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Luftfahrt Schlechter Ausblick beutelt die Ryanair-Aktie

05.06.2007 ·  Ryanair wächst und wächst: Der Billigflieger steigerte Gewinn und Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um ein Drittel. Doch der Aktienkurs fällt trotzdem. Das Management blickt nämlich skeptisch in die Zukunft.

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Ein Blick auf Umsatz- und Gewinnentwicklung zeigt, dass Ryanair eine Erfolgsgeschichte ist. Der Billigflieger aus Irland ließ Fliegen für jedermann erschwinglich werden - und offensichtlich nutzt auch jedermann das Angebot dankbar.

Die Geschäftszahlen, die das Unternehmen am Dienstag vorlegte, lesen sich hervorragend: Der Überschuss sei in den zwölf Monaten bis Ende März um 33 Prozent auf 401,4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr gewachsen, teilte die Fluggesellschaft in Dublin mit. Von Thomson Financial befragte Analysten hatten im Schnitt mit 396,77 Millionen Euro gerechnet. Ryanair übertraf auch sein eigenes Jahresziel von 390 Millionen Euro.

Umsatz steigt um knapp ein Drittel

Der Umsatz legte um 32 Prozent auf 2,237 Milliarden Euro zu und lag damit im Rahmen der Expertenschätzung von 2,221 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn pro Aktie wuchs um 32 Prozent auf 25,99 Cent.

Die Kosten für Flugbenzin stiegen zwar um 50 Prozent auf 693 Millionen Euro. Die Zahl der Fluggäste legte aber um 22 Prozent auf 42,5 Millionen zu. Außerdem trugen höhere Ticketpreise, Gepäckgebühren und Extraleistungen wie Versicherungen dazu bei, den Gewinn zu steigern.

Aktie verliert deutlich

Die Aktionäre dürfen sich außerdem über die Ankündigung freuen, dass Ryanair rund 3,63 Prozent der im Umlauf befindlichen Aktien zurückkaufen will. Das Rückkaufprogramm soll am 7. Juni anlaufen.

Doch wie ist dann die Kursreaktion zu erklären? Am Dienstagmorgen büßt die Aktie im frühen Handel 5,9 Prozent ein und kostete nur noch 5,05 Euro (Isin IE00B1GKF381).

Schlechter Ausblick

Der Blick in die Vergangenheit interessiert die Börse eben wenig, die Zukunft zählt. Und der Ausblick darf durchaus als schlecht gelten: In diesem Jahr soll der Gewinn nur um fünf Prozent steigen. In der zweiten Jahreshälfte rechnet Ryanair-Chef Michael O'Leary sogar mit Verlusten, weil die durchschnittlichen Ticketpreise wegen nachlassender Nachfrage um fünf Prozent sinken werden.

„Wir glauben, dass das Unternehmen und seine Aktionäre vorsichtig und konservativ bleiben sollten“, sagte O'Leary. Das Fluggeschäft „bleibe extrem volatil und zyklisch“. Ein Verlust im dritten Quartal wäre der erste der Unternehmensgeschichte, sagte Finanzchef Howard Millar nach Angaben von Bloomberg in einem Telefoninterview. „Wir hatten ein starkes Jahr, aber entscheidend ist der Ausblick.“

Wettbewerb wird schärfer

Die Gründe liegen auf der Hand: Der Wettbewerb nimmt zu, das erhöht den Druck auf die Ticketpreise. So hatte O'Leary Anfang Mai angekündigt, eine Million Sitzplätze für jeweils zehn Pfund anbieten zu wollen. Große Margen sind mit solchen Angeboten nicht zu machen.

Druck kommt auch von anderer Seite: Das feindliche Übernahmegebot für den Rivalen Aer Lingus droht am Veto der EU-Wettbewerbsbehörde zu scheitern. Sollte das der Fall sein, hat Ryanair schon den Gang vor die Gerichte angekündigt.

Keine Anzeichen für ein baldiges Ende der Korrektur

Vor zehn Jahren kostete die Aktie in London umgerechnet zeitweise weniger als 50 Cent. Im Februar erreichte der Kurs ein Rekordhoch bei 6,30 Euro. Im April nahmen die Titel dieses Hoch nochmals in Angriff, konnten es aber nicht erreichen. Seither haben die Aktien knapp 20 Prozent an Wert verloren.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16,9 auf Basis der Gewinnschätzung für dieses und 14,1 für das kommende Jahr sind die Aktien auch nach den jüngsten Kursverlusten keine Schnäppchen. Die Aktie kostet außerdem fast das Dreifache des Buchwertes und mehr als das Dreifache des erwarteten Umsatzes. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis beträgt knapp 10, das Verhältnis von Unternehmenswert zu Ebitda liegt sogar noch höher.

Das alles spricht nicht dafür, dass die Ryanair-Aktie ihre Korrektur bald beendet. Langfristig sind die Aussichten dagegen gar nicht so schlecht: Bis 2012 will Ryanair die Zahl der Fluggäste und den Gewinn verdoppeln. Das ist dem Management durchaus zuzutrauen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi
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