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Marktbericht Aktienanleger nehmen Gewinne mit

 ·  Die Anleger an den europäischen Aktienmärkten haben am Mittwoch die jüngsten Kursanstiege für Gewinnmitnahmen genutzt. „Heute ist mal Luft Holen angesagt“, sagte ein Frankfurter Händler.

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Der Dax, der in den vergangenen vier Wochen um gut elf Prozent zugelegt hat, schloss mit einem Abschlag von einem Prozent bei 7018 Punkten. Die Umsätze lagen mit 2,2 Milliarden Euro nach den Worten eines Börsianers abermals lediglich auf „Feiertagsniveau“. Der marktbreite FAZ-Index verlor 1 Prozent auf 1513 Zähler.

Staatsfinanzen Griechenlands im Blick

Diskutiert wurde in den Handelsräumen, wie es mit Griechenland weitergeht. Vor seinem Deutschlandbesuch stieß der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras mit seiner Forderung nach mehr Zeit für Reformen auf Ablehnung. Bundeskanzlerin Merkel empfängt Samaras am Freitag in Berlin und stimmt sich am Donnerstag mit Frankreichs Präsident Francois Hollande ab. Sie betonte, am Freitag werde noch keine Entscheidung über weitere Finanzhilfen für Griechenland fallen.

Einem hochrangigen Vertreter des griechischen Finanzministeriums zufolge muss Griechenland in den kommenden zwei Jahren mehr Geld auftreiben als bislang gedacht. Der Staat müsse weitere zwei Milliarden Euro einsparen oder zusätzlich zusammenbekommen, um die mit seinen Geldgebern im Gegenzug für die Hilfe vereinbarten Ziele zu erreichen, sagte der Vertreter zu Reuters.

Spekulation auf Fresenius-Offerte stützt Rhön

Unter den Einzelwerten machten Fresenius und Rhön-Klinikum von sich reden. Nach Informationen von Reuters rückt eine Entscheidung über einen zweiten Anlauf zur Übernahme des Klinikbetreibers durch Fresenius näher. In dieser Woche werde sich der Fresenius-Aufsichtsrat mit dem Thema befassen, hieß es Insidern zufolge. „Es scheint Schwung in die Sache zu kommen, das hilft den Rhön-Aktien“, sagte ein Börsianer. Rhön kletterten bei vergleichsweise hohen Umsätzen um 2,1 Prozent, Fresenius verloren 2,9 Prozent. Der erste Versuch, Rhön-Klinikum für 3,1 Milliarden Euro zu schlucken, war Ende Juni gescheitert.

Die Aktien der Commerzbank schlossen 1,5 Prozent niedriger. Das Geldhaus wappnet sich für einen möglicherweise kostspieligen Vergleich mit amerikanischen Behörden wegen angeblicher Verstöße gegen Sanktionen gegen den Iran, wie aus einem juristischen Vermerk in mehreren Börsenprospekten hervorgeht. Dort ist die Rede davon, dass eine außergerichtliche Einigung „erheblich negative“ Folgen für die Finanzen der Bank haben könnte. Aktienhändler reagierten gelassen: „Das ist eine altbekannte Geschichte, die man nicht überbewerten sollte“, sagte einer von ihnen.

Zu den größten Verlierern zählten zudem die Anteilsscheine von Adidas, die 2,2 Prozent verloren. Der chinesische Rivale Li Ning gab einen Gewinnrückgang von 85 Prozent im ersten Halbjahr bekannt und machte dafür hohe Lagerbestände, höhere Kosten und einen härteren Wettbewerb verantwortlich. Ein Frankfurter Händler verwies im Zusammenhang mit dem Kursminus bei Adidas allerdings zugleich auf die dünnen Handelsumsätze an der Börse, weshalb eine solche Meldung eine stärkere Wirkung hervorrufen könne als gewöhnlich.

Amerikanische Börsen tendieren schwächer

Die amerikanischen Börsen tendieren am Mittwoch wegen Sorgen um die globale Konjunkturabkühlung und die Euro-Schuldenkrise etwas schwächer. Unerwartet maue Exportdaten aus Japan sorgen für Ernüchterung. Zudem schauten sie auf die Versuche der griechischen Regierung, mehr Zeit für Reformen zu bekommen. Die Anleger an der Wall Street warteten auch auf die Veröffentlichung des Protokolls der vergangenen Sitzung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, die noch im Handelsverlauf ansteht. Der Dow Jones sinkt um 0,4 Prozent auf 13.149 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 notiert bei 1410 Zählern rund 0,2 Prozent im Minus. Der Nasdaq fällt um 0,1 Prozent auf 3064 Punkte.

Aus Enttäuschung über den Geschäftsverlauf bei Dell stoßen die Investoren die Aktien des Computerherstellers ab. Dell tut sich angesichts der anstehenden Einführung des Betriebssystems Windows 8 schwer, Abnehmer für seine Geräte zu finden. Schon im zweiten Quartal blieben die Umsätze hinter den Erwartungen zurück und Dell kassierte zudem die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Die Aktien büßen mehr als 6 Prozent ein.

Gefragt sind hingegen Toll Brothers, deren Kurs um rund 4 Prozent zulegt. Der Anbieter von Luxus-Immobilien hat im Quartal einen Gewinnsprung und steigende Aufträge gemeldet.

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