26.03.2004 · Das Reedereikonglomerat A P Moeller-Maersk konnte im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn auf Grund gestiegener Frachtraten deutlich steigern. Allerdings trübt der verhaltene Ausblick die Kursphantasie.
Mit Kursverlusten von bis zu 12,6 Prozent auf 41.500 dänische Kronen im Tagestief reagierte die Aktie des dänischen Reedereikonglomerats A P Moeller-Maersk am Freitag auf die Umsatz- und Ertragszahlen des vergangenen Jahres. Dabei ist das Nettoergebnis des größten Containertransportunternehmens weltweit im Vergleich mit dem Vorjahr um satte 43 Prozent auf 17,3 Milliarden Kronen oder umgerechnet 2,43 Milliarden gestiegen, der Umsatz legte um 3,6 Prozent auf 157,1 Milliarden Kronen zu.
Das Unternehmen, das außer in der Seefahrt auch in der Ölförderung, dem Einzelhandel, der Luftfahrt und IT-Services tätig ist, macht für den Gewinnsprung vor allem die in den vergangenen Monaten zum Teil massiv gestiegenen Frachtraten verantwortlich. Der Baltic Dry Index, der die Entwicklung in diesem Sektor anzeigt, hat sich seit dem Jahr 2001 mehr als versechsfacht. Dafür sind vor allem der gigantische Rohstoffbedarf Chinas einerseits und die zunehmenden Exporte des Landes nach Europa und Amerika verantwortlich, die die kurzfristig verfügbaren Transportkapazitäten aufsaugen.
Steigende Kosten und schwacher Dollar - höhere Frachtraten
Was die Aktie zumindest kurzfristig unter Druck setzt, das ist vor allem der Ausblick. Denn das Unternehmen, das etwa 100 Containerschiffe besitzt und etwa weitere 300 geleast hat, geht davon aus, den Gewinn im laufenden Jahr auf Grund steigender Kosten und des schwachen Dollars nicht weiter steigern, sondern nur halten zu können.
„Die Prognosen sind sehr konservativ,“ kommentierte Fondsmanager Morten Rask Nymark von Copenhagens LD Pension aber gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg die Einschätzung des Unternehmens. „Vor allem dann, wenn man die jüngsten Steigerungen der Frachtraten berücksichtigt und auf das laufende Jahr hochrechnet,“ ergänzte er. Weitere Fondsmanager stimmen dieser Einschätzung zu.
Das Unternehmen setzt sich zusammen aus der Maersk Sealand Container Linie, einer Supermarktkette, einer Fluglinie und einer Ölförderungsgesellschaft. Der Umsatz des Containergeschäfts ist im vergangenen Jahr um 9,2 Prozent auf 90,2 Milliarden Kronen gestiegen, der Gewinn ist von 419 Millionen auf 3,9 Milliarden Kronen geradezu explodiert. Allerdings stehen den steigenden Frachtraten höhere Kosten für die geleasten Schiffe und Treibstoff gegenüber. Im Unterschied zu asiatischen Wettbewerbern schneidet auch der schwache Dollar ins Fleisch. Insgesamt sehen die ersten Monate der Containerlinie jedoch sehr gut aus und auch das Jahresergebnis dürfte über dem des vergangenen Jahres liegen, so das Unternehmen.
Aktie nicht teuer - aber im Seitwärtstrend
Allerdings ist der Umsatz der Tanker- und Serviceschiffe gleichzeitig gefallen und trübt die Bilanz der Schiffahrt etwas. Zusätzlich hat die dänische Regierung die Steuern auf Öleinnahmen erhöht, was den Ausblick auf das laufende Jahr auch nicht verbessern dürfte. Auf der anderen Seite haben die Beteiligungen an anderen Unternehmen - unter anderem 15 Prozent an der Danske Bank - im vergangenen Jahr 15 Prozent an Wert gewonnen.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 auf Basis des abgelieferten Gewinns und von elf auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Jahr scheint die Bewertung des Aktie akzeptabel zu sein. Der Chart zeigt allerdings gewisse Ermüdungserscheinungen, denn das Papier befindet sich in einer Seitwärtsbewegung. Größeres Potential dürfte das Papier erst dann haben, wenn es zusammen mit positiven Nachrichten die Marke von 50.500 Kronen überwinden sollte. Wird dagegen die Unterstützung bei 40.000 Kronen durchbrochen, könnte es gefährlich werden. Insgesamt dürfte das Papier nur noch bedingt geeignet sein, um auf den Boom der Seefrachtraten zu spekulieren. Mittelfristig werden sehr wahrscheinlich die Transportkapazitäten zunehmen und die Preise eher wieder unter Druck setzen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |