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Korea & Taiwan Schwache Exporte - stagnierende Börsen

09.06.2009 ·  In den vergangenen Wochen ging es an den Börsen in Taiwan und Südkorea aufgrund des allgemeinen Wirtschaftsoptimismus deutlich nach oben. Die Exporte aber bleiben schwach. Dabei sind beide Staaten stark davon abhängig.

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In den vergangenen Wochen ist an den internationalen Finanzmärkten allgemeiner Wirtschaftsoptimismus aufgekommen. Er leitete sich aus extrem lockeren Geldpolitiken weltweit und zum Teil gewaltigen keynesianischen Ausgabenprogrammen ab.

Obwohl diese auf Pump finanziert werden und drohen, die im privaten Bereich geplatzte Kreditblase und die damit verbundenen Risiken einfach nur in den öffentlichen Bereich zu verschieben, rechnen Anleger mit einer wirtschaftlichen Erholung und Gewinnsteigerungen bei den Unternehmen.

Kurzfristig können Basiseffekte eine wirtschaftliche Erholung vorgaukeln

Diese Rechung mag kurzfristig aufgehen, weil eine statistische Gegenbewegung nach oben in verschiedenen Bereichen alleine schon wegen der starken Einbrüche in den vergangenen Monaten wahrscheinlich ist. So etwas scheint sich beispielsweise im Halbleitersektor abzuzeichnen, wo Texas Instruments von einer zunehmenden Nachfrage berichtete. Die Umsätze mit Halbleitern weltweit lagen im zweiten Quartal des laufenden Jahres um satte 75 Prozent unter dem Vorjahreswert. Davon ausgehend dürfte eine gewisse Erholung nicht schwer fallen.

Das sagt allerdings wenig dafür aus, wie sich der Markt weiter entwickeln kann. Gerade im Halbleiterbereich werden große Teile des globalen Geschäfts in Asien getätigt. Dort sitzen die großen Hersteller elektronischer Investitions- und Konsumgüter, die viele ihrer Endprodukte direkt oder indirekt in alle Welt exportieren. Sie werden dabei vielfach durch kompetitive Währungspolitiken begünstigt. Nicht nur China hält künstlich seine Währung schwach, sondern auch Südkoreas Won schwächelt immer wieder und Taiwans Dollar wird gemessen am realen effektiven Wechselkurs immer schwächer.

Trotzdem scheinen die Staaten Asiens die Krise noch nicht überwunden zu haben. Denn die jüngsten Exportzahlen aus Taiwan und Südkorea fielen schwach aus und in China macht die Tatsache skeptisch, dass das Land seine Exportunternehmen mit Steuerrabatten zusätzlich zur schwachen Währung subventioniert. In Südkorea gingen die Exporte im Mai im Vergleich mit dem Vorjahr um 28,3 Prozent zurück, die Importe fielen sogar um etwas mehr als 40 Prozent.

Der Rückgang des Importwertes ist damit der stärkste seit mindestens vierzig Jahren. Er fiel von knapp 41 Milliarden Dollar im Juli des vergangenen Jahres auf zuletzt 23,1 Milliarden Dollar im Mai 2009. Der Exportwert lag im Mai mit 28,2 Milliarden Dollar knapp 31 Prozent unter dem Rekordwert von knapp 41 Milliarden Dollar, auf dem er noch im Juli des vergangenen Jahres gelegen hatte.

Die realen Fakten geben jedoch noch zu denken

In Taiwan sieht die Lage nicht besser aus. Im Mai lagen die Importe 39 Prozent unter dem Vorjahreswert, während die Exporte 31,4 Prozent unter dem Vergleichwert des Vorjahres lagen. Im vergangenen Monat gingen die Exporte nach Großbritannien mit einem Minus von knapp 42 Prozent besonders stark zurück, gefolgt von den Philippinen (minus 39 Prozent), Singapur (minus 38,3 Prozent), Malaysia (minus 36,7 Prozent), Australien mit einem Minus von 35,3 Prozent, gefolgt von China mit einem Rückgang um 30 Prozent, den Niederlanden mit minus 28,3 Prozent, den Vereinigten Staaten mit minus 28 Prozent, Südkorea mit minus 25 Prozent. Das heißt, der Handel innerhalb Asiens scheint keineswegs so robust zu sein, wie immer wieder angenommen wird. Immerhin gingen im vergangenen Jahr 29 Prozent von Taiwans Exporten nach China, zwölf Prozent in die Vereinigten Staaten, zehn Prozent nach Hongkong, sieben Prozent nach Japan und rund fünf Prozent nach Singapur.

Auf Basis solcher Fakten dürfte kaum verwundern, dass zumindest die Börsen in Taiwan und Südkorea an Dynamik nach oben verloren haben und in den vergangenen Tagen sogar zur Korrektur neigten. Mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinnverhältnis (KGV) von 29 auf Basis der im vergangenen Jahr erzielten Gewinne sind die Aktien im Kospi inzwischen schon wieder teuer gewordene. Unter Berücksichtigung optimistischer Gewinnschätzungen liegt das immerhin bei 14. Die Aktien in Taiwan dagegen sind inzwischen im Durchschnitt ähnlich überteuert, wie jene in China und Japan: Die KGVs liegen bei 60 beziehungsweise 26.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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