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Samstag, 18. Februar 2012
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Israel Neue Anleihe erfreut sich reger Nachfrage

12.03.2010 ·  Israel hatte in der abgelaufenen Woche kein Problem, seine neue Staatsanleihe zu plazieren. Vielmehr war das Papier mehrfach überzeichnet. Es lockt ein Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen.

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Eine wahre Flut von Neuemissionen sowohl von Staats- als auch Unternehmensanleihen hat in dieser Woche den Markt überflutet. Mit dabei waren auch Emittenten, die in den vergangenen Jahren weniger aktiv waren, wie Rumänien oder Israel.

Spanien und Portugal brachten neue Anleihen, die Nachfrage hielt sich aber in Grenzen. Rege war diese dagegen für die von den Ratingagenturen mit den Bonitätsnoten „A1/A“ eingestufte israelische Euro-Anleihe mit einer Laufzeit bis zum 18. März 2020 (Isin XS0495946070), dessen Volumen von 1,5 Milliarden mehrfach überzeichnet war.

Zurückzuführen ist das rege Interesse wohl auf den Renditeaufschlag, der sich zum Zeitpunkt der Emission auf 130 Basispunkte gegenüber dem Referenzzins der Banken belief. Seitdem hat sich dieser zwar schon um 13 Basispunkte eingeengt, doch die Rendite von 4,55 Prozent ist noch immer attraktiv. Die Analysten der WGZ Bank stufen die Anleihe als fair gepreist ein und sehen Potential für einen weiteren Rückgang des Aufschlags. Insbesondere zum Zweck der Diversifikation wird das zehnjährige Papier mit einem Kupon von 4,625 Prozent als geeignet für die Depotbeimischung bezeichnet.

Stabiles Ratingprofil

Begründet wird das positive Urteil mit einem weitgehend stabilen fundamentalen Umfeld. Dies zeige sich auch am robusten Ratingprofil. So habe im Zuge der allgemeinen Krise keine der drei großen Ratingagenturen dieses gesenkt oder eine Senkung in Aussicht gestellt. Vielmehr hätten alle drei Institute im Laufe des vergangenen Jahres den stabilen Ausblick auf die Bonitätsbewertung des Landes bestätigt.

Israel habe sich vor dem Hintergrund der Krise als widerstandsfähig erwiesen. Als eines der wenigen Schwellenländer sei es 2009 gewachsen. Im vierten Quartal des Vorjahres betrug die Rate sogar schon wieder 4,9 Prozent. Im Gesamtjahr betrug der Zuwachs immerhin 0,7 Prozent. Auch die Aussichten für das laufende Jahr sind positiv. Angesichts einer erwarteten Erholung der größten Exportmärkte Amerika und Europa sowie einer wieder steigenden Investitionstätigkeit wird 2010 mit einem Wachstum von mehr als 3 Prozent gerechnet.

Vor diesem Hintergrund erscheint es nachvollziehbar, warum die israelische Notenbank als erste der Weltweit Mitte des vergangenen Jahres die Zinsen zu erhöhen. Inzwischen wurden diese von einem Rekordtief bei 0,5 Prozent wieder auf 1,25 Prozent angehoben, nachdem der Satz ursprünglich um 3,75 Prozentpunkte verringert worden war.

Staatsverschuldung nimmt auch in Israel wieder zu

Die Inflationsrate lag im Januar mit 3,8 Prozent zwar oberhalb des Zielkorridors der Zentralbank von 1 bis 3 Prozent. Auf Gesamtjahressicht sieht die Zentralbank die Teuerungsrate aber mit 2,4 Prozent wieder innerhalb der angestrebten Spanne.

Verschlechtert haben sich zuletzt auch der Haushaltssaldo sowie die Staatsverschuldung. Aber mit 5,2 Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist das Defizit immerhin geringer ausgefallen als die ursprünglich erwarteten 6 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet der Internationale Währungsfonds nun ein Defizit von weniger als 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Staatsverschuldung ist derzeit wieder auf knapp 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen, nachdem sie sich einmal von knapp 100 Prozent im Jahr 2004 auf 77 Prozent reduziert hatte. Die Analysten der WGZ Bank betonen, dass dies im Vergleich zum Anstieg de Verschuldung anderer Länder noch als respektabel zu bezeichnen sei. In den kommenden Jahren wird mit einer Fortsetzung des zuvor erfolgreichen eingeschlagenen Stabilisierungskurses gerechnet, was die WGZ angesichts des weite hohen Niveaus der Staatsverschuldung allerdings als angebracht bezeichnet.

Schwieriges außenpolitisches Umfeld ein kritischer Faktor

Positiv gestaltet sich mit einem Überschuss von zuletzt knapp 4 Prozent die Leistungsbilanz. 2010 wird mit einem Plus von 2 Prozent gerechnet. Ein weiterer Pluspunkt sind die seit Anfang 2009 um knapp 19 Milliarden auf 60,7 Milliarden Dollar signifikant gestiegenen Währungsreserven. Das lässt Liquiditätsengpässe unwahrscheinlich erscheinen.

Aufmerksam im Auge behalten müssen Investoren dagegen die politische Entwicklung. Neben dem Palästinenserkonflikt gilt es vor allem auf die Spannungen mit dem Iran wegen dessen Nuklearprogramm zu achten. In diesem Zusammenhang kursieren immer wieder Gerüchte, Israel könnte den Iran mit dem Ziel einer Vernichtung der Atomanlagen angreifen. Nach dem Dafürhalten der WGZ Bank sollten die politischen Unsicherheiten zwar nicht außer Acht gelassen werden. Sie sollten aber insofern nicht so schwer ins Gewicht fallen, als dass es sich um einen Dauerzustand handele und der Markt derartige Gefahren eingepreist habe.

Die neue Anleihe kommt in einer eine Mindeststückelung von 50.000 Euro. Schon in Stückelungen von 1000 Euro gibt es dagegen die bis zum 12. Oktober 2015 laufende israelische Euro-Anleihe zu kaufen. Allerdings liegt die Rendite des Papiers mit einem Kupon von 3,75 Prozent bei nur 3,35 Prozent. Dies ist ein deutlich geringerer Renditeaufschlag zu Bundesanleihen als ihn die neue Anleihe aufweist.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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