12.10.2010 · Schätzungen zufolge zahlen die Banken der Wall Street dieses Jahr 144 Milliarden Dollar Boni und Gehälter an ihre Mitarbeiter - eine Rekordsumme. Fachleute kritisieren unterdessen die Bonuspraktik der Banken: Sie reduziere die Gewinne.
Von Norbert Kuls, New YorkInvestmentbanken an der Wall Street werden ihren Mitarbeitern für das Jahr 2010 nach ersten Schätzungen die Rekordsumme von 144 Milliarden Dollar an Gehältern und Boni zahlen. Das wäre nach Angaben des „Wall Street Journal“ ein Anstieg um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Schätzungen der Zeitung beruhen auf einer Umfrage unter knapp 3 Dutzend der größten börsennotierten Firmen in der Wertpapierbranche, zu denen neben Banken mit Investmentgeschäft und reinen Investmentbanken auch Fondsgesellschaften, Hedge-Fonds und die Betreiber von Börsen gehören.
Fachleute kritisieren Bonuspraktiken
Bei 26 der 35 untersuchten Gesellschaften wird mit einer höheren Vergütung gerechnet. Investmentbanken zahlen ihren Mitarbeitern traditionell einen Teil ihrer Erträge als Bonus aus. Die Erträge dürften in diesem Jahr trotz schwächeren Geschäfts im Handel mit Aktien und Anleihen um 3 Prozent auf 448 Milliarden Dollar steigen, sagen Analysten.
Damit würden Investmentbanken rund 32 Prozent ihrer Einkünfte an ihre Mitarbeiter zahlen. 2007, dem Jahr vor der Finanzkrise, hatten die Banken noch rund 36 Prozent ausgeschüttet. Trotzdem kritisieren Fachleute für Unternehmensführung die Bonuspraktiken der Banken als zu hoch, weil das die Gewinne reduziert.
Steigende Boni trotz sinkender Erträge
„Solange sich der Schwerpunkt dieser Institutionen nicht von der Schaffung von Erträgen auf den langfristigen Unternehmenswert verschiebt, wird es diese skandalösen Vergütungspakete geben“, sagte Charles Elson, Direktor des Weinberg Center für Unternehmensführung an der Universität Delaware, das nach einem ehemaligen Vorstandschef der führenden Wall-Street-Bank Goldman Sachs benannt ist.
Für Goldman Sachs und die Bank of America, die auf dem Höhepunkt der Finanzkrise die große Investmentbank Merrill Lynch übernommen hatte, rechnen Analysten trotz sinkender Erträge mit steigenden Boni. Endgültige Entscheidungen über die Boni werden erst gegen Jahresende getroffen. 2009 hatte Goldman nach massiver Kritik in der Öffentlichkeit die erwarteten Boni im vierten Quartal etwas reduziert.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.050,29 | −3,42% |
| FAZ-INDEX | 1.319,85 | −3,26% |
| TecDAX | 730,90 | −2,68% |
| MDAX | 9.870,46 | −2,73% |
| SDAX | 4.717,40 | −2,20% |
| REX | 439,15 | +0,37% |
| Eurostoxx 50 | 2.068,66 | −2,37% |
| F.A.Z. EURO | 67,11 | −2,09% |
| Dow Jones | 12.118,60 | −2,22% |
| Nasdaq 100 | 2.458,83 | −2,62% |
| S&P500 | 1.278,04 | −2,46% |
| Nikkei225 | 8.440,25 | −1,20% |
| EUR/USD | 1,2433 | +0,58% |
| Rohöl Brent Crude | 98,82 $ | −2,76% |
| Gold | 1.606,00 $ | +3,08% |
| Bund Future | 146,44 € | +0,36% |