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Veröffentlicht: 18.05.2017, 21:57 Uhr

Frankreichs Wirtschaft Technische Tour de France

Zukäufe bei Saint-Gobain, Pernod Ricard und Capgemini: Der französische Präsidentenwechsel bringt neuen Schwung auf den Aktienmarkt. Ein Gastbeitrag.

von Achim Matzke
© EPA Wirtschaftliche Veränderungen: Die Wahl von Macron hat den französischen Aktienmarkt beflügelt.

Durch den französischen Präsidentenwechsel und die angedeuteten Veränderungen in der französischen Wirtschafts- und Finanzpolitik ergeben sich für den französischen Aktienmarkt neue mittelfristige Perspektiven. Neben einem technisch motivierten Investment in den führenden Aktienindex CAC 40 finden sich drei Grundstrategien auf der technischen Kaufliste für französische Aktien. Bei der konservativen Strategie bieten sich die Euro-Stoxx-50-Titel Total, Saint-Gobain und Sanofi an. Bei den defensiven technischen Wachstumswerten sind der Kosmetikkonzern L’Oréal und der Getränkekonzern Pernod Ricard hervorzuheben. Bei den mittelgroßen französischen Aktien befinden sich Capgemini, das Catering- und Facility-Management-Unternehmen Elior Group und der Versorger Suez auf der technischen Kaufliste. Demgegenüber wären technische Käufe im Bereich der französischen Luxusgüter-Titel wie bei LVMH und Hermès International nach Kursgewinnen der Vorwochen prozyklisch interessant.

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Der CAC 40 umfasst die größten und liquidesten französischen Aktien. Hierbei handelt es sich um einen Kursindex, bei dem die Dividendenzahlungen der Index-Mitglieder nicht anteilig in Kurssteigerungen des Index umgerechnet werden. Der CAC 40 startete – genau wie der Dax- Kursindex – am 31. Dezember 1987 bei 1000 Punkten. Während der CAC 40 jetzt bei etwa 5300 Punkten notiert, befindet sich der Dax-Kursindex aktuell bei etwa 6000 Punkten. Mit Blick auf die technische Gesamtlage ergibt sich für den CAC 40 das folgende Bild: Seit dem Allzeithoch im September 2000 bei etwa 6944 Punkten befindet sich der Index in einer breiten, 17-jährigen Seitwärtspendelbewegung. Hierbei haben die zwischenzeitlichen „normalen“ Baisse- und Hausse-Trends die langfristige Unterstützungszone von 2400 bis 2700 Punkten und die gestaffelte Widerstandszone von 6000 bis 7000 Punkten etabliert.

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Innerhalb dieser Spanne bewegt sich der Index seit März 2009 (Start bei 2465 Punkten) in einer Hausse, die bisher insgesamt aber nur ein moderates Aufwärtsmomentum aufwies. Seit dem Kurstief im September 2011 bei etwa 2695 Punkten hat sich ein Hausse-Trend herausgebildet, der aktuell bei etwa 4250 Punkten liegt. Nach der Aufwärtsbeschleunigung im 1. Quartal 2015 bis auf etwa 5280 Punkten (Widerstandszone) war der Index in eine technische Zwischenbaisse gedrückt worden. Diese mündete unterhalb der Widerstandszone von 4610 Punkten in eine Doppelbodenformation. Anfang Dezember 2016 ist der Index mit einem Kaufsignal aus dieser Bodenformation herausgekommen und hat einen neuen mittelfristigen Aufwärtstrend etabliert, so dass sich der Hausse-Trend fortsetzt. Zuletzt ist der CAC 40 – mit Rückenwind der Politik – mit einem weiteren Kaufsignal über die Kurstops aus dem Frühjahr 2015 gesprungen. Auch wenn der Index kurzfristig etwas überkauft ist, deuten die gute technische Gesamtlage und die intakten Aufwärts-Trends an, dass das langfristige technische Kurspotential im „Hereinlaufen“ in die 17-jährige Widerstandszone von 6000 bis 7000 Punkten liegen sollte.

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