04.03.2001 · Präsident Putin ist es schnell gelungen, das Land zu stabilisieren. Wichtig sind jetzt allerdings weitere Wirtschaftsreformen.
Im März ist es genau ein Jahr, seit Wladimir Putin in Russland Präsident wurde. Grund genug für die Analysten der Raiffeisen-Zentralbank Wien (RZB), eine Bestandsaufnahe seiner Politik in wirtschaftlicher Hinsicht vorzunehmen und aufzuzeigen, wo sie hinführen könnte.
So ist es dem Präsidenten ihrer Meinung nach gelungen, innerhalb kurzer Zeit relativ große politische Stabilität in Russland zu erreichen. Wichtig sei es jetzt, diese in einer gegenwärtig günstigen wirtschaftlichen Situation zu nützen, um die schwierigen strukturellen Reformen weiter zu verfolgen. Diese waren im Juni 2000 im so genannten Gref-Plan spezifiziert worden und sahen kurzfristig Steuerreformen, Deregulierung, eine Reform des Außenhandels und des Wertpapierhandels vor.
Die größten Fortschritte seien im Steuerbereich und im Außenhandel erzielt worden, während es in den restlichen Bereichen zu Verzögerungen zu kommen scheint. Bestimmte Sektoren, wie etwa die Banken, seien noch gar nicht in Angriff genommen worden. Die Unterstützung in der Bevölkerung sei aber groß und die makroökonomischen Daten seien ideal, um weiter zu reformieren.
Wachstum von vier bis fünf Prozent im Jahr 2001
So erwartet die RZB für das Jahr 2001 weiter ein relativ starkes Wirtschaftswachstum. Allerdings würden die 7,6 Prozent des vergangenen Jahres nicht mehr erreicht werden. Doch gebe es für das Land eine reelle Chance, auf einen langfristig stabilen Wachstumspfad von drei Prozent jährlich zu kommen. Allerdings nur, wenn die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Reformen auch erfolgreich seien.
Das Grundübel der Wirtschaft bleibt nach Ansicht der RZB-Analysten die Ineffizienz der Betriebe. Vor allem die Überbleibsel aus der Planwirtschaft, das sind 40 bis 60 Prozent aller Betriebe, trügen zum Teufelskreis von Zahlungsverzögerungen und Tauschgeschäften bei. Dabei müssten die Unternehmen immer mehr dazu übergehen, höherwertige Produkte herzustellen. Wichtig sei es deswegen, uneffektive Unternehmen zu schließen. Allerdings ist ein neues Insolvenzrecht erst für den Juli 2001 vorgesehen. Ein Blitzstart des Restrukturierungsprozesses sei deswegen nicht zu erwarten. Ferner fehlt ein soziales Netz, das die dabei auftretende Arbeitslosigkeit dämpfen könnte.
Grundlegend sei auch die Reform des Bankensektors. Denn wachsende Unternehmen benötigten dringend Liquidität, die sie nicht aus internem Wachstum generieren könnten. Dagegen sei die finanzielle Intermediation nach dem Stile westlicher Banken so gut wie unbekannt. Gerade in diesem Bereich sei aber der geringste Fortschritt erzielt worden. Sollte jedoch den Unternehmen die Liquidität ausgehen, so würde die Wirtschaft in eine Rezession übergehen.
Ölpreis und Rubel wirken stützend
Die aktuell vorteilhafte Finanzsituation beruhe auf zwei Faktoren: Einmal ein hoher Ölpreis zum anderen die Abwertung des Rubels. Die schwache Währung machte die heimische Wirtschaft wettbewerbsfähig, während der Ölpreis den Exportwert anhob. Der resultierende Exportüberschuss führte zu einem positiven Saldo Leistungsbilanz, ließ die Währungsreserven ansteigen und stabilisierte damit den Wechselkurs des Rubels. Der Haushaltsüberschuss machte es möglich, Schulden zu tilgen und ein Liquiditätspolster anzulegen. Auch wenn sich diese zwei Faktoren in 2001 abschwächen sollten, so werde Russland trotzdem in der Lage sein, weitere Währungsreserven zu akkumulieren und die Inflation zu stabilisieren.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |