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Internet Yahoo - die Aktie ist gegenwärtig deutlich zu teuer

18.07.2007 ·  Yahoo scheint operativ mit den Konkurrent nicht mehr mithalten zu können. Umsatz- und Gewinnentwicklung stagnieren. Auf dieser Basis sind die Aktien noch deutlich zu teuer.

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Konnte sich die Aktie des Internetunternehmens Yahoo nach massiven Kursverlusten in den Jahren 2000 und 2001 danach zunächst von ihren Tiefs erholen, so ist mit ihr spätestens seit einem Zwischenhoch von 43,42 Dollar noch im Januar des vergangenen Jahres kein Staat mehr zu machen.

Inzwischen hat das Papier 37 Prozent auf zuletzt 27,53 Dollar im offiziellen Handel verloren, im nachbörslichen Handel am Dienstag ging es um weitere sechs Prozent nach unten. Diese Entwicklung dürfte kaum verwundern. Denn einerseits ist die Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 53,8 und 42,6 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr extrem hoch bewertet. Auch, wenn die Bewertung durch hohe Liquiditäts- und Wertpapierbestände etwas relativiert wird.

Stagnierende Umsatz- und Gewinnentwicklung ...

Auf der anderen Seite stagniert sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnentwicklung. Das bestätigte sich einmal mehr am Beispiel der am Dienstag nach Börsenschluss vorgelegten Umsatz- und Ertragszahlen für das zweite Quartal. Danach schrumpfte das Nettoergebnis von 164 auf 161 Millionen Dollar. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von elf Cent. Analysten hatte im Schnitt mit genau diesem Wert gerechnet. Der Bruttoumsatz legte immerhin um acht Prozent auf 1,70 Milliarden Dollar zu.

Yahoo ist im lukrativen Online-Anzeigenmarkt zuletzt insbesondere am Heimatmarkt gegenüber dem Hauptrivalen Google massiv zurückgefallen. Auch Internet-Kontaktseiten wie MySpace von Murdochs News Corp machten Yahoo zunehmend zu schaffen. Im vergangenen Monat warnte der Konzern bereits, die schleppende Entwicklung im Online-Anzeigengeschäft werde zu einem schwächeren Ergebnis im zweiten Quartal führen. Um den Negativtrend umzukehren, übernahm daher Yahoo-Mitgründer Yang wieder das Ruder bei dem Konzern.

Er kündigte an, in Kürze eine neue Strategie für das Unternehmen vorzustellen. Er wolle die Anleger davon überzeugen, dass Yahoo offen für Veränderungen sei, sagte Yang. Er werde die nächsten 100 Tage nutzen, um einen strategischen Plan für das Unternehmen auszuarbeiten. Yahoo sei bereit, weiterhin in neue Geschäftsbereiche zu investieren, werde sich aber auch aus einigen Bereichen zurückziehen, in denen es unzureichende Ergebnisse bringe.

Gleichzeitig senkte die Gesellschaft ihre Prognose für das Gesamtjahr. Finanzchef Blake Jorgensen sagte während einer Telefonkonferenz, Yahoo senke ihre Umsatzerwartungen hinsichtlich des zweiten Halbjahres. So rechnet das Unternehmen für das dritte Quartal mit Nettoerlösen zwischen 1,17 Milliarden und 1,31 Milliarden Dollar und fürs Gesamtjahr zwischen 4,89 Milliarden und 5,19 Milliarden Dollar. Analysten hatten die Nettoerlöse bei 1,3 Milliarden beziehungsweise 5,19 Milliarden Dollar gesehen.

... widerspricht hoher Bewertung und einem mittelfristigen Abwärtstrend

Das Unternehmen begründete die Prognosesenkung mit zurückgehenden Einnahmen bei der traditionell starken Internetwerbung. Auf einer Telefonkonferenz mit Analysten bestätigte die zum President beförderte Susan Decker am Dienstag, dass die Werbeeinnahmen niedriger als im Jahr 2006 ausgefallen seien. Das Wachstum bei diesem Geschäftsfeld werde weltweit nun im unteren bis mittleren zweistelligen Prozentbereich liegen, so Decker.

Um das sinkende Wachstum in diesem Segment anzugehen, habe Yahoo die Abteilungen für Anzeigenwerbung und Reklame bei der Suchfunktion zusammengelegt. Des Weiteren will die Gesellschaft mit dem neuen Produkt “SmartAds“ mehr maßgeschneiderte Anzeigenwerbung anbieten, so Decker weiter.

Allerdings gab es in den vergangenen Jahren die verschiedensten Versuche, das Unternehmen wieder dynamischer wachsen und mit den Konkurrenten mithalten lassen zu können. Außer Spesen ist allerdings bisher nichts gewesen. Aus diesem Grund dürften die Zweifel der Anleger tendenziell zunehmen und die Aktie in der Defensive halten. Das gilt alleine schon aus Bewertungsgründen. Denn ein Unternehmen, das nur schwach wächst und dabei nicht einmal den Gewinn steigern kann, ist einfach nicht soviel wert. Zudem zeigt der mittelfristige Trend nach unten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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