13.01.2008 · Jakobus Smit, der Vorstandsvorsitzende von Aleo Solar, hat große Pläne. Das Wachstum des Modulherstellers hat er zum Teil schon für die nächsten zehn Jahre gesichert. Zunächst expandiert er vor allem in Spanien und Italien.
„Von der Raumstation aufs Hausdach: Photovoltaik, die Stromerzeugung aus Sonnenlicht, ist auf dem Sprung, Hightech für den Alltag zu werden. Technologischer Fortschritt, Gesetzgeber und eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung bahnen dafür den Weg.“ So präsentiert sich der Solarmodulhersteller Aleo Solar im Internet.
Die besten Solarunternehmen wachsen mehr als 30 Prozent
Gerade erst hat die Gesellschaft im ostfriesischen Friedeburg einen Solarpark mit einer Spitzenleistung von 942 Kilowatt gebaut. Die Freiflächenanlage ging Ende 2007 ans Netz. In dem Photovoltaik-Kraftwerk mit einem Investitionsvolumen von rund 4,5 Millionen Euro werden rund 5.500 aleo-Module jährlich 850.000 Kilowattstunden sauberen Strom produzieren. Umgerechnet entspricht dies dem Bedarf von fast 250 Dreipersonenhaushalten. So vermeidet der Solarpark zukünftig 500 Tonnen CO2 jedes Jahr. Dennoch ist Aleo keine lupenreine Erfolgsgeschichte.
Was meint Vorstandschef Jakobus Smit?
Herr Smit, warum halbierte sich Ihr Kurs nach dem Börsengang ?
Mitte 2006 waren Solaraktien nicht mehr so begehrt und das Börsenumfeld schwierig.
War die Aktie zu teuer?
Auf keinen Fall. Die Entwicklung zeigt ja, dass wir richtig lagen.
Haben es Modulhersteller in der Solarbranche am schwersten?
Nein. Sicherlich erreichen wir nicht so hohe Gewinnmargen wie Silizium- oder Waferhersteller am Anfamg der solaren Wertschöpfungskette. Dennoch war es richtig, den Börsengang durchzuziehen. Denn wir benötigten die 35 Millionen Euro daraus, um das Wachstum zu finanzieren, insbesondere eine Modulfabrik in Spanien. Zudem verlangen Solarzellenhersteller wie Q-Cells Vorauszahlungen auf langfristige Verträge.
Warum läuft es derzeit so gut?
Wir haben über verschiedene Laufzeiten Verträge über den Bezug von Solarzellen abgeschlossen. Das erhöht die Planungssicherheit, weil wir genauer wissen, wieviele Module wir produzieren können. Im Dezember war es daher absehbar, dass wir 2007 mehr als 210 Millionen Euro umsetzen würden. Analysten schätzen 230 bis 235 Millionen. Auch damit fühlen wir uns wohl.
Wie entwickelt sich die Marge?
Wir rechnen mit einer Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit) von sechs bis sieben Prozent.
Das ist wenig?
Nicht jeder Modulhersteller hat solch eine auskömmliche Marge. Wir schaffen das, weil wir zwei Stufen der Wertschöpfungskette abdecken: neben den Modulen auch den Direkt-Vertrieb an Fachhändler und Installateure sowie Großhändler.
Wollen Sie wie Solarworld weitere Vorstufen der solaren Produktionskette integrieren?
Nein, wir bleiben ein Spezialist für Module. Dies ermöglicht es uns, mit dem jeweiligen Zellbezug zu wachsen und zu atmen.
Haben Sie sich denn genügend Solarzellen gesichert?
Wir haben eine Mixtur von Verträgen geschlossen: kurz-, mittel- wie langfristige über zehn Jahre. Dies sichert über viele Jahre unser Wachstum. In diesem Jahr rechnen wir mit einem Umsatz von 270 bis 300 Millionen Euro. Wobei wir gerade die Produktionskapazitäten in Prenzlau bis Ende 2008 annähernd mehr als verdoppeln. Ab 2009 können wir dieses Werk voll auslasten.
Wann gibt es genug Silizium?
Der Engpass löst sich ab 2009 auf. Vielleicht können wir ab 2010 wieder stärker Preise, Qualität und Mengen bestimmen. Es gab schon Zeiten, in denen unsere Ebit-Marge zwischen 13 und 16 Prozent lag.
Brauchen Sie 2008 Kapital?
Wir wollen expandieren. Doch über den Zeitpunkt einer möglichen Kapitalerhöhung möchte ich nichts sagen.
Ihr Top-Argument für die Aktie?
Unser Wachstum ist durch Lieferverträge weitestgehend schon heute abgesichert. Wir konzentrieren uns im Vertrieb auf Deutschland, Spanien und Italien. Das sind die interessanten Märkte. Ganz wichtig wird künftig eine starke Marke sein. Die haben wir: Im Mai 2006 hat uns die Stiftung Warentest in einem Langzeittest zum besten Modulhersteller gekürt.
Der Vorstandschef
Jakobus Smit ist Vorsitzender des Vorstandes (CEO) des Solarmodulherstellers Aleo Solar. Er verantwortet als einer der Gründungsgesellschafter die Bereiche Strategie, Unternehmenskommunikation, Internationalisierung, Marketing, Business Development sowie Forschung und Entwicklung. Seinen beruflichen Weg verfolgt der Diplom-Ökonom konsequent seit 1992 erfolgreich in den Erneuerbaren Energien.
Die Chronik des Unternehmens
Die aleo solar AG mit Vertrieb in Oldenburg (Niedersachsen) und Fertigung in Prenzlau (Brandenburg) wurde im September 2001 gegründet. Sie stellt Solarmodule auf Basis von Siliziumzellen her. Die Gesellschaft hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der größten Solarmodulhersteller in Europa entwickelt.
Mit dem Bau eines zweiten Werkes, das direkt neben den bereits existierenden Produktionshallen in Brandenburg errichtet wurde, erhöhte Aleo Solar die Kapazität auf 90 MW. Damit setzt das Unternehmen, das im Jahr 2004 die Produktion auf 35 MW erweitert hatte, seinen Expansionskurs fort und ist gut aufgestellt für den stark wachsenden Photovoltaik-Markt.
Mit dem Ausbau der Produktionskapazitäten ist auch die Zahl der Mitarbeiter stetig gestiegen. Hatte das Unternehmen Ende 2003 schon 107 Mitarbeiter, so waren es ein Jahr später 179. Bis Ende 2005 ist die Zahl der Mitarbeiter der AG und ihrer Vertriebstöchter auf 230 angestiegen. Ende 2006 beschäftigte der Konzern im In- und Ausland rund 300 Mitarbeiter.
Im September 2005 wurden in Spanien die Aleo Solar España S.L. und die Vertriebstochter aleo solar España distribución gegründet. Seit Ende 2006 verlassen in Santa María de Palautordera (70 km nördlich von Barcelona) Aleo-Solarmodule „hecho en España“ das Werk. Die Produktionskapazität des spanischen Werkes liegt bei 10 MW, sodass die Gesamtkapazität derzeit 100 MW beträgt. Weitere Erweiterungen sind aber bereits im Bau und geplant.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |