05.06.2003 · Richemont hat mit fallenden Umsätzen und Erträgen zu kämpfen, die Aktie befindet sich im Abwärtstrend. Einziger Lichtblick: Das Management ist stark am Unternehmen beteiligt und an Erträgen interessiert.
Die Börsen steigen, aber Richemont fällt. Den der in der Schweiz domizilierte Luxusgüterhersteller hat für das im März abgelaufene Geschäftsjahr einen Rückgang des Nettogewinns um satte 22 Prozent auf 642 Millionen Euro vermeldet, das operative Ergebnis fiel sogar um unerwartete 46 Prozent auf 259 Millionen Euro und der Umsatz ging um fünf Prozent zurück.
Die Aktie reagiert am Donnerstagmorgen mit einem Minus von 3,26 Prozent auf 20,85 Franken. Das liegt nahe an einem Viereinhalb-Jahrestief von 17,5 Franken, von dem sich die Aktie seit Ende März im Rahmen der allgemeinen Rallye erholen konnte. Dabei schnitt sie allerdings schlechter ab als der Vergleichsindex SMI. Und im Rahmen dieser kurzfristigen Aufwärtsbewegung ist es bisher nicht gelungen, den seit dem Juni des vergangenen Jahres anhaltenden, steilen Abwärtstrend zu überwinden, geschweige denn, den aus dem Jahr 2000 Datierenden.
Unternehmen scheint nicht schnell genug auf die Flaute reagiert zu haben
Das Unternehmen geht will mit Kostensenkungsmaßnahmen die Strategie von Konkurrenten wie Bulgari oder LVMH nachvollziehen, die so auf die flaue Wirtschaftsentwicklung reagiert haben. Untersuchungen zeigen, daß die Umsätze in der 58-Milliarden-Branche im laufenden Jahr um zehn Prozent fallen könnten.
„Das Unternehmen hat bei abflauender Konjunktur die Kosten nicht schnell genug gesenkt, nun warten die Anleger ab, wie das Unternehmen reagieren wird,“ kommentierte beispielsweise Fondsmanagerin Scilla Huang Sun von der Clariden Bank. Analyst Christoph Bohli von der Bank Sarasin erwartet mehr Informationen über die Restrukturierungskosten von Höhe von 50 Millionen Euro bei Lancel und Dunhill, vor allem aber einen überzeugenden Plan, der zu einer Verbesserung des schwachen operativen Ergebnisses führen sollte.
Handlungsbedarf erkannt
Vorstandschef Johann Rupert scheint den Handlungsbedarf zu sehen, denn er formulierte in einem Interview: „Wir können unsere Probleme nicht auf externe Faktoren abschieben, es gibt jetzt so etwas wie eine Dringlichkeitssituation“. Er geht nicht davon aus, daß eine einzelne Person elf verschiedene Marken führen kann und deutet eine Struktur an, nach der jede Marke als eigene Firma mit eigener Verantwortung geführt wird.
Rupert kontrolliert selbst 50 Prozent der Stimmrechte am Unternehmen. Analysten werten seine zunehmende Einmischung in das operative Geschäft als ermutigendes Zeichen für Aktionäre. Das dürfte angesichts der operativen Entwicklung in jüngster Zeit und angesichts der Aktienperformance auch höchste Zeit sein.
Aktie nicht teuer - aber auch kein Schnäppchen
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 für das laufende Jahr und 14,5 für das kommende Jahr - auf Basis der durchschnittlichen Gewinnschätzungen - ist die Aktie zwar nicht sonderlich teuer, aber auch kein Schnäppchen. Sei dürfte erst dann wieder richtig interessant werden, wenn sich sowohl Verbesserungen im operativen Geschäft als auch eine Aufhellung der konjunkturellen Entwicklung abzeichnet. Beides ist im Moment nicht absehbar.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |