20.04.2005 · Das Internetunternehmen Yahoo konnte im ersten Quartal wieder einmal mit glänzenden Umsatz- und Ertragszahlen aufwarten. Allerdings sind sie auch dringend nötig, um es in seinen weiten „Bewertungsmantel“ hineinwachsen zu lassen.
Mit Kursgewinnen von bis zu knapp fünf Prozent reagierte am Dienstagabend die Aktie des Internetunternehmens Yahoo im nachbörslichen Handel auf die Umsatz- und Ertragszahlen des ersten Quartals.
Das Unternehmen hat im ersten Quartal dank gestiegener Werbeeinnahmen seinen Gewinn im Vergleich mit der Vorjahresperiode verdoppelt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Nettogewinn sei im Berichtszeitraum auf 205 Millionen Dollar oder 14 Cent je Aktie geklettert, teilte Yahoo am Dienstag nach Börsenschluß in San Francisco mit. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn unterm Strich 101 Millionen Dollar oder sieben Cent je Aktie betragen. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Gewinn von elf Cent gerechnet.
Yahoo profitiert von Nachfrage auf allen Ebenen
Der Umsatz kletterte den Angaben zufolge um 55 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Ohne die Gebühren, die Yahoo seinen Werbepartnern zahlt, stieg er um 49 Prozent auf 821 Millionen Dollar.
Vor allem die Nachfrage nach Werbung, die in Verbindung mit Suchmaschinen angezeigt wird, habe deutlich angezogen und versetze das Unternehmen in die Lage, die Preise zu erhöhen, erklärte Finanzchefin Susan Decker. Das Unternehmen prognostiziert für das laufende Jahr einen Umsatz von 855 bis 895 Millionen Dollar und für das Gesamtjahr von 3,57 bis 3,72 Milliarden Dollar. Beide Prognosen liegen über den bisherigen Erwartungen des Marktes. Unternehmenschef Terry Semel sieht das Unternehmen in einer „exzellenten Position, von allen Formen der Werbung im Internet profitieren zu können.“
Nicht nur der Werbemarkt an sich scheint sich gut zu entwickeln, sondern auch die Gebühreneinnahmen für im Web angebotene Dienste nehmen zu. So konnten die Einnahmen von Angeboten wie dem Dating-Service oder erweitertem Speicherplatz im Jahresvergleich um 61 Prozent auf 148,9 Millionen Dollar gesteigert werden. Das Unternehmen konnte die Nutzerzahlen im ersten Quartal um 36 Prozent auf 372 Millionen steigern. Der durchschnittliche Umsatz legte um 14 Prozent auf gerade einmal 76 Cents je Nutzer zu.
Weiteres Wachstum ist absehbar - allerdings angesichts der Bewertung auch nötig
Angesichts solcher Zahlen, scheint es in diesem Bereich noch Wachstumsmöglichkeiten zu geben. Und auch der Werbemarkt dürfte noch nicht ausgereizt sein. Denn die größten Werbekunden gäben bisher etwa zwei bis vier Prozent ihrer Budgets für die Onlinewerbung aus, während die Konsumenten inzwischen rund 15 Prozent ihrer „Medienzeit“ im Internet verbrächten. Sollten sie sich an den Interessen und dem Verhalten der potentiellen Kunden orientieren, müßten sie ihre Budgets offensichtlich verstärkt auf die Onlinewerbung verlagern.
Auf dieser Basis dürfte Yahoo künftig auf Grund seiner Bekanntheit und der erreichten Marktstellung keine schlechten Karten für deutliches Wachstum haben. Allerdings ist das auch dringend nötig. Denn mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 63,5 und 48,7 ist die Aktie noch sehr, sehr teuer. Sie hat damit schon einen größten Teil dieser Wachstumsphantasie vorweggenommen. Das heißt, das Unternehmen muß mit deutliche steigenden Umsätzen und auch Gewinnen erst noch weiter in seine Bewertung hineinwachsen, bevor Kursgewinne aus fundamentaler Sicht gerechtfertig wären.
Aus diesem Grund dürfte man als Anleger die Aktie mit einer gewissen Vorsicht betrachten müssen. Dazu kommt die Beobachtung, daß das Papier den Aufwärtstrend der Jahr 2003 und 2004 inzwischen durchbrochen hat und zumindest in eine Konsolidierungsbewegung übergegangen ist. Insgesamt drängt sich die Aktie im Moment nicht unmittelbar auf, es sein denn aus rein spekulativen Gründen. Denn auf Grund der Überbewertung besteht ein systematisches Kursrisiko.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |