zypern unter Druck. Aktien der Deutschen Bank hielten mit minus 1,9 Prozent auf 33,5 Euro die rote Laterne im Dax, die Anteile am Versicherer Allianz büßten 1,7 Prozent ein. „Die Euro-Krise ist wieder da“, begründete Händlerin Sarah Brylewski von Gekko Markets das Minus bei den Finanzwerten. Sollte das Thema Zypern auf der Agenda bleiben, könnte es aus ihrer Sicht eine harte Woche für den ansonsten erholten Bankensektor werden. Börsenbriefautor Hans Bernecker riet aber in seinem täglichen „AB-Daily“, „dieses ganze Theater“ um Zypern zu ignorieren.

Tagesgewinner im Dax waren im Kielwasser positiver Kommentare die Aktien der Lufthansa mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 16,5 Euro. Zum einen verwiesen Händler auf einen positiven Artikel im amerikanischen Anlegermagazin „Barron’s“, dem zufolge die Titel der Fluggesellschaft trotz des jüngsten Höhenflugs immer noch günstig bewertet sind. Zudem stufte die schweizerische Großbank UBS Lufthansa hoch und rät nun zum Kauf. Beim Autozulieferer Continental haben künftig tausende Mitarbeiter die Aussicht auf flexiblere Arbeitszeiten. Die Aktie gewann 1,4 Prozent.

EADS profitieren von Aufstieg in Euro Stoxx

Im M-Dax profitierten EADS-Papiere mit einem Plus von 1,3 Prozent von ihrem Aufstieg in den Leitindex der Eurozone Euro Stoxx 50. Dort verdrängten die Anteile der Luft- und Raumfahrtkonzern den angeschlagenen Handyhersteller Nokia. Zudem erhielt die Flugzeugtochter Airbus einen Milliardenauftrag aus Indonesien. Am Indexende mussten die Aktien von Elring Klinger und auch von Gildemeister ein Minus von jeweils gut 3 Prozent hinnehmen.

Der Favorit der Anleger im Tec-Dax waren nach der Rückkehr des Unternehmenschefs die Aktien von Evotec mit einem Plus von fast 8 Prozent. Werner Lanthaler nimmt nach einer mehrmonatigen krankheitsbedingten Pause seine Arbeit wieder auf und soll das Wachstum des Biotech-Unternehmens nun wie geplant vorantreiben.

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Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,17 (Freitag: 1,11) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,34 Prozent auf 134,95 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,39 Prozent auf 144,00 Punkte. Der Euro verlor an Wert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2929 (1,3086) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7735 (0,7642) Euro.

Wall Street eröffnet im Minus - Zypern belastet

Nach dem jüngsten Höhenflug der amerikanischen Börsen haben Unsicherheiten über das Rettungspaket für Zypern die Anleger an der Wall Street am Montag zu Gewinnmitnahmen veranlasst. Alle drei großen Indizes lagen im Minus. Dass bei dem Hilfspaket für Zypern auch gewöhnliche Bankkunden in die Pflicht genommen werden sollten, beunruhigte Anleger weltweit. Händler sprachen von einem Tabu-Bruch. „Das ist beunruhigend, weil es Unsicherheit erzeugt“, sagte Peter Cardillo, Chef-Marktstratege bei Rockwell Global Capital. „Aber die Euro-Zone hat schon weitaus schlimmeres als das verkraften müssen. Es scheint mir also eher eine Ausrede für Aktienverkäufe zu sein.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,2 Prozent auf 14.490,5 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,3 Prozent auf 1556,8 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,2 Prozent auf 3243 Punkte. Am stärksten betroffen von dem Abwärtstrend waren die Anteilsscheine großer Banken. Geldhäuser reagieren auf Nachrichten über die Euro-Schuldenkrise stets empfindlich. Aktien von JP Morgan Chase verloren ein Prozent und Citigroup-Papiere 1,9 Prozent. Wie aus zyprischen Regierungskreisen verlautete, soll das Rettungspaket nach heftigen Protesten aber wieder aufgeschnürt werden, um vor allem Kleinsparer aus der Pflicht zu nehmen.

Auch von Boeing-Papieren trennten sich die Anleger. Der europäische Rivale Airbus  schnappte dem amerikanischen Flugzeugbauer einen seiner größten Kunden in den Schwellenländern ab. Lion Air bestellte bei den Europäern 234 Flugzeuge für insgesamt 18,4 Milliarden Euro. Damit erhielt Airbus den größten Auftrag seiner Geschichte. Boeing-Aktien verloren mehr als ein Prozent an Wert.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX, Reuters

 
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Veröffentlicht: 18.03.2013, 12:34 Uhr


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