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Internet Google trotzt dem Umfeld

 ·  Google wächst wieder und steigert den Gewinn deutlich. Die Aktie des Internet-Konzern hat, nach einem zwischenzeitlichen Ausverkauf, in den vergangenen Monaten wieder mehr als 80 Prozent zugelegt. Sie ist etwas teuer, aber im Aufwärtstrend.

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Mit einem Kursgewinn von 82 Prozent seit Anfang März hat die Aktie des amerikanischen Internetunternehmens Google die breiten Aktienindizes hinter sich gelassen. Der S&P 500-Index legte im selben Zeitraum 64 Prozent zu in der Nasdaq Composite 72 Prozent.

Im Unterschied zu den Aktien vieler anderer Unternehmen, die alleine wegen der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung zulegen, entwickelt sich das Geschäft Googles trotz der Krise und aufgrund der Reaktion auf diese vergleichsweise robust. Es konnte den Nettogewinn im dritten Quartal im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 27 Prozent auf 1,64 Milliarden Dollar oder 5,13 Dollar je Aktie steigern und gleichzeitig die Erlöse von 5,5 auf 5,94 Milliarden Dollar erhöhen. Daraufhin legten die Papiere im nachbörslichen Handel an der Wallstreet weitere 3,2 Prozent zulegten.

Google gibt sich vergleichsweise optimistisch

Optimistische Experten sehen dies als Zeichen, dass sich der Werbemarkt im Internet von der schweren Krise erholt. Ob das so ist, wird sich erst noch zeigen müssen, denn die Entwicklung kann schließlich auch alleine auf die dominierende Marktstellung des Unternehmens in seinem Bereich zurückgeführt werden. Google-Chef Eric Schmidt zeigte sich in einer Telefonkonferenz optimistisch. Das Schlimmste der Krise sei überstanden, erklärte er und fördert damit langsam euphorisch werdende Stimmung an den Märkten.

Das Unternehmen, das nach wie vor eine entscheidende Rolle unter den Internetsuchmaschinen spielt und das weiterhin vom extrem schwachen Management von Inhalteanbietern aller Art profitiert, die ihre Angebote kostenfrei zur Verfügung stellen, will einerseits die Kostenentwicklung im Auge behalten. Auf der anderen Seite soll weiterhin in weitere Wachstumsmöglichkeiten investiert werden. Neuerdings sei man an der Übernahme kleinerer Unternehmen interessiert, die die Such- und Werbetechnologie verbessern und effizienter gestalten könnten, heißt es. Auch größere Übernahmen, wie der Kauf von Youtube für knapp 1,8 Milliarden Dollar vor drei Jahren, seien nicht ausgeschlossen, allerdings seien sie grundsätzlich rar. YouTube nähere sich langsam der Gewinnzone, heißt es. Nach einigen Sparrunden will der Konzern auch wieder Mitarbeiter einstellen.

Google konnte die Anzahl der so genannten Klicks im vergangenen Quartal um 14 Prozent steigern, allerdings ging der durchschnittliche Erlös per Klick um sechs Prozent zurück. Das heißt, alleine die Steigerung der Besucherzahlen führt nicht zunehmendem Umsatz, auch wenn die traditionellen Werbeetats der Unternehmen weltweit langsam aber sicher zu Gunsten der Onlinewerbung umgeschichtet werden.

Aktie etwas ambitioniert bewertete, aber im Aufwärtstrend

Die robuste Entwicklung Googles ist darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen eine dominante Stellung hat. In den Vereinigten Staaten gehen fast zwei Drittel aller Suchanfragen im Internet auf dessen Suchmaschine zurück. Und Werbekunden setzen gerne auf Suchmaschinenwerbung, weil sie sehr zielgerichtet und erfolgseffizient ist. Das heißt, Streuverluste werden eingeschränkt.

Allerdings wird auch dieser Markt immer umkämpfter. Das zeigt sich nicht nur an den enormen Investitionen, die Konkurrenten wie Yahoo und Microsoft sowie andere erfolgreiche Portale in Asien tätigen, um Marktanteile zu gewinnen. Aus diesem Grund dürfte sich die Entwicklung der Vergangenheit nur bedingt auf die Zukunft übertragen lassen, selbst wenn die Konjunktur wieder deutlich anziehen sollte.

Faktisch hat Google jedoch weiterhin Marktstellungs- und Innovationsvorteile. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 24 und 21 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Google-Aktie etwas ambitioniert bewertet. Ihr Trend zeigt jedoch nach dem Kursrückschlag im vergangenen Jahr wieder deutlich nach oben. Er dürfte sich in einem „wachstumsoptimistischen“ Umfeld fortsetzen können. Regelmäßig gepflegte Absicherungsstrategien können jedoch trotzdem nicht schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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