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Internet Yahoo-Aktie im Verhältnis zu operativer Entwicklung teuer

30.01.2008 ·  Yahoo scheint operativ mit den Konkurrenten nicht mehr mithalten zu können. Umsatz- und Gewinnentwicklung können kaum beeindrucken. Neuerdings greift das Management sogar zu Entlassungen. Auf dieser Basis sind die Aktien noch zu teuer.

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Mit Kursverlusten von bis zu knapp zehn Prozent reagiert am Mittwoch die Aktie des amerikanischen Internet- und Technologieunternehmens Yahoo im europäischen Handel auf die Umsatz- und Ertragszahlen für das vierte Quartal des vergangenen Geschäftsjahres, das Gesamtjahr sowie auf den weiteren Ausblick.

Die Zahlen machen deutlich, dass das Unternehmen längst nicht mehr die Wachstumsraten erreichen kann, die die Bewertung mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 40 und 33 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr implizieren. Denn Yahoo konnte den Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr gerade einmal um acht Prozent auf 6,97 Milliarden Dollar steigern, der Bruttogewinn legte um zehn Prozent auf 4,13 Milliarden Dollar zu, während der Nettogewinn sogar um 12,11 Prozent auf 660 Millionen Dollar oder um 9,6 Prozent auf 47 Cents je Aktie fiel. Wenigstens legte der operative Cashflow um 42 Prozent auf 1,95 Milliarden Dollar zu.

Schwache Umsatzentwicklung - Gewinnrückgang

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2007 konnte der Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um gerade einmal 7,6 Prozent auf 1,832 Milliarden Dollar gesteigert werden, während sowohl der operative Gewinn um 38 Prozent auf 191 Millionen Dollar als auch das Nettoeinkommen um 23,4 Prozent auf 206 Millionen Dollar oder 15 Cents je Aktie auf verwässerter Basis zurückgingen.

Das alleine dürfte die Anleger kaum sonderlich begeistern. Dazu kommt jedoch die Tatsache, dass Yahoo auch im laufenden Jahr mit „operativem Gegenwind“ rechnet, wie es Unternehmensgründer und -chef Jerry Young formulierte. Das Management bemühe sich jedoch stark, um im wachsenden Werbemarkt wieder besser Tritt zu fassen, um nicht weiter Marktanteile an die Konkurrenten zu verlieren und um längerfristig Werte für die Aktionäre zu schaffen. Das klingt gut, allerdings zeigte sich, dass Yahoo bisher auch durch massive Investitionen in neue Technologien für Werbung nicht gelungen ist, die Vormachtsstellung des Konkurrenten Google is Wanken zu bringen. Yahoo hatte seine Suchmaschine im Oktober mit Links auf Musik, Videos und Photos erweitert. Dennoch stieg Googles Marktanteil von September bis Dezember von 54 auf 56 Prozent, während der von Yahoo von 20 auf 18 Prozent fiel.

Großer Umsatzanteil wird in den Vereinigten Staaten erwirtschaftet

Weil Yahoo auch durch den wirtschaftlichen Abschwungs in den Vereinigten Staaten geringere Werbe-Einnahmen verdauen musste, verzeichnete der Konzern das achte Quartal in Folge rückläufige Gewinne. Vor lauter Verzweiflung ist das Management inzwischen sogar schon zu einer defensiven Strategie übergegangen und hat den Abbau von 1.000 Stellen oder rund sieben Prozent der Belegschaft angekündigt. Das ist ziemlich ungewöhnlich für ein so genanntes „Wachstumsunternehmen“.

Ohne die so genannten Traffic Acquisition Costs, die für die Platzierung von bezahlten Suchmaschinen-Links auf anderen Web-Seiten an die Partner weitergereichten Umsätze, prognostiziert Yahoo für das laufende Quartal einen Umsatz von 1,28 Milliarden Dollar bis 1,38 Milliarden Dollar. Der Markt rechnet im Schnitt mit einem Umsatz von 1,38 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet Yahoo mit einem Umsatz von 5,35 bis 5,95 Milliarden Dollar. Das entspricht in etwa den Erwartungen des Marktes.

Höhere Energiekosten und die Krise am Immobilienmarkt haben das amerikanische Verbrauchervertrauen im Januar auf den niedrigsten Wert seit zwei Jahren gedrückt. Das dürfte sich auch bei den Werbe-Umsätzen niederschlagen, immerhin erzielte Yahoo im vergangenen Geschäftsjahr knapp 68 Prozent seiner Erlöse in den Vereinigten Staaten. Zudem setzen Kunden bei der Platzierung von Werbung in einem Abschwung eher auf große Anbieter wie Google. Insgesamt dürfte man die Aktie aufgrund der hohen Bewertung und des anhaltenden Abwärtstrends weiterhin kritisch betrachten müssen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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