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Konglomerate Philips-Aktie reagiert verschnupft auf enttäuschenden Gewinn

18.04.2005 ·  Ein enttäuschender Gewinn im ersten Quartal führt bei der Aktie von Philips zu Kursverlusten. Die Kernbereiche scheinen sich zwar wacker zu schlagen, aber noch ist die Trennung vom zyklischen Geschäft nicht realisiert.

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Hatte sich die Aktie des niederländischen Konglomerats Philips vom März des Jahres 2003 bis ins Frühjahr des Jahres 2004 deutlich von ihren Tiefs erholt und zwischenzeitlich bis zu etwas mehr als 111 Prozent auf 26,30 Euro im Zwischenhoch zugelegt, so hat das sie inzwischen längst ihre Dynamik wieder verloren.

Nach Kursverlusten in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres tendierte das Papier seitwärts, ging am Freitag mit einem Kurs von 20 Euro aus dem Handel und liegt am Montag mit einem Minus von 3,45 Prozent bei 19,32 Euro. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 14 und 11,73 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr scheint das Papier rein optisch betrachtet vernünftig bewertet zu sein.

Enttäuschender Gewinn im ersten Quartal

Allerdings kann diese Eindruck täuschen. Darauf könnte unter anderem die Entwicklung im ersten Quartal des laufenden Jahres hindeuten. Denn in diesem Zeitraum hat Europas größter Unterhaltungselektronik-Konzern weniger verdient als von Analysten erwartet. In den drei Monaten betrug der Nettogewinn 117 Millionen Euro oder 8,9 Cent je Aktie, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 156 Millionen Euro gerechnet. Begründet wurde das Ergebnis mit einer schwachen Nachfrage nach Elektrogeräten und der Überkapazität bei Speicherchips und LCD-Bildschirmen. Gleichzeitig stagnierten aber auch die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr bei 6,635 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem Anstieg um 1,6 Prozent gerechnet.

Diese Entwicklung mag nicht völlig überraschen und dürfte zumindest zu einem Teil schon in den Kursen der Aktie enthalten sein. Allerdings ist der weitere Ausblick nicht sonderlich prickelnd. Das Unternehmen rechnet zwar in seinen Kerngeschäftsfeldern mit einer soliden Entwicklung. Diese Einschätzung wird unterstützt durch ein Plus von neun Prozent bei den Auftragseingängen im medizintechnischen Bereich. Bei Konsumgütern nahm im ersten Quartal der Umsatz um sieben Prozent zu auf 2,15 Milliarden Euro, während der operative Gewinn um 22 Prozent auf 46 Millionen Euro fiel.

Schwieriges Geschäft im Halbleiter - und LCD-Bereich

Im Bereich der Bildschirme - Stichwort LG.Philips - und Hableiter sind die Aussichten dagegen eher durchwachsen. Philips selbst rechnet erst wieder ab der zweiten Hälfte des Jahres mit einem besseren Geschäft im Halbleiterbereich. Auch die Entwicklung bei Flachbildschirmen scheint schwierig zu sein, nachdem er noch bis vor Kurzem als Wachstumsbereich galt. LG.Philips schrieb im ersten Quartal hier rote Zahlen, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinnbeitrag von 215 Millionen Euro verbucht werden konnte. Das Geschäft scheint geprägt zu sein von Überkapazitäten und fallenden Preisen. Man rechnet zwar auf Grund zunehmender Nachfrage mit einer Verlangsamung des Preisverfalls. Das klingt allerdings eher nach Zweckoptimismus denn nach Überzeugung.

Nicht umsonst besteht die Strategie darin, diese hochzyklischen Bereiche loszuwerden, um sich auf die Kerngeschäftsfelder konzentrieren zu können. Allerdings ist noch ein weiter Weg zu gehen. Außerdem ist noch nicht sicher, ob das Resultat zufrieden stellen kann. Zu den künftigen Kerngeschäftsfeldern zählt unter anderem die Medizintechnik

Allerdings tummeln sich in diesem Bereich auch andere Unternehmensriese wie General Electric und Siemens. Das heißt, auch hier dürfte der Wettbewerb zunehmen. Gleichzeitig könnten sich Kostensenkungsbestrebungen im Gesundheitswesen negativ bemerkbar machen.

Aus diesen Gründen dürfte es ratsam sein, der Aktie mit einer gewissen Skepsis zu begegnen. Charttechnisch steckt das Papier mitten in einer Unterstützungszone, die noch bis 17,80 Euro geht. Sollte sich das Papier in einem schwieriger werdenden Umfeld Anstalten machen, darunter zu fallen, dürfte es kritisch werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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