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Veröffentlicht: 22.12.2016, 08:20 Uhr

Italienische Krisenbank Börse verliert Glauben an Monte dei Paschi

Italiens drittgrößte Bank hat nur noch für wenige Monate flüssige Mittel. Der Aktienkurs bricht ein. Die Parlamente in Rom stimmen schon einmal der Staatshilfe zu.

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© dpa Die drittgrößte italienische Bank Monte dei Paschi hat nur noch für vier Monate flüssige Mittel. Auf die Nachricht reagierten die Anleger panisch.

Der Zustand der drittgrößten italienischen Bank Monte dei Paschi wird immer bedrohlicher. Ihre Liquidität von 10,6 Milliarden Euro (Stand: 16. Dezember) sei nur noch für vier Monate ausreichend, teilte die älteste Bank der Welt am Mittwoch in Siena mit. Bislang hatte es geheißen, Monte dei Paschi habe genügend flüssiges Geld, um den Bankbetrieb elf Monate lang aufrechtzuerhalten. Anleger reagierten auf diese Nachricht am Mittwoch mit panikartigen Verkäufen.

Hanno Mußler Folgen:

Der Aktienkurs von Monte dei Paschi rutschte an der Mailänder Börse zunächst um 18 Prozent. Erstmals seit dem Börsengang im Jahr 1999 kostete die Aktie weniger als 16 Euro. Dann wurde der Aktienhandel in Mailand mit dieser Aktie gegen 11 Uhr vorübergehend eingestellt. Wenig später stimmte eine Mehrheit in beiden Parlamentskammern in Rom dafür, 20 Milliarden Euro an Staatshilfen für kriselnde Banken bereitzustellen.

Schlechtestes Ergebnis beim Stresstest

Daraufhin stieg der Aktienkurs Monte dei Paschis sprunghaft an. Am Nachmittag schwankte er heftig zwischen 16,50 und 18,50 Euro. Am Ende schloss die Aktie bei 16,90 Euro  Damit ist die 25.000 Mitarbeiter beschäftigende Bank an der Börse nur noch 500 Millionen Euro wert. Zum Vergleich: Die bei Anlegern auch nicht gerade besonders beliebte Deutsche Bank bringt es auf 25, die Commerzbank auf 10 Milliarden Euro Börsenwert.

Infografik / Aktienkurse italienischer Banken © F.A.Z. Vergrößern

Monte dei Paschi hatte beim Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht 2014 und 2016 unter rund 130 Banken am schlechtesten abgeschnitten. Mit Veröffentlichung der jüngsten Tests der Aufsicht über die Widerstandsfähigkeit europäischer Banken im Juli dieses Jahres hatte der Vorstand ein Rettungspaket bekanntgegeben. Es sieht unter anderem eine Eigenkapitalerhöhung um 5 Milliarden Euro vor. Denn die Europäische Bankenaufsicht drängt die Bank, ihre 27 Milliarden Euro an ausfallgefährdeten Krediten loszuwerden. Falls Monte dei Paschi (MPS) diese Kredite, wie gewünscht, verkauft, müsste die Bank vermutlich mehr Verluste hinnehmen als die 10 Milliarden Euro, mit denen sie schon für diesen Fall vorgesorgt hat.

BCA MONTE D.PASCHI

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Deshalb braucht die Bank mehr Eigenkapital, das zur Verlustabdeckung herangezogen werden kann. Doch die Kapitalerhöhung lässt seit Sommer auf sich warten. Anfang Dezember stellte Monte dei Paschi den Antrag, die Frist für die Kapitalerhöhung bis 20. Januar zu verlängern. Dies lehnte die EU-Kommission ab. Die Kapitalerhöhung müsse bis Ende des Jahres vollzogen sein.

Jetzt noch vor Weihnachten neue Investoren zu gewinnen erweist sich indes als mühsam. Mit einem Anleihen-Tauschprogramm hatte die Bank bis Dienstag rund 500 Millionen Euro eingenommen. Italienische Medien schätzten am Mittwoch, dass in den nächsten Tagen höchstens insgesamt 1 Milliarde Euro durch den Anleihetausch zustande kommen.

© reuters Im November warnte Italiens Krisen-Bank vor Milliardenrisiken

Staatliche Hilfen stehen bereit

Damit braucht MPS weitere 4 Milliarden Euro. Es gilt als höchst fraglich, dass diese Gelder durch den Verkauf neuer Aktien an private Investoren zusammenkommen. Monte dei Paschi setzt dem Vernehmen nach auf 1 Milliarde Euro allein vom Staatsfonds von Qatar, der sich auch bei der Deutschen Bank und der Credit Suisse engagiert hat. Allerdings gilt als unsicher, ob sich Qatar zu einer solchen Investition durchringen könnte. Deshalb hat die italienische Regierung 20 Milliarden Euro an Staatshilfen bereit gestellt.

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