23.01.2009 · Der Suchmaschinenbetreiber Google konnte im vierten Quartal die Bedenken der Anleger besänftigen. Die Aktie legte nachbörslich zu. Sie arbeitet charttechnisch an einer Bodenbildung und ist fundamental mittlerweile interessant bewertet.
Mit nachbörslichen Kursgewinnen von bis zu 1,5 Prozent auf 311,3 Dollar reagierten am Donnerstag die Aktien des bekannten amerikanischen Internetunternehmens Google auf die Vorlage der Umsatz- und Ertragszahlen für das vierte Quartal des vergangenen Geschäftsjahres.
Sie zeigen, dass dessen Geschäft mit Werbung rund um die Internet-Suche trotz der Wirtschaftskrise weiter rund läuft. Der Umsatz kletterte im Schlussquartal des Jahres 2008 im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 18 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar.
Abschreibungen belasten den ausgewiesenen Nettogewinn
Der Gewinn brach dagegen unter dem Strich aufgrund einer Reihe von Einmalbelastungen gegenüber dem Vorjahr um rund zwei Drittel auf 382,4 Millionen Dollar oder 1,21 Dollar je Aktie ein, wie Google am Donnerstagabend in Mountain View bekanntgab. Belastet wurde der Gewinn von einem umfangreichen Aktien- Vergütungsprogramm für die Beschäftigten und Abschreibungen von fast 1,1 Milliarden Dollar auf Beteiligungen an den Internet-Unternehmen AOL und Clearwire.
Vor den Sonderposten - wie etwa einem umfangreichen Aktien-Vergütungsprogramm für die Beschäftigten - lag der Gewinn je Aktie bei 5,10 Dollar. Das entspricht einem Zuwachs im Jahresvergleich von 15 Prozent. Mit den bereinigten Zahlen übertraf Google die Erwartungen der Analysten zwar deutlich. Allerdings verzeichnete das Unternehmen in den vergangenen Jahres sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Gewinnseite abnehmende Wachstumsraten. Im vergangenen Quartal lagen sie auf dem tiefsten Stand seit dem Börsengang. Diese Beobachtung gilt auch für den Blick auf den Jahresvergleich.
In den vergangenen Wochen hat das Unternehmen, das in den vergangenen Jahren für scheinbar grenzenloses Wachstums stand, auf das schwache wirtschaftliche Umfeld und auf die abnehmenden Wachstumsraten reagiert. Es hat im vergangenen Quartal die Investitionen um 46 Prozent reduziert und den Aufbau von Arbeitsplätzen deutlich gebremst. Das ist vernünftig, immerhin schlägt das schwache Umfeld inzwischen auch auf das Unternehmen mit einer dominierenden Marktstellung durch.
So haben die Werbeeinnahmen in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr um 21 Prozent zugenommen, nachdem im Jahr 2007 noch ein Wachstum von 30 Prozent und mehr zu verzeichnen war. Die Erlöse, die von Googles eigenen Webseiten erzielt wurden, konnten um 22 Prozent auf 3,81 Milliarden Dollar gesteigert werden. Die Werbeeinnahmen so genannter Partnerseiten legten allerdings nur um 3,5 Prozent auf 1,69 Milliarden Dollar zu.
Die Aktie ist inzwischen vernünftig bewertet
Im Kerngeschäft von Google - den Klicks der Nutzer auf Anzeigen im Umfeld von Ergebnissen der Internet-Suche - gab es im Jahresvergleich ein Plus von 18 Prozent. Auch gegenüber dem Vorquartal legte die Zahl der sogenannten bezahlten Klicks um zehn Prozent zu. Die Wachstumsraten sind deutlich niedriger als in der Vergangenheit. Allerdings hatten einige Branchenexperten schon seit einem Jahr immer wieder mit regelrechten Einbrüchen in dem Geschäft gerechnet, die bisher nicht eintrafen. Der Umsatzanteil des amerikanischen Geschäfts wuchs auf 50 Prozent von 48 Prozent ein Jahr zuvor.
Im gesamten Jahr 2008 stieg der Google-Umsatz um 31,3 Prozent auf 21,79 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte nach der Milliardenabschreibung lediglich um 0,5 Prozent auf knapp 4,23 Milliarden Dollar zu. Google sitzt auf einem Nettopolster an kurzfristigen Vermögenswerten von rund 16 Milliarden Dollar.
Auf dieser Basis ist die Google-Aktie mit angepassten Kurs-Gewinnverhältnissen von 11,6 und knapp zehn auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr attraktiv bewertet. Nach den massiven Kursverlusten der vergangenen Monate von bis zu 65 Prozent scheint die Aktie auch charttechnisch einen Boden auszubilden. Das macht die Aktie in Verbindung mit einem robusten Geschäftsmodell reizvoll. Absicherungsstrategien sind bei einem Kauf jedoch aufgrund der anhaltenden Unsicherheit und der Volatilität ratsam. Immerhin tendiert der Vix-Index nach einem Zwischentief bei hohen 38,6 Prozent am sechsten Januar wieder nach oben.
Längerfristig ist das Geschäftsmodell Googles nicht unangreifbar. Denn erstens stellt sich die Frage, wieso sich die Produzenten von Content nicht besser von Google bezahlen lassen, das letztlich von ihnen lebt. Außerdem lässt sich das seltsame Ranking der Suchergebnisse von Google hinterfragen. Potenzielle Konkurrenten mit einer besseren Lösung hätten gute Wachstumschancen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |