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Montag, 13. Februar 2012
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Jahresbilanz Anleger feiern Gewinne auf fast allen Märkten

31.12.2009 ·  In diesem Jahr musste schon viel Pech zusammenkommen, um als Anleger kein Geld zu verdienen. Egal, ob Edelmetalle, Aktien oder Rohstoffe, meist ging es im Jahresvergleich aufwärts. Nur Anleihen mit langer Laufzeit bereiten Kummer. Was aus 100 000 Euro geworden ist.

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Wenn so ein typisches Krisenjahr aussieht, dann dürfte die Finanzkrise aus Sicht von Anlegern noch etwas länger dauern. Trotz einer Rezession, wie sie es seit Generationen nicht mehr gegeben hat, stehen für die meisten Kapitalmärkte unter dem Strich kräftige Wertzuwächse. Mit europäischen Aktien ließen sich bei einem Einsatz von 100 000 Euro im Durchschnitt mehr als 20 000 Euro verdienen.

Das gilt allerdings nur für Anleger, die mit starken Nerven auch die Kursverluste des ersten Quartals aushielten und ihre Aktien nicht verkauften. Denn bis März deutete wenig darauf hin, dass die Aktienmärkte das Jahr 2009 mit einem Gewinn beenden würden. Bis März verlor der Dax gut 25 Prozent auf knapp 3600 Punkte. Das Jahr beschließt er nun jedoch mit 5957 Punkten 24 Prozent im Plus. Die Wirtschaft ist weniger stark als befürchtet in Mitleidenschaft gezogen worden und erholt sich bislang rascher als erwartet.

Besonders ertragreich in Brasilien

Anders als in früheren Jahren spielten Wechselkursschwankungen für das Anlageergebnis keine große Rolle. Der Euro wertete zu Dollar und Yen nur leicht auf und blieb in der Relation zum Franken stabil. Eine Ausnahme ist nur das im Jahresvergleich feste britische Pfund. Britische Aktien ermöglichten in diesem Jahr einen Ertrag von rund 22 Prozent in Pfund gerechnet. Wer verkauft und in Euro tauscht, freut sich heute über zusätzliche 7 Prozent. Noch ertragreicher war die Geldanlage in Brasilien, wo Aktieninvestoren einen Einsatz von 100 000 Euro auf 234 000 Euro mehr als verdoppeln konnten, dank der Kursgewinne und der kräftigen Aufwertung des Real. Kursverluste gab es dagegen nur selten. Meist an Börsen, an denen hiesige Anleger ohnehin nicht oder nur selten vertreten sind. Das gilt zum Beispiel für Nigeria, wo die Kurse um mehr als 40 Prozent fielen.

Auch auf den Rohstoffmärkten überwiegen die Wertzuwächse. Mit Zertifikaten hat auch mancher Privatanleger von den steigenden Preisen für Rohöl und Industriemetalle profitiert. Allerdings dürften die Gewinne wegen der Nebenkosten der Anlageprodukte und wegen Rollverlusten bei der regelmäßigen Umschichtung der Terminkontrakte deutlich hinter dem Preisanstieg für die Rohstoffe zurückbleiben. Das gilt nicht für die Direktanlage in Gold und Silber. Gold verteuerte sich um knapp 28 Prozent, und in diesem Jahr wird der Ertrag durch die geringe Aufwertung des Euro kaum beeinträchtigt. Wer zu Jahresbeginn 100 000 Euro in gut 139 000 Dollar getauscht und dafür rund 160 Feinunzen gekauft hat, kann heute seinen Goldschatz für knapp 180 000 Dollar verkaufen und erhält beim Umtausch rund 124 000 Euro ausgezahlt. Noch erfreulicher verläuft die Rechnung für die Anlage in Silber, das sich in diesem Jahr um fast 60 Prozent auf 17,40 Dollar je Feinunze verteuert hat. Für den Euro-Anleger führt das - lässt man Transaktionskosten außer Acht - zu einem Gewinn von rund 54.000 Euro.

Gewinne auch auf Anleihemärkten

Selbst auf den Anleihemärkten ließ sich in diesem Jahr viel Geld verdienen. Allerdings kam es dabei noch mehr als sonst auf die Auswahl des Marktes und der Laufzeit an. So sind in Amerika die langfristigen Zinsen kräftig gestiegen, so dass sich für Staatsanleihen der Vereinigten Staaten ein Vermögensverlust von rund 13.000 Euro ergibt. Auch langlaufende Bundesanleihen verloren so stark an Wert, dass die Kursverluste größer als die Zinseinnahmen waren. Unter dem Strich steht ein Minus von rund 1,6 Prozent oder 1600 Euro. Wer sein Geld dagegen in Anleihen mit kürzerer Laufzeit investierte, hatte mehr Erfolg. Bundesanleihen mit zwei Jahren Laufzeit warfen einen Ertrag von rund 3000 Euro ab.

Trotz der Sorge um die Solidität der finanzschwächeren Euro-Mitglieder haben sich deren Anleihen im Jahresvergleich recht gut entwickelt. Die Risikozinsaufschläge haben sich für die meisten Länder verringert, wodurch zum Beispiel mit langlaufenden italienischen Staatsanleihen ein Ertrag von gut 10 000 Euro möglich war. Lange Zeit sah es für griechische Gläubiger ähnlich gut aus. Doch in den vergangenen zwei Monaten haben sich die Sorgen um Griechenlands Finanzen wieder verstärkt, so dass hier nur ein kleiner Ertrag von je nach Laufzeit 3000 bis 5000 Euro übrig bleibt.

Ganz ohne Sorge vor Verlusten ließ sich mit Festgeldkonten deutscher Banken Geld verdienen. Durchschnittliche Festgeldangebote, die zu Jahresbeginn mit einer Laufzeit von zwölf Monaten abgeschlossen wurden, führten zu Zinsen von etwa 3800 Euro. Mit den besten Angeboten springen auch mehr als 5000 Euro heraus. Wegen der rasch gesunkenen Zinsen fallen die Einnahmen aus Tagesgeldkonten dagegen meist deutlich geringer aus. Der Durchschnitt dürfte bei etwa 2000 Euro liegen, wobei auch hier die Spanne zwischen den einzelnen Angeboten groß ist.

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