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Kapitalmärkte Optimismus auf dem Übernahmemarkt

17.12.2009 ·  Die Banken gehen davon aus, dass sich die Bedingungen auf dem Markt für Fusionen und Übernahmen im kommenden Jahr bessern. Die Finanz- und Wirtschaftskrise wird ihrer Ansicht nach weiter abklingen. So werden Transaktionen erleichtert.

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Die Banken gehen davon aus, dass sich die Bedingungen auf dem Markt für Fusionen und Übernahmen im kommenden Jahr bessern. Die Finanz- und Wirtschaftskrise wird ihrer Ansicht nach weiter abklingen und damit sowohl höhere Unternehmensgewinne ermöglichen als auch Finanzierungen erleichtern.

Gerade im ersten Halbjahr 2010 seien die Aussichten gut, sagt Kai Tschöke, der für Morgan Stanley das Geschäft mit Übernahmen in Deutschland leitet. Mit dem Aufschwung der Wirtschaft werde es für große Unternehmen leichter, kleinere Konkurrenten ganz oder teilweise zu übernehmen und damit ihr eigenes Geschäftsmodell zu ergänzen. Besonders in der Pharmabranche erwartet er im kommenden Jahr Übernahmen. Auch die von der Krise besonders belastete Bankenbranche werde Zusammenschlüsse anstreben.

Volumen der angekündigten Übernahmen ist geschrumpft

Dieses Jahr ist das Volumen der angekündigten Übernahmen in Deutschland nach Angaben des Finanzdatenanbieters Thomson Reuters jedoch geschrumpft - auf knapp 80 Milliarden Dollar. Das sind rund 20 Prozent weniger als 2008 und das niedrigste Niveau seit fünf Jahren. Die größte Einzeltransaktion war die begonnene Übernahme von Porsche durch Volkswagen.

"Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen hat stark unter der Finanzkrise gelitten", sagt Leon Saunders Calvert, der für Thomson Reuters die Daten auf der ganzen Welt ermittelt und verantwortet. Grund für das gesunkene Übernahme-Volumen sei vor allem die Schwierigkeit gewesen, nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 große Kredite zu organisieren, die für viele Übernahmevorhaben unentbehrlich sind. "Kredite waren zu diesem Zweck zu Beginn des Jahres nahezu nicht erhältlich."

Auf dem Markt für Fusionen und Übernahmen erwirtschaften die international tätigen Banken einen großen Teil ihrer Erträge. Sie beraten, organisieren und finanzieren Fusionen und Übernahmen. In Deutschland brachte ihnen das in diesem Jahr nach Angaben von Thomson Reuters Einnahmen von 1,4 Milliarden Dollar, verglichen mit 2,3 Milliarden Dollar im Jahr 2008. Auf Provisions-Einnahmen aus dem diesjährigen Geschäft in Höhe von 147 Millionen Dollar kommt die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs, gefolgt von der Deutschen Bank, die 111 Millionen Dollar erlöst haben soll. Die Zahlen beziehen sich auf in diesem Jahr bereits vollzogene Transaktionen.

Optimistische Hoffnungen auf weitere Übernahmen

Legt man hingegen das gesamte Übernahme-Volumen zugrunde und bezieht alle angekündigten und abgeschlossenen Tranksaktionen ein, an denen ein deutsches Unternehmen beteiligt ist, dann liegt die amerikanische Bank Morgan Stanley an der Spitze. 27 Transaktionen mit einem Gesamtwert von 60 Milliarden Dollar konnte sie für sich gewinnen. Knapp dahinter liegen Goldman Sachs und die Schweizer Großbank UBS. Die Deutsche Bank, die im vergangenen Jahr auf ihrem Heimatmarkt in dieser Kategorie den ersten Platz belegte, rutsche auf den vierten Rang ab. Vom fünfzehnten auf den siebten Platz vorgerückt in der Liste ist die Bank Lazard.

Kai Tschöke von Morgan Stanley macht für das im Vergleich gute Abschneiden seines Arbeitgebers dessen breite Aufstellung verantwortlich. "Wir waren auf allen Feldern und vor allem auch im Restrukturierungsbereich gut vertreten." Im Verlauf dieses Jahres kämpften viele Unternehmen mit den Folgen der Finanzkrise. Manches holte sich Rat und Hilfe der Investmentbanker, um die Krisenschäden zu reparieren. Morgan Stanley hat unter anderem auch an der Übernahme von Porsche durch Volkswagen verdient.

Dass sogar riesige Übernahmevorhaben wieder denkbar sind, hat unlängst der amerikanische Ölkonzern Exxon Mobile gezeigt, der ankündigte, den Konkurrenten XTO Energy für mehr als 40 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Die Deutsche Bank und UBS rechnen mit einer steigenden Zahl von Übernahmen und Fusionen im kommenden Jahr. Das weckt die Hoffnung vieler Aktieninvestoren. Denn allein die Hoffnung auf bevorstehende Übernahmeangebote kann die Aktienkurse ganzer Branchen in die Höhe treiben.

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