29.07.2005 · Sony, eine der einstigen Unternehmensperlen Japans hat längst jeglichen Glanz verloren. Eine weitere Gewinnwarnung wirft die Frage auf, ob das Unternehmen im laufenden Jahr überhaupt etwas verdienen kann.
Sony, eine der einstigen Unternehmensperlen Japans hat längst jeglichen Glanz verloren. Die Umsätze stagnieren und angesichts der Gewinnentwicklung kann schon lange keine Rede mehr von profitablem Wachstum sein.
Das läßt sich schon länger an der Entwicklung des Aktienkurses ablesen. In den Jahren 2000 bis 2003 zeigte er nach einem kurzen Höhenflug nach unten und von ihren Zwischentief bei 2.720 Yen im April des Jahres 2003 hat sich das Papier nur leicht erholt, um danach in eine Stagnationsphase überzugehen. Mit Kursverlusten von bis zu 4,9 Prozent drohte sie am Freitag wieder einmal, nach unten durchzufallen.
Weitere Umsatz- und Gewinnwarnung
Denn der weltweit zweitgrößte Anbieter von Unterhaltungselektronik hatte am Donnerstag nach Börsenschluß in Japan die Gewinn- und die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Da die Preise in der Unterhaltungselektronik weiter fallen, dürften die Prognosen weiter reduziert werden, kündigte Sony an.
Der Gewinn dürfte in den zwölf Monaten bis Ende März lediglich zehn Milliarden Yen oder umgerechnet etwa 73,6 Millionen Euro betragen, nachdem zuvor 80 Milliarden Yen prognostiziert worden waren, hatte Sony gewarnt. Schon das wäre für ein Unternehmen mit einem Umsatz von 7,2 Billionen Yen oder 52,64 Milliarden Euro lächerlich wenig gewesen, entspräche es gerade einmal einer Nettoumsatzrendite von etwas mehr als einem Prozent. Mit einem Gewinn von zehn Milliarden Yen wird sie geradezu atomisiert. So ist es kein wunder, daß Brokerhäuser wie JPMorgan Chase als Folge ihre Bewertung für das Unternehmen reduzierten.
Finanzvorstand Nobuyuki Oneda kündigte sogar an, daß auch ein Betriebsverlust „möglich“ sei. Es wäre der erste von Sony seit elf Jahren. Vorstandschef Howard Stringer, der im vergangenen Monat das Ruder bei Sony übernahm, hat für September einen Restrukturierungsplan angekündigt, der der angeschlagenen Elektroniksparte wieder auf die Beine helfen soll. „Drastische Maßnahmen sind notwendig, aber einfach wird es nicht, den Kurs eines so großen Schiffes wie Sony eines ist, zu verändern“, sagte Edwin Merner, Präsident von Atlantis Investment Research in Tokio der Nachrichtenagentur Reuters. „Es wird eine Weile dauern, bis die Wende vollzogen wurde.“
Teure Aktie
Auf dieser Basis dürfte die Aktie noch länger mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden müssen. Das Kurs-Gewinnverhältnis liegt auf Basis der nun abgegebenen Gewinnprognose im dreistelligen Bereich und auf Basis der Gewinnschätzungen für das kommende Geschäftsjahr bei 32,2. Damit ist die Aktie auf keinen Fall ein Schnäppchen. Die Dividendenrendite liegt unter einem Prozent.
Es dürfte allerdings nicht ausgeschlossen sein, daß das Papier beginnt zu laufen, sobald das Management einen überzeugenden Restrukturierungsplan vorlegt. Allerdings haben solche Bewegungen sehr lange einen spekulativen Charakter und sind entsprechend riskant. Ohne „Kursfallschirm“ dürften sie sich keinesfalls empfehlen, wenn überhaupt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |