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Marktbericht Amerikas Haushaltsstreit belastet Europas Aktien

 ·  Amerikas Haushaltsstreit hat die Laune an den Börsen verdorben - und könnte das kommende Woche wieder tun.

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Die stockenden Haushaltsverhandlungen in Amerika haben dem Dax am letzten Handelstag vor dem Weihnachtsfest einen Dämpfer verpasst. Für den Leitindex ging es am Freitag um 0,47 Prozent nach unten auf 7.636,2 Punkte. Auf Wochensicht verbuchte das Barometer aber ein Plus von 0,52 Prozent. Es war zugleich die fünfte Gewinnwoche hintereinander. Der M-Dax sank am Freitag um 0,62 Prozent auf 11.994,3 Punkte. Der Tec-Dax gab um 0,41 Prozent auf 836,0 Punkte nach. Der F.A.Z.-Index, der 100 Werte abdeckt, sank um 0,43 Prozent auf 1641,6 Punkte.

Der Dax gerate wegen des nicht enden wollenden Streits um das Budget der Vereinigten Staaten in die Bredouille, sagte Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG. „Eine Einigung vor den Weihnachtstagen dürfte vom Tisch sein, nachdem ein Kompromissvorschlag seitens John Boehner, dem republikanischen Sprecher des US-Repräsentantenhauses, bereits in den eigenen Reihen blockiert wurde.“ Darüber hinaus rückte die europäische Schuldenkrise einmal mehr stärker ins Blickfeld, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit Zyperns erneut gesenkt hatte.

Finanzwerte unter Druck

Der große Verfall an den Terminmärkten, der sogenannte Hexensabbat, indes wirkte sich Händlern zufolge kaum auf die Kurse aus. Vom „großen Verfall“ sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag fällt.

Finanzwerte litten besonders unter dem festgefahrenen Haushaltsstreit in den USA. So verloren die Aktien der Deutschen Bank 1,61 Prozent und die der Commerzbank 3,41 Prozent. Die Papiere von Adidas hielten sich im Dax mit einem Plus von 0,19 Prozent im oberen Drittel. Der US-Konkurrent Nike war im zweiten Geschäftsquartal auf Wachstumskurs geblieben und dies hat Börsianern zufolge auch den Papieren der Herzogenauracher geholfen.

SMA Solar gefragt

Aktien von Infineon waren nach einem positiven Analystenkommentar von JPMorgan lange Zeit der beste Dax-Wert, gaben ihre Gewinne dann aber vollständig ab und verbuchten zum Handelsende ein Minus von 0,02 Prozent.

Die im Tec-Dax gelisteten Papiere von SMA Solar zogen nach einem Zukauf in China um 3,69 Prozent an. Commerzbank-Analystin Lauren Licuanan sieht die Transaktion positiv, da der hessische Solartechnikhersteller auf diesem Wege einen Fuß in den chinesischen Markt und die Vertriebskanäle bekomme.

Euro-Kurs sinkt

Der EuroStoxx 50 verlor 0,27 Prozent auf 2 651,09 Punkte. In Paris und London schlossen die Börsen ebenfalls mit moderaten Abschlägen. Am amerikanischen Aktienmarkt stand der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss mit etwas über einem Prozent im Minus.

Am Anleihemarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,10 Prozent am Vortag auf 1,08 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 134,68 Punkte. Der Bund Future legte um 0,34 Prozent auf 144,81 Punkte zu. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3209 (Donnerstag: 1,3246) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7571 (0,7549) Euro.

Ausblick: Besinnlich, aber der Haushaltsstreit kann für Ärger sorgen

Ruhig und besinnlich dürfte es zu Beginn der kommenden Woche an den Aktienmärkten zugehen: Weihnachten steht vor der Tür, und die Börse in Frankfurt ist von Heiligabend bis einschließlich des zweiten Weihnachtsfeiertags geschlossen. In Paris, London und New York findet am 24. Dezember ein verkürzter Handel statt. Am ersten und zweiten Feiertag sind die beiden europäischen Börsen ebenfalls geschlossen, während in New York am 26. Dezember gehandelt wird.

Anleger am deutschen Aktienmarkt stellen sich die Frage, ob der Dax an den letzten beiden Handelstagen des Jahres 2012 noch zu einem Schlussspurt ansetzen wird. Zum Ausklang der Vorweihnachtswoche war dem Leitindex in seiner Jahresendrally etwas die Luft ausgegangen. Dabei war er in fünf Gewinnwochen bis auf fast 7.700 Punkte gestiegen, und hatte so hoch gestanden wie zuletzt Mitte Januar 2008.

Experten sehen die größte Gefahr weiterhin im aushaltsstreit. Gelingt es den Vereinigten Staaten nicht, die „Fiskalklippe“ rechtzeitig vor Jahresfrist erfolgreich zu umschiffen, könnten die dann automatisch greifenden Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen die größte Volkswirtschaft der Erde in eine Rezession stürzen. Zuletzt haben sich die Positionen von Demokraten und Republikanern wieder voneinander entfernt. Somit liegt das „Fiscal Cliff unterm Weihnachtsbaum“, wie die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) in ihrem Wochenausblick titelte. Eine Einigung vor Jahresende hält die Helaba inzwischen für unwahrscheinlich.

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