http://www.faz.net/-gv6-75806
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 20.12.2012, 18:02 Uhr

Marktbericht Aktien schließen unverändert

Für den Dax ging es am Donnerstag nur 0,05 Prozent nach oben, an den anderen Börsen sah es ähnlich aus. Dabei bewegten sich einzelne Aktienkurse ordentlich, denn aus den Unternehmen kamen viele Nachrichten.

© F.A.Z.

Die Jahresendrally im Dax hat am Donnerstag eine Pause eingelegt. Der Leitindex beendete den Handel mit einem hauchdünnen Plus von 0,05 Prozent auf 7.672,10 Punkte, nachdem er die meiste Zeit in einer engen Spanne zwischen Gewinn und Verlust gependelt war. Für den M-Dax ging es hingegen um 0,14 Prozent auf 12.069,6 Punkte nach unten. Der Tec-Dax stieg um 0,02 Prozent auf 839,4 Punkte. Der F.A.Z.-Index, der 100 Werte abbildet, ging um 0,06 Prozent auf 1648,6 Punkte nach oben

Weniger als zwei Wochen vor Ablauf einer entscheidenden Frist haben sich die Fronten im US-Haushaltsstreit wieder verhärtet. Anleger hätten sich daher mit Käufen zurückgehalten und atmeten nach dem jüngsten Kursaufschwung am deutschen Aktienmarkt erst einmal durch, so Börsianer.

Thyssen-Krupp leidet unter Kartellvorwürfen

Die Titel von ThyssenKrupp sanken am Dax-Ende um 1,80 Prozent. Die Deutsche Bahn geht juristisch gegen ein Schienenkartell um den Stahlkonzern vor. Einem Börsianer zufolge ist eine Klage zwar erwartet worden. Nach dem jüngsten Kursaufschwung seien die Anteilsscheine von Thyssen-Krupp aber generell anfällig für Gewinnmitnahmen. Laut Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank könnten auf Thyssen-Krupp im schlimmsten Fall Belastungen von 300 bis 400 Millionen Euro zukommen. Der Konzern sei schließlich einer der Hauptnutznießer der Preisabsprachen gewesen. Die Klage der Bahn richtet sich auch gegen den im MDax notierten Bahntechnik-Konzern Vossloh. Dessen Papiere gaben um 1,34 Prozent nach.

Die Aktien der Deutschen Börse stiegen im Dax als einer der Favoriten um 0,76 Prozent. Die US-Rohstoffbörse IntercontinentalExchange (ICE) hatte mitgeteilt, den New Yorker Börsenbetreiber NYSE Euronext für rund 8,2 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Einem Händler zufolge heizen die Meldungen Spekulationen um weitere Fusionen in der Branche an. Das helle auch die Stimmung für die Titel des deutschen Börsenbetreibers weiter auf.

Neuer Chef für die Telekom

Nach der Bekanntgabe eines Wechsels an der Konzernspitze der Deutschen Telekom zum Jahresende 2013 schwankten die T-Aktien kurzzeitig nervös zwischen Gewinn und Verlust. Zum Handelsende standen sie mit plus 0,54 Prozent auf 8,627 Euro etwas höher als vor der Nachricht. Ein Händler sagte, die Personalie sei auf den ersten Blick schwer zu bewerten: Bis zum Rücktritt dauere es noch ein Jahr und in dieser Zeit könnten einige Entscheidungsprozesse gebremst werden. Andererseits dürfte Noch-Finanzvorstand Timotheus Höttges als Nachfolger auf einer Linie mit Vorstandschef René Obermann liegen.

Auch die anderen europäischen Börsen schließen unverändert

Der Euro-Stoxx 50 gewann 0,14 Prozent auf 2 658,30 Punkte. In Paris und London schlossen die Börsen nahezu unverändert. Am qm34ikqniwdh3n Aktienmarkt stand der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss knapp im Minus.

Mehr zum Thema

Am Anleihemarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,11 Prozent am Vortag auf 1,10 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 134,64 Punkte. Der Bund Future legte um 0,13 Prozent auf 144,30 Punkte zu. Der Kurs des Euro sank: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3246 (Mittwoch: 1,3302) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7549 (0,7518) Euro.

Quelle: FAZ.net / dpa-AFX

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Folgen des EU-Referendums Brexit brockt Dax größten Kurssturz seit 2008 ein

An den weltweiten Finanzmärkten hat das britische Votum gegen einen Verbleib des Landes in der EU den schwärzesten Handelstag seit dem Ende des Kalten Krieges ausgelöst. Der Dax brach zeitweise um 10 Prozent ein. Mehr

24.06.2016, 09:50 Uhr | Finanzen
Frankfurter Börse Deutscher Aktienmarkt setzt Erholungskurs fort

Am Mittwoch setzte der deutsche Aktienmarkt nach dem Brexit-Schock seinen Erholungskurs vom Dienstag zunächst fort. Der Dax stieg zu Handelsbeginn um 1,2 Prozent. Händler führten dies vor allem auf Kursgewinne in New York und Tokio zurück. Ob das aber nachhaltig sei, bleibe abzuwarten, hieß es. Die Unsicherheit an den Märkten sie nach wie vor groß. Mehr

29.06.2016, 12:55 Uhr | Finanzen
Nachlassende Brexit-Sorgen Dax haussiert und gewinnt 3,4 Prozent

Kommt nun der Brexit oder kommt er nicht? In dieser Woche stimmen die Briten ab. Wenn man die Aktienkurse betrachtet, scheint die Entscheidung so gut wie festzustehen. Mehr

20.06.2016, 17:42 Uhr | Finanzen
Nach Brexit-Schock Den Börsen drohen heftige Kursstürze

Die im Dax notierten Aktien sind nach der Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt vorbörslich auf Talfahrt gegangen. Die Kurse einiger Unternehmen rutschen vor Handelsbeginn um mehr als zehn Prozent ab. Mehr

24.06.2016, 08:10 Uhr | Finanzen
Nach dem Brexit-Crash Wie geht es mit Dax-Aktien weiter?

Der Deutsche Aktienindex erlitt nach dem Brexit-Referendum den größten Kurssturz seit 2008. Nach dem Nein der Briten zur EU sehen viele Anleger fassungslos nach Großbritannien. Wie steht es um Deutschlands Standardwerte? Mehr

24.06.2016, 12:25 Uhr | Finanzen
Name Kurs %
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
NIKKEI -- --
HANG SENG -- --
F.A.Z. EURO -- --
E-STOXX 50® -- --
S&P 500 -- --
NASDAQ 100 -- --
MDAX ® -- --
TecDAX ® -- --
SDAX ® -- --

Leidende Banken

Von Gerald Braunberger

Europa leidet unter seinen Banken, und die Aussicht auf eine Phase wirtschaftlicher Verunsicherung nach dem britischen Referendum vergrößert die Schmerzen. Mehr 0