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Konsumwerte Discounter profitieren von der Wirtschaftskrise

10.07.2008 ·  Die konjunkturelle Schwäche in den Vereinigten Staaten und weiten Teilen Europas ist nicht mehr zu übersehen. Sie zeigt sich an abnehmendem Realkonsum. Das spüren die Markenartikler, während Discounter wie Wal-Mart davon profitieren.

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Die konjunkturelle Schwäche in den Vereinigten Staaten und weiten Teilen Europas ist nicht mehr zu übersehen. Sie zeigt sich in Form der schwächelnden Industrieproduktion und an abnehmendem Realkonsum.

Aus diesem Grund sind in den vergangenen Wochen und Monaten die Aktien vieler Einzelhandelsunternehmen in die Defensive geraten. So gibt die Aktie von Carrefour alleine am Donnerstag zehn Prozent nach. Seit Dezember des vergangenen Jahres hat sie mehr als 40 Prozent ihres Wertes verloren.

Erstaunlich robuste Umsatzentwicklung in den vergangenen Wochen

Das Unternehmen gab bekannt, die Umsätze mit Markenprodukten seien im zweiten Quartal des laufenden Jahres deutlich zurückgegangen, was zu einem unterdurchschnittlichen Wachstum führe. Das ist ein bedenkliches Zeichen für die Gewinnentwicklung. Denn mit Markenprodukten lassen sich in der Regel die höchsten Margen erzielen.

Diese Entwicklung dürfte auch andere Unternehmen treffen, die Markenprodukte oder gar Luxusgüter herstellen. Denn sie spüren zuerst die schlechte Stimmung unter den Konsumenten, die von hohen Preisen und stagnierenden Einkommen eingetrübt wird. So dürfte kaum verwundern, dass längst auch die Papiere von Nestle, Swatch, Richemont, aber auch von Danone, PPR, Bulgari oder auch von Metro nach unten laufen. Denn sie alle werden den realen Kaufkraftverlust immer mehr spüren.

Auf der anderen Seite stehen die Discounter wie Aldi, Penny und Lidl in Europa sowie von Wal-Mart oder auch Costco in den Vereinigten Staaten. Sie profitieren von der Suche der Konsumenten nach günstigen Preis-Leistungsverhältnissen und können auf diese Weise in der Krise entgegen dem Trend robust wachsen. Costco gab am Donnerstag ein Umsatzwachstum von neun Prozent in Amerika und von elf Prozent auf vergleichbarer Basis im internationalen Geschäft im Juni bekannt. Das war mehr, als der Markt erwartet hatte.

Wal-Mart erhöht sogar seine Gewinnprognose für das zweite Quartal

Wal-Markt konnte seine Erlöse auf vergleichbarer Basis um 5,8 Prozent steigern. Auch das war mehr als erwartet und verleitete das Unternehmen dazu, seine Gewinnprognose für das zweite Quartal auf 82 bis 84 Cents je Aktie zu erhöhen. Bisher war man von einem Gewinn von 78 Cents je Aktie ausgegangen

Die amerikanischen Unternehmen der Branche profitieren einerseits von den Verkaufsanstrengungen, sie mittels aggressiver Preissenkungen unternehmen. Auf der anderen Seite spielen kurzfristig auch Steuerchecks eine Rolle, die die Regierung als Reaktion auf die Krise in den vergangenen Wochen an die Verbraucher verteilt hat. Genau das hatte dazu geführt, dass die privaten Einkommen im Mai nominal überraschend stark um 1,9 Prozent zugelegt hatten.

Allerdings lassen sich solche Effekte sehr wahrscheinlich nicht wiederholen. Immerhin ist der amerikanische Arbeitsmarkt schwach und im Gegensatz zu Europa sind die Löhne nach unten flexibel und stehen entsprechend unter Druck. Das heißt, in den Vereinigten Staaten machen sich immer mehr deflationäre Effekte bemerkbar, obwohl die Schlagzeilen von der Inflation bestimmt werden.

Fakt ist, dass sich die Discounter in der Wirtschaftskrise mit einiger Wahrscheinlichkeit robuster entwickeln werden als viele andere Unternehmen. In diesem Sinne bieten die Aktien von Wal-Mart wahrscheinlich defensive Qualitäten. Allerdings sind sie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von knapp 17 und 15 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr schon etwas grenzwertig bewertet.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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