19.01.2005 · Der Internet-Dienstleister Yahoo hat es mit guten Quartalszahlen wieder einmal geschafft, die Börsianer zu überzeugen. Das spricht dafür, daß die Anleger die hohe Bewertung des Titels zunächst weiter tolerieren.
Nach traditionell angewandten Analyseaspekten muß die Yahoo-Aktie als überteuert eingestuft werden. Dafür spricht zumindest das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 74, das sich auf Basis der Gewinnschätzungen für das Jahr 2005 ergibt. Und ebenfalls einen sehr strapazierten Eindruck hinterläßt die Relation von Marktkapitalisierung zum Umsatz, die sich auf fast 16 einstellt.
Trotzdem haben diese anspruchsvollen Kennziffern den Titel nicht davon abgehalten, sich seit dem vierten Quartal 2002 immer weiter nach oben zu hangeln. Zuletzt es der Wert zwar in einen Seitwärtstrend eingeschwenkt, bisher ist es ihm aber gelungen, sich der Schwerkraft, die von der hohen Bewertung ausgeht, zu widersetzen.
Und nach der am Dienstag nach Börsenschluß in Amerika erfolgten Bekanntgabe der neuesten Quartalszahlen sieht es so aus, als ob der Internet-Dienstleister erneut in der Lage ist, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Denn die vorgelegten Zahlen sind besser ausgefallen als erwartet. Schon im nachbörslichen Handel hat sich dies als Kursstütze erwiesen. Der Kurs stieg da um 1,72 Prozent auf 37,82 Dollar, nachdem er bereits zuvor im offiziellen Handel um 1,31 Prozent zugelegt hatte.
Quartalszahlen deutlich besser als erwartet
Unter Ausklammerung der Bewertung ist das Kursplus auf Basis der nackten Zahlen auch durchaus nachvollziehbar. Denn im vierten Quartal 2004 ist es Yahoo dank eines stärkeren Online-Werbegeschäfts und einem Investmentverkauf gelungen, seinen Gewinn fast zu Verfünffachen.
Konkret ist der Nettogewinn ohne Berücksichtigung von Beteiligungsverkäufen auf 187 Millionen Dollar oder 13 Cent pro Aktie gestiegen. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres hatte der Konzern einen Gewinn von 75 Millionen Dollar oder fünf Cent je Aktie ausgewiesen. Analysten hatten für das abgelaufene Quartal mit elf Cents gerechnet.
Einschließlich der Erlöse aus Anteilsverkäufen am Rivalen Google kletterte der Gewinn auf 373 Millionen Dollar oder 25 Cent pro Aktie. Den Umsatz bezifferte Yahoo für die drei Monate mit 785 (Vorjahr 511) Millionen Dollar, während Analysten hier im Schnitt 756,14 Millionen Euro vorhergesagt hatten.
Ausblick fällt ebenfalls zufriedenstellend aus
Kein Wunder also, daß Börsianer das Zahlenwerk mit Zustimmung zur Kenntnis nahmen. Zumal der Vorstand auch über eine Wende zum Besseren im Werbegeschäft berichtete. Analyst Mark Mahaney von American Technology Research sagte daraufhin beispielsweise anerkennend: „Es sieht nach einem sehr kräftigen organischen Wachstum aus.“ Und John Tinker von ThinkEquity, kommentierte: „Yahoo verwaltet seine Geschäfte weiterhin gut.“
Leben können dürften die Analysten vermutlich auch mit dem vom Unternehmen abgelieferten Ausblick. Den Angaben zufolge erwartet Yahoo für das erste Quartal 2005 einen Umsatz ohne Gebühren für Werbepartner von 765 bis 805 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr sagte die Gesellschaft einen Umsatz zwischen 3,37 und 3,57 Milliarden Dollar voraus. Analysten gehen gegenwärtig von einem Umsatz von 766,6 Millionen Dollar im ersten Quartal und 3,37 Milliarden Dollar im Gesamtjahr aus.
Das spricht dafür, daß sich die Yahoo-Aktie der Schwerkraft bis auf weiteres widersetzen kann. Wer engagiert ist, sollte aber trotzdem nicht die Augen vor den Risiken verschließen, die mit der hohen Bewertung einhergehen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |