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Internetdienste Wachstumsbedenken bremsen Ebay aus

17.07.2008 ·  Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal waren besser als erwartet, die Ebay-Aktie jedoch gibt nachbörslich deutlich nach. Das verhaltene Wachstum im Kerngeschäft nährt bei den Anlegern weiterhin Wachstumsbedenken.

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Die Aktien des Internetauktionshauses gehörten in den Jahren 2001bis Ende 2004 zu den Höhenfliegern am Markt. Sie legten in dieser Zeit mehr als 700 Prozent auf knapp 59 Dollar in der Spitze zu.

Seitdem befinden sie sich jedoch in einer volatilen Konsolidierungsphase. Am Mittwoch gingen sie mit einem Kursgewinn von 4,5 Prozent mit 28,10 Dollar aus dem regulären Handel. Nachbörslich ging es allerdings nach der Vorlage der Quartalszahlen um bis zu 6,4 Prozent nach unten.

Umsatz- und Gewinnzuwachs kann sich bisher sehen lassen

Dabei kann sich die Entwicklung im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres durchaus sehen lassen. Das Unternehmen wies nach einem Plus von 22,3 Prozent ein Nettoergebnis von 460 Millionen Dollar oder 0,35 Dollar je Aktie aus. Ohne Berücksichtigung von Sondereffekten lag der Gewinn bei 0,43 Dollar je Anteilsschein. Der Umsatz erreichte nach einem Zuwachs von 20,2 Prozent 2,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Konsens mit einem Ergebnis je Aktie von 0,41 Dollar und einem Umsatz von 2,17 Milliarden Dollar gerechnet. Im Vorjahreszeitraum hatte Ebay bei einem Umsatz von 1,83 Milliarden Dollar einen Gewinn von 0,27 Dollar je Aktie erzielt.

Auf diese Weise setzt sich der Aufwärtstrend bei Umsatz und Gewinn der vergangenen Jahre fort. Allerdings führt die schwache Entwicklung in der Auktionssparte und der unter den Erwartungen liegende Ausblick für das dritte Quartal zu Bedenken, das Unternehmen könne das Wachstumstempo der vergangenen Jahre nicht mehr halten. Der Wert aller im zweiten Quartal im Auktionssegment geschlossenen Transaktionen wuchs lediglich um acht Prozent und blieb hinter den Erwartungen zurück.

Ebay habe im zweiten Quartal in diesem Segment sowohl bei Käufern sowie bei Verkäufern an Marktanteil verloren, heißt es. Maßnahmen, die gegen schwächeres Wachstum helfen sollen, scheinen wenig zu bewirken. Ebay hatte bereits Anfang des Jahres das Gebührenmodel im Auktionssegment umgestellt, um den sinkenden Wachstumsraten entgegenzuwirken.

Für das dritte Quartal erwartet Ebay Einnahmen von 2,1 Milliarden bis 2,15 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn zwischen 0,39 und 0,41 Dollar je Aktie. Damit liegt die Prognose leicht unter den Erwartungen der Analysten: Diese hatten bislang mit einem Ergebnis je Anteilsschein von 0,42 Dollar und Einnahmen von 2,17 Milliarden Dollar gerechnet.

Lediglich die Bewertung ist bei näherer Betrachung etwas ambitioniert

Den Ausblick für das Gesamtjahr hob Ebay dagegen leicht an und erwartet nun einen Umsatz zwischen 8,8 Milliarden und 9,05 Milliarden Dollar. Zuvor war das amerikanische Internetauktionshaus davon ausgegangen, Einnahmen von 8,7 Milliarden bis 9 Milliarden Dollar zu erreichen. Auch die Gewinnprognose für 2008 hob Ebay leicht an: Nun wird ein Gewinn je Aktie zwischen 1,37 und 1,42 Dollar erwartet, zuvor lag diese Spanne bei 1,35 bis 1,40 Dollar.

Bei aller Müdigkeit und Ernüchterung, die Internetnutzer inzwischen nach dem Legen der ursprünglichen Euphorie befallen haben mag, können sich die Wachstumsraten des Unternehmens immer noch sehen lassen. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 16 und 14,4 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sieht die Aktie zudem inzwischen vergleichsweise vernünftig bewertet aus. Allerdings werden bei solchen Schätzungen die bei amerikanischen Unternehmen regelmäßig anfallenden „Sondereffekte“ ignoriert. Denn auf Basis der Gewinnprognose liegt das Kurs-Gewinnverhältnis nach dem nachbörslichen Kursrückschlag bei 19. Und das ist bei einem Wachstum von acht Prozent im Kerngeschäft noch etwas teuer. Aus diesem Grund dürfte die Aktie in einem risikoaversen Umfeld weiter konsolidieren, bis sie noch vernünftiger als in der Vergangenheit bewertet ist.

Sollte sich die am Mittwoch einsetzende allgemeine Kurserholung an den Börsen jedoch fortsetzen, dürfte die Aktie trotz der Bewertung nach oben laufen können. Absicherungsstrategien können beim Kauf nicht schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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