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Luftfahrt EADS-Aktie im Aufwind

09.11.2005 ·  Die Airbus-Mutter EADS hat mit dem operativen Ergebnis der ersten neun Monate die Erwartungen leicht übertroffen und die Gewinnprognose angehoben. Die Aktie leidet leidet zwar unter Gewinnmitnahmen, befindet sich aber davon abgesehen im Aufwind.

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Nicht immer belohnt die Börse gut Nachrichten auch mit steigenden Kursen. Diese Erfahrung machen die Aktionäre von EADS am Mittwoch. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern hat nach einem deutlichen Gewinnsprung auf Grund der guten Geschäfte seiner Tochter Airbus die Prognosen für das Gesamtjahr angehoben. Gleichwohl wird die Aktie stärker ver- als gekauft. Das Papier verbilligt sich deshalb um 1,8 Prozent auf 29,46 Euro.

Bei den überschaubaren Kursverlusten dürfte es sich um Gewinnmitnahmen handeln - nach dem Motto „Sell on good news“. „Es ist nichts Kursbelastendes verkündet worden“, sagte Stephan Klepp, Analyst der Landesbank Rheinland-Pfalz, zu FAZ.NET.

Neunmonatsergebnis über den Erwartungen

Nach neun Monaten belief sich das operative Ergebnis von EADS auf 2,1 Milliarden Euro, ein Plus von 41 Prozent zum Vorjahr. Damit lag das Ebit leicht über den Erwartungen der Analysten, die mit rund zwei Milliarden Euro gerechnet hatten. Mit 23,4 Milliarden Euro setzte der europäische Konzern neun Prozent mehr um als noch im Vorjahr. Unter dem Strich blieb rund eine Milliarde Euro nach zuletzt 588 Millionen Euro. Der Auftragseingang stieg von Januar bis September um 88 Prozent auf 38,8 Milliarden Euro, der Auftragsbestand lag bei 210,4 Milliarden Euro, wie Reuters berichtet.

EADS erwartet nun für 2005 ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 2,75 Milliarden Euro nach 2,43 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, wie der Konzern mitteilte. Der Umsatz im Gesamtjahr soll auf über 33 Milliarden Euro nach zuletzt knapp 32 Milliarden anwachsen.

Auch die Prognose für den Konzerngewinn hob EADS weiter an: Je Aktie werde der Gewinn nun voraussichtlich 1,65 Euro erreichen nach 1,27 Euro im Vorjahr; die durchschnittliche Analystenprognose betrug bisher gut 1,63 Euro je Anteilsschein.

Höhere Prognose trotz gestiegener Kosten

Zuvor hatte EADS bei 360 bis 370 ausgelieferten Airbus-Flugzeugen mit einem Ebit von über 2,6 Milliarden Euro, einem Umsatz von 33 Milliarden Euro und einem Gewinn je Aktie von 1,50 Euro gerechnet.

„Die angepaßte Ebit-Prognose beruht auf dem erwarteten Anstieg auf 370 ausgelieferte Airbus-Flugzeuge“, hieß es nun im Zwischenbericht des Vorstandes zum dritten Quartal. In der Prognose seien bereits höher als erwartet ausfallende Verluste bei der französischen EADS Sogerma Services und zusätzliche Aufwendungen in der Verteidigungssparte für zwei Programme mit unbemannten Luftfahrzeugen berücksichtigt.

LRP-Analyst Klepp sieht EADS als „Outperformer“ und hat das Kursziel für die Aktie bei 36 Euro gesteckt. Allerdings hat die Aktie trotz eines Jahreskursgewinn von 29 Prozent den MDax noch nicht „outperformt“, sondern fliegt dem Index knapp hinterher. Für die Zukunft ist Klepp indes optimistisch, da der Luftfahrtmarkt besonders in Asien und Indien einigen Nachholbedarf habe. Der neue Airbus A 350 sei von zehn Kunden insgesamt 143mal bestellt worden, und für den A 380 lägen 149 Orders vor. Der „Super-Airbus“ werde sicherlich gut ankomme, wenn er sich in der Praxis bewähre und sich Airbus keine Verzögerungen leiste.

Aktie im Aufwärtstrend und günstiger als Boeing

Klepp steht mit seiner Sicht der Dinge nicht allein. EADS gilt unter Analysten unter dem Strich als Kauf. Für den Titel spricht zum einen das Kursbild: Die Notiz bewegt sich im Aufwärtstrend und nur knapp unter dem Rekordkurs von 30,04 Euro. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 18,5 für dieses Jahr und 15,5 für 2006 ist EADS zwar etwas höher bewertet als der MDax, aber günstiger als Konkurrent Boeing (21,6/19,85). Zudem ist die Dividendenrendite bei der Airbus-Mutter mit von Analysten geschätzten 1,85 Prozent für dieses Jahr und 2,1 Prozent für 2006 höher als bei Boeing. Vor diesem Hintergrund dürfte EADS an der Börse gut in Form und ein zuverlässiges Investment bleiben - sofern die Luftfahrt nicht weltweit durch unkalkulierbare Katastrophen wie Terroranschläge ins Trudeln gerät.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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