21.01.2009 · IBM verbuchte im Jahr 2008 eine robuste Umsatz-, Gewinn- und Cashflow-Entwicklung. Die Aktie blieb in den vergangenen Monaten nicht von Kursverlusten verschont, verlor aber weniger als der Markt. Sie sieht zumindest optisch günstig aus.
Krise hin, Krise her. IBM, der amerikanische Dienstleister im Bereich der Informationstechnologie, entwickelt sich robust. Das Unternehmen konnte im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz währungsbereinigt um fünf Prozent auf 103,6 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn der fortgeführten Unternehmenseinheiten legte um 18 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar zu, der Gewinn je Aktie konnte auf verwässerter Basis sogar um 24,4 Prozent auf 8,93 Dollar erhöht werden. Der freie Cashflow stieg um 15,3 Prozent auf 14,3 Milliarden Dollar.
Robuste Umsatz-, Gewinn- und Cashflow-Entwicklung im Gesamtjahr
Im vierten Quartal ging der Umsatz zwar im Vergleich zur Vorjahresperiode um sechs Prozent auf 27 Milliarden Dollar zurück. Dagegen konnte der Gewinn bei einer um drei Prozentpunkte auf 47,9 Prozent verbesserten Bruttomarge um 12 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar gesteigert werden. Die Liquidität lag Ende des vergangenen Jahres bei 12,9 Milliarden Dollar oder bei 9,62 Dollar je Aktie.
Das Unternehmen blickt angesichts der globalen Wirtschaftskrise erstaunlich optimistisch in die Zukunft und „liefert damit einen seltenen Lichtblick in der Technologiebranche, in der zuletzt Gewinnwarnungen und Entlassungen an der Tagesordnung waren“ - wie es am Mittwoch so schön heißt.
Tatsächlich geht IBM davon aus, den Gewinn je Aktie trotz alle Widrigkeiten auf mindestens 9,20 Dollar je Aktie steigern zu können. Das entspräche immerhin einem Zuwachs um drei Prozent. Das Unternehmen profitiert nach eigenen Angaben von der Strategie, den Schwerpunkt weg vom klassischen Hardwaregeschäft hin auf das Software- und Servicegeschäft zu legen. So kletterten die Softwareumsätze in den drei letzen Monaten des vergangenen Jahres um drei Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar, während die Erlöse im Hardware-Geschäft um 20 Prozent auf 5,4 Prozent einbrachen.
IBM generiere mittlerweile 80 Prozent der Gewinne aus dem Software- und Service-Geschäft, erklärte Finanzchef Mark Loughridge. IBM profitiere dabei von der Nachfrage nach Outsourcing-Services, besonders in Nordamerika. Im vergangenen Jahr konnten im Dienstleistungsbereich 24 Verträge mit einem Gesamtwert von mehr als 100 Millionen Dollar unterzeichnet werden. Die Ousourcing-Kontrakte hätten weltweit um 20 und in den Vereinigten Staaten sogar um 40 Prozent zugenommen. Das Geschäft mit Hardware, in dem das Unternehmen sich seinen Namen gemacht hat, so Loughridge, erbringe nur noch weniger als zehn Prozent des Gewinns.
Überraschend optimistischer Ausblick - reizvolle Bewertung
Analysten äußerten sich überrascht über Ausblick und Ergebnis. IBM könne weder die Wirtschaft noch die Umsätze kontrollieren, hieß es. Der Konzern habe aber seine Stärke im Kostenmanagement verdeutlicht. Alleine im vierten Quartal konnten die Ausgaben immerhin um fünf Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar gesenkt werden.
IBM profitiert nicht nur von der zunehmenden Konzentration auf profitable Segmente, sondern auch von seiner internationalen Aufstellung, seinem guten Ruf und der soliden Finanzposition. Beides zusammen dürfte das Unternehmen in die Lage versetzen, sich auch künftig robust entwickeln zu können. Das gilt vor allem auch in einem Umfeld, in dem die Solidität mancher Konkurrenten aufgrund des Satyam-Skandals hinterfragt wird.
IBM erzielte im Jahr 2007 knapp 55 Prozent seiner Erlöse mit Dienstleistungen, 22 Prozent mit Systemen und Technologie und 20 Prozent mit Software. 37 Prozent der Umsätze wurden in den Vereinigten Staaten erzielt, knapp zehn Prozent in Japan und 53 Prozent in der restlichen Welt.
Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von weniger als neun auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und einer Dividendenrendite von 2,4 Prozent sind die Aktien des Unternehmen sehr vernünftig bewertet. Sie haben sich schon in der Vergangenheit besser entwickelt als der breite amerikanische Aktienmarkt. Nachbörsliche Kursgewinne im amerikanischen Handel von vier Prozent und ein Kursgewinn von mehr als zwei Prozent in einem schwachen europäischen Markt deuten darauf hin, dass das auch künftig der Fall sein wird.
Insgesamt bieten die IBM-Aktien den Anleger gewisse Reize. Absicherungsstrategien sind jedoch trotzdem ratsam. Immerhin zeigt der Blick auf die Entwicklung der vergangenen Monate, dass sich auch solide Werte nicht völlig von der negativen Entwicklung an den Börsen abkoppeln können.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |