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Marktbericht Aktienkurse springen nach oben

 ·  In Amerika gibt es unerwartet viele neue Arbeitsplätze. Das hat den Aktienkursen an Wall Street und in Frankfurt gehörigen Auftrieb gegeben. Der Dax gewinnt mehr als 4 Prozent.

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Eine kräftige Erholungsbewegung hat den Dax am Freitag erstmals seit Ende April wieder über die psychologisch wichtige Marke von 6800 Punkten katapultiert. 3,9 Prozent ging es in die Höhe auf 6865,66 Zähler. Der M-Dax gewann derweil 3,0 Prozent auf 10.990,72 Punkte, während der Technologie-Index Tec-Dax „nur“ mit einem Gewinn von 1,6 Prozent auf 785 Punkte aus dem Handel ging. Der breite F.A.Z.-Index gewann hingegen 3,62 Prozent auf 1483 Zähler hinzu.

Euro wieder über 1,23 Dollar

Auch der Euro gehörte zu den Gewinnern. Zum Wochenschluss erholte sich der Kurs der Gemeinschaftswährung stark und erreichte ein Tageshoch von 1,2331 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2245 (Donnerstag: 1,2346) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8167 (0,8100) Euro.

Die Frustration von Rentenanlegern über das Stillhalten der EZB am Staatsanleihen-Markt ist ebenfalls abgeebbt. Am Anleihemarkt fielen die Renditen spanischer Staatsanleihen wieder unter die kritische Marke von sieben Prozent, und italienische Papiere rentierten noch mit 6,05 (6,34) Prozent. Die wieder entspanntere Haltung der Anleger ließ den gern als „sicheren Hafen“ angefahrenen Bund-Future abrutschen. Der richtungsweisende Kontrakt fiel um 1,3 Zähler auf 143,57 Zähler

Wall Street fester

An der Wall Street notierten die wichtigsten Indizes ebenfalls im grünen Terrain. Der Dow Jones kletterte zum deutschen Handelsschluss um 1,9 Prozent auf 13.126 Punkte. Beim breiter gefassten S&P 500 betrug das Plus rund 2,1 Prozent, er notierte bei 1392 Stellen. Der Nasdaq kletterte ebenfalls 2,1 Prozent auf 2971 Zähler.

Die Anleger dies und jenseits des Atlantiks reagierten vor allem auf überraschend erfreuliche Daten vom Arbeitsmarkt positiv, der zuletzt eher für negative Schlagzeilen gesorgt hatte. Die amerikanische Wirtschaft schuf demnach im Juli deutlich mehr Arbeitsplätze als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 163.000, Experten hatten jedoch nur mit einem Plus von 100.000 gerechnet. Auf der anderen Seite:

Trotz der neuen Daten sorgt der Arbeitsmarkt seit einigen Monaten kaum noch für gesamtwirtschaftliche Impulse. „Die Wirtschaft wächst zwar, doch reicht das Tempo nicht aus, um die Arbeitslosigkeit zu drücken“, sagte der Chefvolkswirt von Perpont Securities, Stephen Stanley. Die jüngsten Daten unterstrichen diese Aussage. Die amerikanische Wirtschaft legte im zweiten Quartal nur noch um 1,5 Prozent zu. Um die Arbeitslosigkeit zu drücken, ist ein Wachstum von mehr als 2,5 Prozent notwendig, so Experten. Die Arbeitslosenquote kletterte im Juli von 8,2 auf 8,3 Prozent.

Allianz-Zahlen kommen gut an

Hierzulande ging die Berichtssaison mit gedrosseltem Tempo weiter. Positiv aufgenommene Quartalszahlen der Allianz brachten den Aktien des Versicherers ein Kursplus von 5,9 Prozent. Der Finanzkonzern verdiente ein Jahr nach den großen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen wieder deutlich mehr und sieht sich auf Kurs für das Gesamtjahr.

Ein Börsianer lobte die Gewinnseite, die die Analystenerwartungen übertroffen habe. Positiv sei zudem der unveränderte Ausblick. Commerzbank-Analyst Roland Pfänder schrieb, das zweite Quartal habe seine optimistischen Prognosen genau erfüllt. Die Schaden-Kosten-Quote sei wegen höherer Rückstellungen für die Hochwasser-Schäden in Thailand allerdings schwächer ausgefallen als von ihm und vom Markt erwartet.

Ein angekündigter Aktienrückkauf trieb die Siemens-Papiere mit einem Aufschlag von über 6 Prozent mit an die Dax-Spitze. Bank-Aktien, die am Vortag nach der EZB-Pressekonferenz eingebrochen waren, erholten sich ebenfalls. Die Titel von Deutsche Bank waren Spitzenreiter im Dax, mit einem Aufschlag von über 8 Prozent. Mitbewerber Commerzbank gewann fast 6,5 Prozent hinzu.

Conti im M-Dax auf 4-Jahres-Hoch

In den oberen M-Dax-Rängen verbuchten die Aktien von Elring Klinger nach Zahlen ein Plus von 3,7 Prozent. Der Autozulieferer lag laut der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) mit dem Ergebnis zum zweiten Quartal leicht über den Markterwartungen. Indem die Auftragseingänge deutlich zugelegt hätten, sei weiteres Wachstum vorgezeichnet, schrieb LBBW-Analyst Frank Biller. Sein „Halten“-Votum mit Kursziel 22 Euro bestätigte er.

Conti-Papiere stiegen gestützt auf positive Analystenkommentare nach Zahlen und Prognoseanhebung vom Vortag um 5,8 Prozent auf über 80 Euro. Damit notierten die Titel des Reifenkonzerns auf dem höchsten Stand seit Juni 2008.

Singulus mit roter Laterne im Tec-Dax

Im Tec-Dax sackten die Titel von Singulus nach Zahlen mit über minus Prozent an das Index-Ende. Die DZ Bank bezeichnete die vorgelegten Eckdaten des Spezialmaschinenbauers als schwach. Equinet stufte die Aktien von „Hold“ auf „Sell“ ab und senkte das Kursziel von 2,60 auf 1,70 Euro.
 

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