23.04.2003 · Das Internetauktionshaus Ebay verzeichnet deutliche Gewinnsteigerungen. Die sind auf Grund der hohen Bewertung auch dringend notwendig. Die dürfte aber erst zum Problem werden, wenn der Aufwärtstrend gebrochen wird.
Ebay scheint nicht zu stoppen zu sein. Während die einen Internetunternehmen längst in der Versenkung verschwunden sind und die anderen Gesellschaften sich gerade so knapp über Wasser halten, marschiert das Internetauktionshaus Ebay von Rekord zu Rekord.
So hat das Unternehmen im ersten Quartal des Geschäftsjahres nicht nur den Reingewinn im Jahresvergleich um knapp 119 Prozent auf 104,2 Millionen Dollar oder 32 Cents je Aktie gesteigert, sondern den Umsatz um etwas mehr als 94 Prozent auf 476,5 Millionen Dollar erhöht.
Damit hat das Unternehmen die eigenen Prognosen und die der Analystengemeinde übertroffen. Und als ob das nicht genug des Guten wäre, schraubte das Unternehmen seine Gewinnprognose für das laufende zweite Quartal von bislang 27 Cent je Aktie auf 30 Cents und sein Umsatzziel auf 500 Millionen von 460 Millionen Dollar hoch. Für das Gesamtjahr 2003 korrigierte Ebay die Prognose für den Gewinn auf 1,27 Dollar je Aktie und für den Umsatz auf bis zu 2,05 Milliarden Dollar nach oben.
Bewährtes Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell des Unternehmens bewährt sich zunehmend, da immer mehr Nutzer die elektronische Handelsplattform des Unternehmens zum Kauf und Verkauf von Produkten verschiedenster Art nutzen. Ebay profitiert dabei von Gebühren und Kommissionen, die dabei anfallen. Das Unternehmen versucht allerdings auch, die Umsätze pro Transaktion auszuweiten, indem es beispielsweise das elektronische Zahlungssystem Paypal übernommen hat.
Ebay-Finanzchef Rajiv Dutta sagte, das Unternehmen wolle das Wachstum fortsetzen, indem es weitere Nutzer gewinne und mehr Marketingartikel über seine Internet-Seite verkaufe. Vor dem Irak-Krieg habe Ebay Kosten gesenkt. Die Auswirkungen des Krieges auf das Geschäft seien dann geringer als erwartet gewesen, was Ebay zugute gekommen sei
Seit Jahresbeginn haben die Titel in der Spitze rund 36 Prozent zugelegt. Die Bewertung wird aber von vielen Analysten und Marktteilnehmern kritisiert, die Zweifel haben, ob sich das schnelle Wachstum fortsetzen lässt. Denn Ebay-Aktien werden derzeit mit dem 66fachen Wert der Gewinnprognose je Aktie für 2003 gehandelt. Im Gegensatz dazu sind die Papiere des Softwaregiganten Microsoft mit dem rund 26fachen der Gewinnerwartung für das laufende Fiskaljahr bewertet. In dem breit gefassten S&P-Index liegt der Wert im Durchschnitt beim 17fachen der Gewinnerwartung für 2003.
Aufwärtstrend macht hohe Bewertung vorerst irrelevant
Das macht deutlich, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren weiter stark wachsen muss, um diese Erwartungen zu erfüllen. Wenn es allerdings einem Internetunternehmen gelingen sollte, dann dürfte es Ebay sein. Das Geschäftsmodell ist zwar nicht einzigartig - es gibt immer mehr Imitationsversuche, beispielsweise durch Yahoo und Amazon- , aber was zählt ist eine starke Kundenbasis und eine hohe Kundenzufriedenheit. Beides scheint das Unternehmen bieten zu können und wird damit zu einem gewissen Teil zu einem Selbstläufer.
Gleichzeitig befindet sich die Aktie in einem seit dem Jahr 2000 anhaltenden Aufwärtstrend, der sich seit Oktober des Jahres 2002 sogar noch verstärkt hat. Erst wenn diese Trends gebrochen werden sollten, dürfte es ein Zeichen dafür sein, dass der Markt über eine an sich erforderliche Neubewertung der Aktie nachdenkt. So lange das jedoch nicht der Fall ist, dürfte die Aktie weiter steigen, vor allem im aktuell positiven Umfeld.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |