Nach massiven Kursgewinnen im Jahr 2000 und noch deutlicheren Kursverlusten in den Jahren 2001 bis 2003 konnte die Aktie des französischen Unternehmens Radiall einen mittelfristigen Aufwärtstrend etablieren und ausgehend von einem Zwischentief bei 26,05 Euro im März des Jahres 2003 inzwischen 257 Prozent auf zuletzt 93,05 Euro zulegen.
Diese Entwicklung läßt sich fundamental ableiten. Denn nach einer Umsatz- und Ertragskrise mit zum Teil massiven Verlusten in den Jahren 2001 bis 2003 befindet sich das Unternehmen wieder auf einem profitablen Wachstumskurs. Konnten im vergangenen Geschäftsjahr die Erlöse im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 4,75 Prozent auf 178,1 Millionen Euro und er Gewinn je Aktie um satte 130 Prozent auf 4,75 Euro verbessert werden, so scheint sich diese Entwicklung im laufenden Jahr fortzusetzen.
Deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum
In den ersten sechs Monaten konnte der Umsatz um etwas mehr als 26 Prozent auf 106,2 Millionen Euro gesteigert werden, der operative Gewinn legte um 109,3 Prozent auf knapp neun Millionen Euro zu und der Nettogewinn um 75,67 Prozent auf 6,5 Millionen Euro oder auf 2,93 Euro je Aktie.
Das organische Wachstum betrug nach Unternehmensangaben 18,4 Prozent, besonders positiv war die Verbesserung der operativen Marge von 5,1 auf 8,4 Prozent. Diese solle zusammen mit der anhaltend positiven operativen Entwicklung auch in der zweiten Jahreshälfte zu einem ertragreichen Wachstum führen. Der Gewinn des Gesamtjahres werde deutlich über dem des Vorjahres liegen, ließ das Unternehmen bei der Vorlage der Halbjahreszahlen verlauten. Im dritten Quartal wurde diese Prognose durch ein Umsatzplus von 19,3 Prozent auf 55,1 Millionen Euro bestätigt.
Das Umsatzwachstum in den ersten neun Monaten lag bei 23,7 Prozent auf 161,3 Millionen Euro. Im Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 212 Millionen Euro. Radiall entwickelt und produziert eketronische Komponenten für Kommunikationslösungen - Koaxial- und fiberoptische Kabelverbinder, Antennen, Telematik, et cetera - in der Automobil-, Telekommunikations-, Rüstungs- und in der Luftfahrtindustrie.
Aktie vernünftig bewertet
Das Unternehmen konzentriert sich zunehmend auf seine profitablen Kernkompetenzen und trennt sich zunehmend vom Rest. In diesem Rahmen sind in den vergangenen Wochen die Bereiche „kabellose Antennen“ und „gefilterte Verbinder“ verkauft worden. Auf der anderen Seite bringt es regelmäßig neue Produkte auf den Markt, die bei Kunden wie etwa Airbus Anklang finden.
Auf Basis der operativen Entwicklung, der Charts und nicht zuletzt auch der Bewertung - die Kurs-Gewinnverhältnisse für das laufende und das kommende Geschäftsjahr liegen unter Berücksichtigung der Gewinnschätzungen bei 14,9 und 13 - dürfte die Aktie in einem anhaltend positiven Umfeld noch eine gewisse Kursphantasie bieten.