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iPhone 5 Analysten lieben Apple-Aktie weiterhin

 ·  Auch nach der Präsentation des neuen iPhone dominieren weiter Aktien-Kaufempfehlungen für Apple. Doch auch Samsung ist begehrt. Das kann man nicht von allen Technologie-Aktien sagen.

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© dapd Das bestverkaufte Produkt aller Zeiten?

Die Elektronikwelt hatte an diesem Mittwoch nur Augen für ein Ereignis: In San Francisco stellte Apple das neue iPhone 5 vor. Nicht alleine für Fans war dies die Präsentation der Höhepunkt des Jahres. Auch Aktionäre verfolgten mit Spannung, wie gut Konzernchef Tim Cook mit dem neuen Smartphone ankommt.

Es geht um viel. Vor Monaten galt das iPhone noch als Selbstläufer. Doch die Konkurrenz hat aufgeholt und teilweise überholt. Vor allem die Hersteller von Telefonen mit Googles Mobilbetriebssystem Android trumpfen auf. Apples schärfster Rivale Samsung verkauft im Quartal inzwischen rund doppelt so viele Smartphones wie Apple. Und technisch stellt das Galaxy-Spitzenmodell aus Korea das iPhone in mancherlei Disziplin in den Schatten.

Analysten sind erfreut

Das vom Börsenwert her weiterhin wertvollste Unternehmen der Welt musste also am Mittwoch gegenhalten, zumal die Anleger Apple  einen großen Vertrauensvorschuss entgegengebracht haben. Mit Kursen um 670 Dollar notiert die Aktie in der Nähe ihres Allzeithochs.

Die Meinungen gehen auseinander, ob dies gelungen ist. Indes wohl mehr zwischen Technik-Fans und Aktien-Analysten. Erstere sind wohl ein wenig enttäuscht, dass das iPhone5 kein Quantensprung, sondern lediglich eine Verbesserung ist.

Carl Howe, Analyste von der Yankee Group geht dagegen davon aus, dass das iPhone 5 das bestverkaufte Verbrauchelektronikprodukt aller Zeiten wird. Shaw Wu, Analyst bei Sterne Agee & Leach gibt sich etwas weniger enthusiastisch. Das neue Mobilfunkgerät sei gut positioniert, um ein Verkaufsschlager zu werden, sagt er.

Die meisten der Neuerungen seien erwartet worden, schreibt Ben Reitzes von Barclays. Aber man erwarte einen erfolgreichen Start und freue sich auf neue Produkte wie das kommende iPad mini and neue Macintosh-Computer. Reitzes erhöhte das Kursziel für die Aktie auf 810 von 750 Dollar und ist damit nicht alleine.

Einzige Ausnahme ist Tavis McCourt von Raymond James. Er geht davon aus, dass der Aktienkurs seinem historischen Muster folgt und nach dem Ankündigungseffekt mit steigenden Kursen auf kurze Sicht erst einmal konsolidiert. Es habe auch nicht Unerwartetes in Hinblick auf die neuen Leistunsgmerkmale des iPhones 5 gegeben, sagt  McCourt.

Auch Samsung gilt als Star

Die überwältigende Mehrheit der Finanzprofis sieht weiter Kurspotential. Von 58 Analysten raten nur zwei zum Verkauf, sechs zum Halten der Aktie und 50 zum Kauf. Auf Jahressicht erwarten die Experten im Durchschnitt einen Anstieg des Kurses auf mehr als 760 Dollar.

Dabei ficht sie auch nicht an, dass Apple nur wenige Stunden nach der Vorstellung des iPhone 5 das Aus für sein Musik-Netzwerk Ping verkündete. Das kalifornische Unternehmen hatte Ping vor zwei Jahren gestartet, um auf den Zug der Sozialen Netzwerke aufzuspringen. Die eng mit iTunes verbundene Plattform sollte Mitgliedern die Möglichkeit bieten, sich untereinander über Musik auszutauschen und Neues von ihren Lieblingskünstlern zu erfahren. Vor allem die fehlende Integration mit Facebook hatte dafür gesorgt, dass der Dienst ein nur wenig genutztes Nischenangebot blieb. Apple-Chef Tim Cook hatte indes das Aus für Ping schon im Mai signalisiert.

Ähnlich positive Einschätzungen kann unter den Konsumelektronikherstellern ansonsten nur Samsung aufweisen. 45 von 46 Analysten empfehlen, die Aktie zu kaufen; nur ein einziger mag eine Verkaufsempfehlung abgeben. Im Gegensatz zu Apple hat der asiatische Konzern einen weitaus weniger beeindruckenden Börsentrend hinter sich. Im Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre verdreifachte Samsung den Kurs seit einem Tiefstand im Oktober 2008 bis heute. Wer dagegen im Januar 2009 Apple-Aktien kaufte, konnte seinen Einsatz bis dato mehr als verachtfachen.

Nokia ist nur noch ein Schatten seiner selbst

Von solchen Bewertungen vermögen andere Wettbewerber nur zu träumen. Der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia ist an der Börse nur noch ein Schatten seiner selbst. Das Verschlafen des Smartphone-Booms sorgte dafür, dass die Finnen heute ums Überleben kämpfen müssen.

Auch der Blackberry-Hersteller RIM hat seinen einstigen Glanz eingebüßt. Der scharfe Wettbewerb lässt viele Beobachter die Frage stellen, wie lange die Kanadier noch mithalten können. Börsianer zumindest senken den Daumen. Von 48 Analysten wagt nur einer eine Kaufempfehlung für RIM. Bei Nokia rät fast jeder zweite Unternehmensbeobachter zum Verkauf.

Wer trotzdem diese beiden Aktien in sein Portfolio nimmt, setzt alles auf die Karte „Turnaround“. Nokia beispielsweise muss auf den Erfolg seiner neuen Generation von Lumia-Smartphones hoffen. Und darauf,, dass die Zusammenarbeit mit Microsoft bald Früchte trägt. Das ist risikoreich. Andererseits sollte sich jeder Technologie-Investor darüber im Klaren sein, dass es eine risikolose Anlage in diesem Segment nicht gibt. Dazu wandelt sich das Geschäft mit Smartphones und Tabletcomputern derzeit allzu schnell. Heute der Liebling an der Börse, morgen der Buhmann - davor ist selbst ein Unternehmen wie Apple nicht gefeit.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft.

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