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Japan Rußpartikelfilter treiben die Ibiden-Aktie

20.05.2005 ·  Kontinuierlich nach oben entwickelt sich der Kurs der Aktie des japanischen Elektronikkonzerns Ibiden Co. Das geschäft mit Rußpartikelfiltern hat den Kurs der Aktie seit August 2004 um rund 90 Prozent nach oben getrieben.

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Über kontinuierliche Kursgewinne können sich die Aktionäre des japanischen Elektronikkonzerns Ibiden Co. seit August 2004 freuen. Rund 90 Prozent hat der Kurs der Aktie seitdem zugelegt.

Basis des Aufschwungs sind immer wieder erfreuliche Unternehmensergebnisse. So kann das Jahr 2004 als sehr erfolgreich betrachtet werden. Mit einem Erlösanstieg um 14,2 Prozent auf rund 152 Milliarden Yen (ca. 1,1 Milliarden Euro) erfüllte das Unternehmen seine Prognosen, die es im April um fünf Prozent nach oben heraufgesetzt hatte, punktgenau.

Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 96 Prozent auf 3,7 Milliarden Yen (27,1 Millionen Euro), der Betriebsgewinn um 55,5 Prozent auf 9,6 Milliarden Yen (70,3 Millionen Euro). Für das kommende Geschäftsjahr wird ein Umsatzanstieg von 8,4 Prozent und ein Plus beim Nettogewinn von 23 Prozent prognostiziert.

Rußpartikelfilter machen die Musik

Den Löwenanteil der Umsätze (81,5 Prozent im ersten Quartal 2005) macht die Ibiden Co. mit der Herstellung von gedruckten Schaltkreisen, die in Mobiltelefonen, Computern, Automobilen und der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden. Eine eher unbedeutende Rolle (2,4 Prozent der Umsätze im ersten Quartal 2005) spielt die Baustoff-Sparte, die vor allem Laminate herstellt.

Die Kursphantasie bringt dagegen die Kreamiksparte, in der im ersten Quartal 16,1 Prozent der Umsätze erwirtschaftet wurden. Hier stellt das Unternehmen Bauteile für elektronische Haushaltsgeräte, die Halbleiterbranche und Automobile her. Gerade in der letzten Verwendungsart verzeichnet das Unternehmen derzeit einen immensen Nachfragezuwachs aus Europa. Denn Ibiden hat nach eigenem Bekunden als erste Unternehmen1999 den Rußpartikelfilter in Dieselkraftfahrzeugen eingesetzt.

Zum Januar 2005 sind in der Europäischen Union (EU) mit der europäischen Emissionsstufe EU4 (EURO-4-Norm) strengere Abgasgrenzwerte in Kraft getreten. Ab 2006 dürfen keine Neuwagen mehr verkauft werden, die diese Norm nicht erfüllen. Zu diesem Zweck aber ist der Einbau von Rußpartikelfiltern zumindest in Nutzfahrzeugen und großen Pkws zwingend notwendig.

Die Nachfrage nach Dieselkraftfahrzeugen ist obendrein in Europa stark gestiegen. Im vergangenen Jahr war bereits jedes zweite verkaufte Auto ein Diesel - doppelt soviel wie noch zuletzt 1998.

Aktie im ungebrochenen Aufwärtstrend

Die Ibiden Co. hat darum im Juni 2004 in Ungarn ein zweites Werk zur Herstellung von Partikelfiltern auf europäischem Boden eröffnet. Nach dem Bericht der größten japanischen Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai Shibun“ (besser bekannt als Nikkei) will Ibiden die Kapzität des ungarischen Werks bis Ende 2006 verdoppeln und in den japanischen Werken drei neue Produktionslinien für den zukünftigen Export von Partikelfiltern in die Vereinigten Staaten einrichten. Insgesamt soll die Kapazität auf diese Weise auf jährlich drei Millionen Stück vervierfacht werden.

Diese Aussichten auf einen erheblichen Anstieg der Umsätze und der Profitablität haben den Kurs der Aktie zuletzt auf ein neues Allzeithoch bei 2.675 Yen gehievt. Dadurch ist die Aktie derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das kommende Geschäftsjahr von rund 35 nicht mehr billig. Doch wenn sich das Geschäft mit Rußpartikelfiltern tatsächlich so sprunghaft entwickeln sollte, dann wird sich die hohe Bewertung rechtfertigen. Auch die Analysten sind für den Wert sehr optimistisch: Acht von neun raten aktuell zum Kauf.

Charttechnisch zeigt der Weg jedenfalls eindeutig nach oben. Der Aufwärtstrend setzte bereits im Frühjahr 2003 ein. Nach einer längere Konsolidierungsphase hat der derzeitige beschleunigte Aufwärtstrend nunmehr seit zehn Monaten Bestand. Sollten die Ibiden Co. nicht unvermutet negative Überraschungen präsentieren, sollte dieser auch weiterhin anhalten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @hma
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