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Marktbericht : Aktienkurs der Commerzbank bricht ein

  • Aktualisiert am

Bild: REUTERS

Sorgen um hohe Strafen setzten den Kurs der Commerzbank am Montag unter Druck. Auch die Unruhen in Hongkong sehen Börsianer nicht gerne.

          Ein drohendes Verfahren in den Vereinigten Staaten wegen Geldwäsche hat den Kurs der Commerzbank-Aktie am Montag stark belastet. In der Spitze fiel dieser um 5,4 Prozent auf 11,58 Euro. Grund waren Berichte, wonach Deutschlands zweitgrößter Bank in den Vereinigten Staaten Ermittlungen wegen mutmaßlicher Geldwäsche drohen. Dies könnte dazu führen, dass ein Vergleich mit den amerikanischen Behörden teurer ausfällt, als bislang befürchtet.

          Seit längerem ist bekannt, dass der Commerzbank wegen verbotener Iran-Geschäfte in Amerika eine Strafe von rund 650 Millionen Dollar drohen kann. Nun könne die Strafe noch höher ausfallen, befürchten Händler. Eine Sprecherin der Commerzbank wollte sich dazu nicht äußern. Auslöser war ein Bericht des „Wall Street Journal“, wonach die New Yorker Staatsanwaltschaft Untersuchungen gegen die Commerzbank eingeleitet habe . Dabei sollen Vorwürfe zu laxer Kontrollen gegen Geldwäsche im Mittelpunkt stehen. Die Investoren reagieren auf solche Nachrichten sehr nervös, nachdem die französische Großbank BNP Paribas im Juli wegen Embargoverstößen in den Vereinigten Staaten eine Strafe von 9 Milliarden Dollar erhalten hatte.

          Unruhen in Hongkong machen besorgt

          Ansonsten machten Konjunktursorgen den Anlegern weltweit zu schaffen. Zum einen lösten die Demonstrationen in Hongkong Ängste aus, die Konjunkturlokomotive China könnte ins Stottern geraten. Zum anderen enttäuschten neue Daten aus der Euro-Zone. Der Dax verlor 0,7 Prozent auf 9423 Punkte, der mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildende F.A.Z.-Index fiel um 0,6 Prozent auf 1925 Punkte.  An der Wall Street lagen Dow-Jones - und S&P -Index zuletzt jeweils 0,3 Prozent im Minus.

          Viele Anleger fürchteten, die Proteste könnten auf das gesamte Land und damit auf die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt überschwappen, sagte Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX. Dabei sei das Wachstum in China derzeit ohnehin nicht mehr sonderlich hoch. „Springt der Motor China nicht bald wieder an, hieße das auch für die gesamte Weltwirtschaft, noch einen Gang runter zu schalten.“ In New York verwiesen Analysten darauf, dass Hongkong als stabil und investitionsfreundlich gelte. Somit hätten die Ereignisse dort eine andere Dimension als in Syrien oder dem Irak, wo es seit Jahren kriselt.

          Nach drei Nächten mit heftigen Ausschreitungen war am Montag gespannte Ruhe in Hongkongs Straßen eingekehrt. Tausende von Menschen hatten für mehr Demokratie demonstriert. Die seit 1997 wieder zu China zählende frühere britische Kronkolonie genießt nach dem Prinzip „Ein Land, zwei Systeme“ weitgehende Autonomie.

          An der Börse in Hongkong reagierten die Anleger mit Verkäufen: Der Leitindex Hang Seng verlor knapp zwei Prozent. Am Londoner Aktienmarkt gaben Standard Chartered 1,6 Prozent und HSBC 2,3 Prozent nach. Die beiden Banken erwirtschaften einen erheblichen Teil ihres Gewinns in Hongkong.

          In der Euro-Zone trübt sich die Stimmung in den Unternehmen derweil immer weiter ein. Wie die EU-Kommission mitteilte, fiel das entsprechende Barometer im September um 0,7 auf 99,9 Punkte. Damit fiel es erstmals seit November 2013 unter seinen langfristigen Durchschnittswert von 100 Zählern.

          Allianz-Aktien stabilisieren sich

          Unter Verkaufsdruck gerieten RWE, die 3,7 Prozent einbüßten. Dem Unternehmen zufolge ist unklar, ob die britische Regierung dem geplanten Verkauf der Tochter RWE-Dea an den russischen Oligarchen Michail Fridman die notwendige Genehmigung erteilt. Das Geschäft ist wegen der Ukraine-Krise politisch umstritten.

          Auf der Gewinnerseite standen nach dem gut sechsprozentigen Kurssturz vom Freitag die Aktien der Allianz mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent. Viele Analysten hatten sich skeptisch geäußert und ihre Kursziele gekappt, die Credit Suisse kassierte zudem ihre Kaufempfehlung und stufte die Titel auf „neutral“ zurück. Einige Händler beschrieben die Reaktion der Investoren als übertrieben. Medienberichten zufolge zogen die Kunden der Tochter Pimco nach dem Weggang von Bill Gross etwa zehn Milliarden Dollar ab.

          Unter den Einzelwerten in New York stechen die Aktien des Hollywood-Trickfilmstudios Dreamworks mit einem Plus von 18 Prozent hervor. Der japanische Telekommunikationskonzern Softbank will den Macher von Hits wie „Shrek“ oder „Madagascar“ kaufen. Das Angebot bewertet Dreamworks mit 3,4 Milliarden Dollar.

          Quelle: maf./Reuters

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