03.05.2004 · Die Bilanz des Logistikdienstleisters D.Logistics ist noch immer von den Fehlern der Vergangenheit geprägt. Obwohl der Vorstand um Verbesserung ringt, spricht beim Aktienkurs vieles für einen anhaltenden Seitwärtstrend.
Bei den Aktionären von D.Logistics ist die Erleichterung offenbar groß, daß es nicht noch schlimmer gekommen ist. Denn auf den ersten Blick erschließt es sich nicht, warum der Aktienkurs am Montag auf die Bekanntgabe der neuesten Geschäftszahlen mit einem Plus reagiert.
Aber nachdem die Gesellschaft mit dem Verweis auf Verzögerungen wegen der genauen Erfassung der im Vorjahr durchgeführten umfangreichen Reorganisation die Veröffentlichung ihres Jahresabschlusses für das Jahr 2003 von Ende März auf Ende April verschoben hatte, war man an der Börse offenbar von schlimmeren Hiobsbotschaften ausgegangen.
Vor diesem Hintergrund erscheint es vernachlässigbar, daß der Umsatz im Vorjahr mit 320,3 (342,6) Millionen Euro unter den zuerst in Aussicht gestellten 333 Millionen Euro ausgefallen ist. Zumal dieser Wert wiederum um knapp fünf Millionen Euro über der im November
revidierten Schätzung liegt.
Bilanz weiter mit mehr Schatten als Licht
Nachdenklich stimmt aber, daß die Holdinggesellschaft, die Beteiligungen an Unternehmen, die Logistik- und daran anknüpfendende Dienstleistungen erbringen hält, mit einem Jahresverlust von 37,0 (91,7) Millionen Euro noch immer tiefrote Zahlen schreibt, auch wenn dieses Mal außerordentliche Aufwendungen über 32,9 Millionen Euro zu berücksichtigen sind.
Unter dem Strich beläuft sich damit der Verlust je Aktie noch immer auf 1,05 Euro. Gemessen am Aktienkurs, der am Montag vormittag um 3,43 Prozent auf 1,81 Euro steigt, ist das ein ganz schöner Brocken, auch wenn es gegenüber dem Verlust von 2,68 Euro des Jahres 2002 eine deutliche Verbesserung ist.
Wie kritisch die Lage nach wie vor ist, zeigt sich auch an der weiter von 29,94 Prozent auf 22,63 Prozent geschrumpft Eigenkapitalquote. Daß es zum Wochenauftakt trotzdem zu Kursgewinnen kommt, hat neben der besagten Erleichterung natürlich auch mit der Hoffnung zu tun, daß es nach den verlustreichen Vorjahren nun endlich wieder aufwärts gehen wird.
Vieles spricht für einen anhaltenden Seitwärtstrend
Von dem vom Vorstand für 2004 in Aussicht gestellten Umsatz von 305 Millionen Euro läßt sich diese Hoffnung zwar nicht ableiten, aber sie knüpfen sich dafür an die Vorgabe für den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Amortisationen, der von 5,1 auf 8,7 Millionen Euro steigen soll.
Wird dieses Ziel erreicht, kann es dem Aktienkurs vielleicht gelingen, aus der seit langem anhaltenden Seitwärtsbewegung nach oben auszubrechen. Gemessen am Umsatz ist der Börsenwert von rund 73 Millionen Euro jedenfalls noch nicht zu hoch.
Doch die Risiken, welche der Titel im Falle neuer unvorhergesehener Probleme beinhaltet, sprechen im Grunde genommen eher dafür, daß sich der zuletzt gültige und sich zwischen 1,62 und 2,56 Euro abspielende Seitwärtstrend eher noch eine Weile fortsetzen wird.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |