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Manipulation Indiens Börsenaufsicht prüft Entschädigung von Kleinanlegern

 ·  Privatinvestoren sollen sich im Markt sicherer fühlen. Denn in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres haben sie dem indischen Markt rund 2 Milliarden Dollar entzogen.

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Indiens Börsenaufsicht prüft Pläne, den Markt für Kleininvestoren attraktiver zu machen. Dazu gehört auch der erstmals im September vergangenen Jahres aufgebrachte Vorschlag, sie zu entschädigen, sollten sie bei einem Börsengang Geld verlieren. Die Börsenaufsicht reagiert damit auf die Befürchtung, dass in der Vergangenheit manche Börsengänge in Indien manipuliert gewesen seien. Auch deshalb hätten sich Kleininvestoren aus dem Markt zurückgezogen. Damit aber verlieren indische Unternehmen wertvolle Investoren.

Die Zeitung „The Wall Street Journal“ berichtet, die Aufsichtsbehörden hätten vorgeschlagen, Investoren bis zu 50000 Rupien zu erstatten, wenn eine Aktie in den ersten drei Monaten nach ihrer Erstnotiz um mehr als 20 Prozent nachgeben sollte. Dies solle auch dann gelten, wenn sich der Gesamtmarkt im selben Zeitraum nach oben entwickelt habe. Sollte sich der Markt ebenfalls nach unten entwickelt haben, sollen die Kleinanleger ihre Erstattung bekommen, wenn ihre Aktie seit der Erstnotiz 20 Prozentpunkte mehr als der Gesamtmarkt verloren habe. Die Eigentümer des jeweiligen Unternehmens sollen dafür gezwungen werden, die eigenen Aktien aus den Händen der Investoren mit ihrem privaten Geld zurückzukaufen - Unternehmensgelder sollen dafür nicht verwendet werden dürfen. Die Erstattung soll auf 5 Prozent des Volumens des Börsengangs beschränkt werden.

Luft aus dem Markt gelassen

Schon im Februar vergangenen Jahres hatten die Regulatoren Luft aus dem Markt gelassen, als sie Anleger dazu zwangen, Käufe und Verkäufe in den ersten zehn Tagen nach einem Börsengang getrennt abzurechnen - zuvor konnten diese miteinander verrechnet werden. Im Oktober zwang die Behörde dann Firmen, die einen Börsengang planen, zur Offenlegung des Verwendungszwecks der einzunehmenden Gelder. Seitdem müssen auch Investmentbanken berichten, wie die von ihnen betreuten Börsengänge in der Vergangenheit abgeschnitten haben.

In den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres haben Kleininvestoren dem indischen Markt rund 2 Milliarden Dollar entzogen. Einige der neuen Aktien erwiesen sich als extrem volatil - sie legten durchaus um hundert Prozent zu. Deshalb vermuten die Regulatoren, dass Händler die „Pump and dump“-Strategie anwendeten, bei der eine Aktie künstlich hochgetrieben wird, um dann andere zum Einstieg zu verleiten. Steigen die Kurse weiter, verkaufen die Händler dann die Papiere sofort und kassieren den Kursgewinn. Zum Beispiel PG Electroplast: Das Papier zog in Stunden nach seiner Erstnotiz im Herbst 2011 an der Börse in Bombay (Mumbai) von 210 Rupien auf 484 Rupien an. Eine Woche später aber kostete die Aktie wieder nur noch 212 Rupien.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

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