18.04.2008 · Der Suchmaschinenbetreiber Google konnte ersten Quartal die Wachstumsbedenken der Anleger zerstreuen. Die Aktie legt deutlich zu. Sie ist charttechnisch zwar angeschlagen, fundamental aber günstiger als in der Vergangenheit.
Waren die Aktien des amerikanischen Internetkonzerns Google nach einer Jahre dauernden Euphorie und massiven Kursgewinnen in den vergangenen Monaten deutlich in die Defensive geraten, so dürften sie am Freitag wieder etwas Rückenwind erhalten.
Denn das Unternehmen hat im ersten Quartal des laufenden Jahres deutlich mehr verdient als der Markt erwartet hat. Die Papiere legten daraufhin am Donnerstag im nachbörslichen Handel in Amerika bis zu 17 Prozent zu. Anleger scheinen sich Sorgen vor einer Schwäche des Online-Werbemarktes und Belastungen aus dem amerikanische Wirtschaftsabschwung auf diese Weise nehmen zu lassen.
Deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ertrag
Der Konzern verdiente im ersten Quartal mit 1,31 Milliarden Dollar knapp einem Drittel mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Auch der Umsatz legte zu und erstmals in der Firmengeschichte nahm Google mehr Geld in Übersee als in den Vereinigten Staaten ein. Google verdiente im ersten Quartal vor Sonderposten 4,84 Dollar, während Analysten im Schnitt mit „nur“ 4,53 Dollar gerechnet hatten. Der Umsatz legte um 42 Prozent auf 5,19 Milliarden Dollar zu - erwartet worden waren 5,13 Milliarden.
Die Wachstumsimpulse gingen bei Google wie auch bei anderen Technologiekonzernen, etwa bei Intel oder IBM, hauptsächlich von den Märkten außerhalb den Vereinigten Staaten aus. Dies könne als Anzeichen gewertet werden, dass die wirtschaftliche Abschwächung in den Vereinigten Staaten nicht direkt auf alle Märkte weltweit ausstrahle und die Großkonzerne sich in einer relativ guten Position befänden, um einem Abschwung zu trotzen, heißt es optimistisch von Seiten der Analysten. Fakt ist allerdings, dass bei amerikanischen Unternehmen einfach der schwache Dollar bei den im Ausland erzielten Erlösen und Gewinnen positiv durchschlägt. Das heißt, die operative Entwicklung wird durch die Umrechung in Dollar zusätzlich optisch geschönt.
Letztlich ist nicht ausgeschlossen, dass sich die amerikanische Wirtschaftsschwäche erst mit einiger Verzögerung an den internationalen Märkten bemerkbar machen wird. Mit seinem rasanten Wachstum hat sich der Branchenprimus Google in der Vergangenheit den Ruf erworben, regelmäßig die Markterwartungen zu übertreffen. Im Schlussquartal des Jahres 2007 blieb der Konzern aber erstmals seit langem hinter den Schätzungen zurück. Anleger hatten deswegen befürchtet, der Online-Werbemarkt nähere sich seiner Sättigung und sei anfällig für eine Konjunkturabkühlung. Diese Sorgen mögen nun kurzfristig besänftigt worden sein.
Aktie: Charttechnisch angeschlagen - fundamental günstiger als in der Vergangenheit
Das Management des Unternehmens jedoch gibt sich nachhaltig optimistisch. „Es ist uns klar, dass wir für das Jahr 2008 und darüber hinaus gut aufgestellt sind - unabhängig von dem wirtschaftlichen Umfeld, das uns derzeit umgibt“, erklärte Firmenchef Eric Schmidt optimistisch. Analysten waren beeindruckt: „Die Jungs haben echt geliefert“, sagte der Investmentstratege Peter Dunay von Meridian Equity Partners.
Nach Kursverlusten von bis zu 44 Prozent in den vergangenen sechs Monaten ist die Aktie von Google unter den langfristigen Aufwärtstrend gefallen und hat auf diese Weise auch bei Markttechnikern für eine gewisse Skepsis gesorgt. Mit den nun vorgelegten Zahlen dürfte auch sie etwas abgemildert werden, zumal sich die Aktie aus technischer Sicht auf einer Unterstützungszone zu fangen scheint.
Fundamental ist sie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 23 und 19 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und auf Basis des offiziellen Schlusskurses der Wall Street am Donnerstag günstiger geworden als in der Vergangenheit. Das gilt zumindest dann, wenn man die Wachstumsraten und die solide Bilanz des Unternehmens betrachtet. Die Papiere dürften zumindest in einem positiven Umfeld wieder gewisse Reize bieten. Absicherungsstrategien können jedoch nie schaden, wie der Blick auf die Kursentwicklung der vergangenen Wochen zeigt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |