Home
http://www.faz.net/-gv7-75hjp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Zertifikate und ETFs

Manipulation Indiens Börsenaufsicht prüft Entschädigung von Kleinanlegern

Privatinvestoren sollen sich im Markt sicherer fühlen. Denn in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres haben sie dem indischen Markt rund 2 Milliarden Dollar entzogen.

© AFP Vergrößern Bulle vor der Börse in Bombay

Indiens Börsenaufsicht prüft Pläne, den Markt für Kleininvestoren attraktiver zu machen. Dazu gehört auch der erstmals im September vergangenen Jahres aufgebrachte Vorschlag, sie zu entschädigen, sollten sie bei einem Börsengang Geld verlieren. Die Börsenaufsicht reagiert damit auf die Befürchtung, dass in der Vergangenheit manche Börsengänge in Indien manipuliert gewesen seien. Auch deshalb hätten sich Kleininvestoren aus dem Markt zurückgezogen. Damit aber verlieren indische Unternehmen wertvolle Investoren.

Christoph Hein Folgen:    

Die Zeitung „The Wall Street Journal“ berichtet, die Aufsichtsbehörden hätten vorgeschlagen, Investoren bis zu 50000 Rupien zu erstatten, wenn eine Aktie in den ersten drei Monaten nach ihrer Erstnotiz um mehr als 20 Prozent nachgeben sollte. Dies solle auch dann gelten, wenn sich der Gesamtmarkt im selben Zeitraum nach oben entwickelt habe. Sollte sich der Markt ebenfalls nach unten entwickelt haben, sollen die Kleinanleger ihre Erstattung bekommen, wenn ihre Aktie seit der Erstnotiz 20 Prozentpunkte mehr als der Gesamtmarkt verloren habe. Die Eigentümer des jeweiligen Unternehmens sollen dafür gezwungen werden, die eigenen Aktien aus den Händen der Investoren mit ihrem privaten Geld zurückzukaufen - Unternehmensgelder sollen dafür nicht verwendet werden dürfen. Die Erstattung soll auf 5 Prozent des Volumens des Börsengangs beschränkt werden.

Luft aus dem Markt gelassen

Schon im Februar vergangenen Jahres hatten die Regulatoren Luft aus dem Markt gelassen, als sie Anleger dazu zwangen, Käufe und Verkäufe in den ersten zehn Tagen nach einem Börsengang getrennt abzurechnen - zuvor konnten diese miteinander verrechnet werden. Im Oktober zwang die Behörde dann Firmen, die einen Börsengang planen, zur Offenlegung des Verwendungszwecks der einzunehmenden Gelder. Seitdem müssen auch Investmentbanken berichten, wie die von ihnen betreuten Börsengänge in der Vergangenheit abgeschnitten haben.

Mehr zum Thema

In den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres haben Kleininvestoren dem indischen Markt rund 2 Milliarden Dollar entzogen. Einige der neuen Aktien erwiesen sich als extrem volatil - sie legten durchaus um hundert Prozent zu. Deshalb vermuten die Regulatoren, dass Händler die „Pump and dump“-Strategie anwendeten, bei der eine Aktie künstlich hochgetrieben wird, um dann andere zum Einstieg zu verleiten. Steigen die Kurse weiter, verkaufen die Händler dann die Papiere sofort und kassieren den Kursgewinn. Zum Beispiel PG Electroplast: Das Papier zog in Stunden nach seiner Erstnotiz im Herbst 2011 an der Börse in Bombay (Mumbai) von 210 Rupien auf 484 Rupien an. Eine Woche später aber kostete die Aktie wieder nur noch 212 Rupien.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Medienbericht Alibaba kommt Mitte September an die Börse

Der mit Spannung erwartete Börsengang des chinesischen Handelsriesen Alibaba steht kurz bevor. In rund zwei Wochen dürften die Aktien platziert sein. Mehr

30.08.2014, 11:26 Uhr | Finanzen
Mittelstandsanleihen-Ticker Berentzen kauft sich Frischsaft ein

Laurèl leidet unter der Russlandkrise. Das Anleihen-Rating der MS Deutschland sinkt auf „B-“, die Deutsche Forfait zeigt einen Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals an. Mehr

02.09.2014, 18:07 Uhr | Finanzen
Intensivere Zusammenarbeit Japan will Investitionen in Indien verdoppeln

Die japanischen Direktinvestitionen in Indien sollen sich in den kommenden 5 Jahren verdoppeln. Die beiden Staaten wollen zudem künftig in der Atompolitik enger zusammenarbeiten. Mehr

01.09.2014, 07:42 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 03.01.2013, 19:40 Uhr

Kriegsängste

Von Dennis Kremer

Deutsche Aktien sind von den Kriegsnachrichten viel stärker betroffen als amerikanische. Aus einem wichtigen Grund. Mehr 9


Aktienmärkte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Nikkei --  --
  Hang Seng --  --
  F.A.Z.-Euro-Index --  --
  EuroStoxx 50 --  --
  S&P 500 --  --
  Nasdaq 100 --  --
  M-Dax --  --
  Tec-Dax --  --
  S-Dax --  --
  Dax Future --  --
Wertpapiersuche