02.04.2007 · Mit Kursverlusten reagierte am Montag Japans Aktienmarkt auf den jüngsten Tankan-Bericht. Dabei ist die Stimmung in den Unternehmen nach wie vor relativ gut und die Unternehmen wollen stärker investieren, als allgemein erwartet wurde.
Mit einem Kursverlust von 1,5 Prozent auf 17.028,41 Punkte reagierte am Montag die japanische Börse auf den so genannten Tankan-Bericht, der die wirtschaftliche Lage des Landes anhand der Stimmung bei den Unternehmen des Landes wiedergibt.
Dabei scheint die Lage gar nicht so schlecht zu sein. Denn zumindest die großen Unternehmen des Landes blicken optimistisch in die Zukunft und wollen ihre Investitionsausgaben mit einem Plus von 2,9 Prozent stärker ausweiten als Experten bisher erwartet hatten.
Geschäftsklima: Konsolidierung auf hohem Niveau
Auf der anderen Seite hat sich das Geschäftsklima erstmals seit einem Jahr etwas eingetrübt. Denn einige Firmen machen sich zunehmend Sorgen über eine Abschwächung der amerikanische Konjunktur. Der Diffusionsindex für die Stimmung von Großunternehmen des Verarbeitenden Gewerbes sank im ersten Quartal etwas deutlicher als erwartet auf 23 von 25 Punkten im Dezember. Damit überwiegt jedoch auch weiter deutlich die Zahl der Optimisten die der Pessimisten.
Volkswirte werteten den Rückgang des Barometers deshalb nicht als Warnzeichen, sondern eher als Normalisierung nach einer zuvor starken Stimmungsverbesserung in den vergangenen Quartalen. Die Wirtschaft befinde sich insgesamt in einem guten Zustand. Zur leichten Verunsicherung könnten auch die Turbulenzen an den globalen Aktienmärkten Ende Februar beigetragen haben, hieß es.
Der gedämpfte Optimismus weckte so kaum Zweifel an einer Fortsetzung des moderaten Aufschwungs in Japan. Trotz der Eintrübung des Geschäftsklimas gehen die Finanzmärkte weiter davon aus, dass die Bank von Japan die Straffung ihrer Geldpolitik fortsetzen wird. Die meisten Händler rechnen mit der nächsten Zinserhöhung nach den Oberhauswahlen im Juli. Diese Erwartung dürfte kaum verwundern. Denn auf der einen Seite scheinen die Produktionskapazitäten weitgehend ausgelastet zu sein und am japanischen Arbeitsmarkt deutet sich sogar eine ausgeprägte Knappheit an.
Diese wiederum dürfte zu steigenden Löhnen, damit zur möglichen Initiierung einer Lohn-Preisspirale und indirekt zu einem robusten Binnenkonsum führen. Aus diesem Grund könnte nicht nur die Sorge über einen Rückfall in deflationäre Zustände, die gegenwärtig vor allem von Basispreiseffekten im Energie- und Rohstoffbereich genährt werden, bald ad acta gelegt werden. Sondern gleichzeitig mag der Gedanke an Reiz gewinnen, dass höhere Zinsen bei ersparnisreichen Konsumenten zu höheren Einnahmen führen werden. In diesem Sinne haben steigende Zinsen in Japan ihre eigenen Reize.
„Investitionspläne werden im Laufe des Jahres vermutlich nach oben revidiert“
Insgesamt bleiben japanische Unternehmen bei ihrem Ausblick am Anfang eines Jahres vorsichtig und revidieren ihre Erwartungen erst im Laufe der Zeit nach oben oder auch nach unten.“Die Investitionspläne werden im Laufe des Jahres vermutlich nach oben revidiert, was die Bank of Japan dazu anregen könnte, etwa im September die Zinsen zu erhöhen“, erklärte Takuji Aida, Japan-Chefökonom bei Barclays Capital der Nachrichtenagentur Dow Jones. Zudem zeige der Tankan-Bericht, dass es bereits im Kürze zu merklichen Lohnsteigerungen können dürfte.
Außerdem erwarten die japanischen Unternehmen, dass der Dollar gegenüber dem Yen in diesem Fiskaljahr auf einen durchschnittlichen Wechselkurs von 114,32 Yen fallen wird. Derzeit notiert der Dollar bei etwa 117,81 Yen. Eine Yen-Aufwertung wäre ein Problem für die japanischen Exporteure, aber die binnenwirtschaftlichen Faktoren wie etwa die Konsumausgaben sollten robust bleiben, sodass der Yen-Anstieg nur einen begrenzten Effekt auf die Gesamtwirtschaft haben dürfte, sagte Tomoyuki Ohta, Volkswirt beim Mizuho Research Institute ebenfalls zu Dow Jones. Er dürfte damit richtig liegen. Denn die japanische Exportindustrie erwirtschaftet gerade einmal 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes des Landes.
Insgesamt scheint damit die wirtschaftliche Lage in Japan nicht zu schlecht zu sein. Was den Aktienmarkt anbelangt gibt es allerdings zwei kritische Punkte. Erstens zählen dazu die möglichen Folgen, die sich in Japan und Gesamtasien im Rahmen einer deutlicheren konjunkturellen Abschwächung in den Vereinigten Staaten zeigen sollten. Zweitens richtet sich der Blick auf die Bewertung der japanischen Unternehmen. Günstig sind sie im Moment nicht. Das wären sie nur, wenn sie ihre Gewinne weiterhin deutlich steigern könnten.
Dabei richtet sich der Blick kurzfristig auf die Stahlbrache. Denn in diesem Bereich ist das Vertrauen der Unternehmen in die weitere Zukunft deutlich zurückgegangen. Zusammen mit Zinserhöhungen in Japan hat das am Montag dazu geführt, dass die Börse ins Minus rutschte. Zu den größten Kursverlierern im Nikkei gehörten die Werte von JFE Holdings, Sumitomo Metal Mining, Japan Steel Works und der Mitsui Mining & Smelting Company. Das durchschnittliche Kurs-Gewinnverhältnis der Nikkei-Werte auf Basis der Gewinnschätzungen liegt bei 22,1 und das des Topix bei 21,6. Günstig sind die Papiere nur im historischen Quervergleich. Es fragt sich nur, ob das der richtige Maßstab ist. Die sorgfältige Auswahl von Einzelwerten dürfte ratsam sein. Manche Profis setzen auf Immobilienwerte, da in diesem Bereich die Preise steigen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |