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Marktausblick 2013 Durch die Wüste

2012 war für Anleger kein allzu schlechtes Jahr. Doch William De Vijlder, Chefstratege der BNP Paribas, macht für 2013 keine großen Hoffnungen.

© REUTERS 2013: Ein Dürrejahr für Anleger?

Ein Mann geht durch die Wüste, einem unbekannten Ziel entgegen. Mit diesem Bild ist schon viel darüber ausgesagt, wie William De Vijlder, Chefstratege der französischen Bank BNP Paribas das Jahr 2013 sieht. Vieles sei positiv, so habe sich die Lage der Finanzbrachen entspannt und auch die Unsicherheit hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung Amerikas sei nicht mehr so groß.

Martin Hock Folgen:

Doch an und für sich werden die Themen des alten Jahrs die Anleger auch im kommenden weiter beschäftigen. Die rekordtiefen Renditen amerikanischer Staatsanleihen und der weiter hohe Goldpreis zeigten an, dass es Zweifel daran gibt, dass die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed den gewünschten konjunkturellen Effekt haben wird.

Impulse der Geldpolitik lassen nach

Selbst wenn, so dürften die Sorgen der Anleger damit nicht abnehmen. Denn schon jetzt achte man insgeheim sehr sowohl auf die Inflationsrate als auch die Arbeitslosenquote. Denn sobald letztere sich der Schwelle von 6,5 Prozent und erstere der von 2 Prozent nähert, werden die Märkte sich wegen eines Ausstiegs der Fed aus der lockeren Geldpolitik sorgen. Und die habe ja schließlich gerade 2012 den Aktienmarkt befeuert.

Dass die 2013 tatsächlich geschieht, bezweifelt De Vijlder indes, nicht zuletzt weil die Fed angekündigt hat, ihre Politik bis mindestens 2015 durchzuhalten. Doch die Antriebskraft der Geldpolitik werde weltweit erlahmen. Ihre Wirksamkeit ist ohnehin begrenzt gewesen. Der Aufschwung in den Vereinigten Staaten sei im historischen Kontext eine Enttäuschung.

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In Europa sei der geldpolitische Transmissionsmechanismus blockiert, Unternehmens- wie Verbraucherkredite kämen per saldo nicht in Schwung, in machen Ländern tue sich gar nichts. Die Eurokrise sei zwar unter Kontrolle, doch fehle immer noch eine dauerhafte Lösung. Dort wie in den Vereinigten Staaten lasse die Verschuldung der öffentlichen, aber auch privaten Haushalte ein strukturell schwächeres Wachstum unvermeidbar erscheinen.

Auch die möglichen Impulse aus den Schwellenländern seien begrenzt. Diese hätten ihre konjunkturstimulierenden Maßnahmen in der Finanzkrise mit einem deutlichen Anstieg der Inflationsrate bezahlt. Insofern sei zu erwarten, dass diese geldpolitisch eher zurückhaltend agierten. Indien etwa befinde sich derzeit in der Zange zwischen doppeltem Defizit in Staatshaushalt und Leistungsbilanz einerseits und hoher Inflation andererseits. China habe zwar den Tiefpunkt erreicht, werde aber schwächer wachsen.

Kaufen und Liegenlassen macht 2013 keinen Spaß

Insofern verwundert nicht, dass die BNP Paribas den Anlegern wenig Hoffnung macht. Es bleibe ihnen letztlich nur die Wahl zwischen wenig Risiko und kaum Rendite und dem Spekulieren auf höhere Renditen unter Inkaufnahme höhere Risiken.

Vor allem der Blick auf eine einjährige Strategie des Kaufens und Liegenlassens macht 2013 keinen Spaß. Von sicheren Staatsanleihen sei wenig zu erwarten, diese eigneten sich vor allem zur Risikostreuung. Bei Hochzinsanleihen und Schwellenländeranleihen könnten die aktuell noch höheren Renditen mitgenommen werden. Große Sprünge sind aber eher nicht drin, wobei die Fundamentaldaten die Situation für Schwellenländeranleihen besser erscheinen ließen.

Aktienanlage ist 2013 Arbeit

Und für Aktien ist De Vijlder pessimistisch. Nur über aktives Management seien hier Erträge zu erwirtschaften. Man müsse die richtigen Zeitpunkte erwischen. Beispielsweise könne es vor den Wahlen in Italien zu Kursrückschlägen kommen. Das könnte ein Einstiegszeitpunkt sein. Grund für die vorsichtige Haltung des Strategen ist zum einem die Erwartung, dass aufgrund der Renditesituation am Anleihenmarkt mehr risikoaverse Investoren zu Aktien greifen werden. Das könnte die Volatilität erhöhen. Zum anderen  fehlten die Impulse für einen weiteren Anstieg der Bewertungen. Weder werde das Trendwachstum anziehen, noch Inflation und Zinsen fallen.

Die Gewinnprognosen beruhten auf einer Fortschreibung des alten Trends auf einer niedrigeren Basis. Doch die meisten Indikatoren sprächen eher für ein schwächeres Wachstum. Nach einer aktuellen Umfrage der Kommunikationsagentur Cometis unter Finanzanalysten beobachteten diese 2012 bei den von ihnen beobachteten Unternehmen vermehrt Kürzungen der Ergebnisprognosen.

Das einzige , was für einen Anstieg der Bewertungen spreche, sei die hohe Liquidität. Insofern überrascht nicht, dass De Vijlder weiter Gold empfiehlt. Hier sei BNP Paribas übergewichtet. Auf Sicht von drei bis fünf Jahren seien Aktien aber durchaus eine gute Anlage, doch 2013 geht es halt doch weiter durch die Wüste.

Quelle: FAZ.NET

 
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