24.02.2005 · Starkes Wachstum, anhaltend langfristiger Aufwärtstrend, nahe am Allzeithoch: So läßt sich die Lage des Modeunternehmens Esprit beschreiben. Der Trend dürfte vorerst anhalten, auch wenn die Aktie optisch kein Schnäppchen ist.
Die vergangenen Jahre waren für Börsianer ziemlich turbulent. Schossen die Aktienkurse in den 90er-Jahren vielfach durch die Decke, so stürzten sie danach um so kräftiger ab. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Dazu dürfte die Aktie des Modeunternehmens Esprit gehören.
Wer sich den Wert im Jahr 1998 ins Depot legte, kann inzwischen nicht nur auf einen phantastischen Aufwärtstrend zurückblicken, sondern auch auf einen Kursgewinn von kapp 2.900 Prozent oder knapp 70 Prozent pro Jahr. Das kann sich nicht nur sehen lassen, sondern jeder Anleger dürfte sich glücklich schätzen können, so eine Aktie rechtzeitig entdeckt zu haben.
Deutliches, profitables Wachstum
Der Trend zeigt weiterhin nach oben und auch die fundamentale Entwicklung sieht nach wie vor hervorragend aus. Das Unternehmen konnte den Gewinn in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich mit der Vorjahreperiode um satte 76 Prozent auf 1,65 Milliarden Hongkong-Dollar, das sind umgerechnet 160,3 Millionen Euro steigern, oder 1,38 Dollar je Aktie steigern. Der Umsatz legte um 31 Prozent auf 10,45 Milliarden Hongkong-Dollar zu.
Das Unternehmen befindet sich nicht nur regional auf dem Expansionspfad, sondern hat auch die Umschlagshäufigkeit seines Angebots erhöht und höherpreisige Produkte hinzugefügt. Auf diese Weise konnte nicht nur der Umsatz deutlich, sondern der Gewinn überproportional gesteigert werden. Die Nettoertragsmarge stieg von 11,7 Prozent auf 15,8 Prozent. Das Unternehmen will eine halbjährlich Dividende von 45 Hongkong-Cents ausschütten. Das sind 137 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode.
Diese Entwicklung ist phänomenal in einem Markt, der äußerst wettbewerbsintensiv ist. „Das Entscheidende in einem überbevölkerten Marktsegment ist es, sich das richtige Image zu verschaffen. Und Esprit scheint darin sehr geschickt zu sein,“ erklärt sich ein Fondsmanager die Erfolgsgeschichte des Unternehmens.
Unternehmen ist „Euro-Profiteur“
Das Unternehmen erzielt bisher den größten Teil seiner Umsätze in Europa und konnte auf diese Weise unter anderem auch vom starken Euro profitieren. Er macht sich nicht nur beim Einkauf vorteilhaft bemerkbar, sondern auch bei der Umrechnung von Umsatz und Gewinn in die heimische Währung. Die Entwicklung kann sich aber mit einem Umsatzplus von 21 Prozent und einer Gewinnsteigerung von 62 Prozent auch ohne Währungseffekte sehen lassen.
Das Unternehmen geht davon aus, den Umsatz im Gesamtjahr um insgesamt 20 Prozent steigern zu können. Gleichzeitig wird eine operative Marge von 20 Prozent und eine Nettomarge von 15 Prozent angestrebt. Im kommenden Geschäftsjahr sollen für die weitere Expansion 500 Millionen Dollar in Landeswährung aufgewandt werden. Ein Schwerpunkt bei der Entwicklung soll dabei unter anderem in China gesetzt werden. „China ist eines der wichtigsten Länder und wir können nicht zulassen, daß uns Konkurrenten Marktanteile wegnehmen,“ erläutert Unternehmenschef Heinz Krogner die Absicht, die dort schon bestehenden Geschäfte zu modernisieren und weitere hinzuzufügen.
Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von knapp 22 und 18 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr scheint die Aktie optisch zunächst kein Schnäppchen zu sein. Allerdings hat das Unternehmen in der ersten Hälfte des laufenden Jahres schon kräftig vorgelegt und alle Erwartungen übertroffen. Außerdem relativiert sich die Bewertung auf Grund des bisher zuverlässig erzielten Wachstums. Damit ist die Aktie nach wie vor attraktiv. Absicherungsstrategien dürften allerdings auch hier nicht schaden. Denn jede Erfolgsgeschichte stößt irgendwann an ihre Grenzen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |