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Logistik Seefahrtswerte- ambitioniert bis irrational bewertet

03.09.2009 ·  AP Moller-Maersk macht eine Kapitalerhöhung, um „die finanzielle Flexibilität zu stärken“. Die Branche spürt die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Form einer verhaltenen Geschäftsentwicklung und höherer Refinanzierungskosten.

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Die international tätigen Transport- und Logistikunternehmen gehörten in den vergangenen Jahren zunächst zu den Gewinnern des globalen Wirtschaftsbooms. Mit zunehmendem Welthandel und dem Entstehen der so genannten Plattformunternehmen, die vorwiegende in Asien produzierten und ihre Waren im Westen verkauften, nahm die Nachfrage nach ihren Dienstleistungen zu.

Aus diesem Grund konnten sie zunächst sowohl Umsätze als auch die Gewinne im Trend steigern. Hohe Roh- und Treibstoffkosten sowie zuletzt die Wirtschafts- und Finanzkrise führten jedoch auf der Ertragsseite zu deutlichen Rückschlägen. Das zeigt sich am Beispiel des in Dänemark ansässigen Branchenriesen AP Moller-Maersk.

Gewinnentwicklung stagniert

Die Erlöskurve des Unternehmen zeigt zwar weiterhin im Trend nach oben, die Gewinnentwicklung dagegen stagniert schon seit dem Jahr 2004. Im laufenden Geschäftsjahr rechnen Analysten mit einem verlustreichen Geschäft und im kommenden Jahr mit einem deutlich unterdurchschnittlichen Gewinn.

Die etwas angespannte Lage des Unternehmens zeigt sich unter anderem daran, dass es eine Kapitalerhöhung nötig hat, um „die finanzielle Flexibilität zu stärken“, wie es das Unternehmen formulierte. Das Unternehmen verkaufte nach Angaben vom Mittwochabend 250.340 Anteilsscheine und damit rund 5,7 Prozent des gesamten Aktienkapitals zu einem Preis von 8,26 Milliarden dänischen Kronen oder 1,1 Milliarden Euro. Der Ausgabepreis habe knapp elf Prozent unter dem Schlusskurs vom Dienstag gelegen, hieß es weiter.

Der Kopenhagener Betreiber der weltgrößten Containerschiffsreederei wolle mit dem Schritt nicht nur „seine finanzielle Flexibilität stärken“ und sich die Tür für Übernahmen offenhalten, erklärte Vorstandschef Nils Smedegaard Andersen. Denkbar sei unter anderem der Kauf von Ölfeldern, neuen Container-Terminals oder der Einstieg in Ölfördergemeinschaften. Ob Maersk an der angeschlagenen Hamburger Reederei Hapag-Lloyd interessiert sein könnte, sagte Andersen nicht. Dazu wolle er sich nicht äußern. „Wir schauen uns das an, was auf den Markt kommt“, sagte er. „Wahrscheinlicher als der Kauf eines ganzen Unternehmens ist es, dass wir Geschäftsfelder kaufen, wenn sie zu einem guten Preis zu haben sind.“

Maers-Aktie ambitioniert bewertet

Mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von mehr als 21 auf Basis der Gewinnschätzungen für das kommende Jahr sind die Aktien des Unternehmens wenig interessant. Immerhin entwickeln sich die Papiere an der Börse deutlich unterdurchschnittlich, während das Management in den vergangenen Tagen Erwartungen dämpfte, das operative Geschäft könnte sich rasch und deutlich erholen. Der Baltic-Dry-Index, ein wichtiger Preisindex für das weltweite Verschiffen von Gütern, befindet sich schon seit Monaten auf dem Weg nach unten wie der Baltic Panamax Index, während der Baltic Clean Tanker Index auf sehr tiefem Niveau verharrt. Moller-Maersk erzielte im vergangenen Jahr rund 50 Prozent seiner Erlöse mit der Containerschifffahrt, 21 Prozent im Öl- und Gasgeschäft, 8,5 Prozent mit Tankern und knapp 18 Prozent im Einzelhandel.

Die angespannte Lage im Logisitikbereich, insbesondere in der Seefahrt, zeigt sich an der Kursentwicklung der Aktien entsprechender Unternehmen in den vergangenen Monaten. Bis auf wenige Ausnahmen entwickelten oder blieben sie schwach. Deutliche Erholungsbewegungen gab es primär bei asiatischen Werten. Allerdings sind sie ziemlich irrational bewertet. Vernünftig sieht lediglich die Bewertung der Aktie des amerikanischen Binnenschiffers Kirby Corporation aus.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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