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Donnerstag, 16. Februar 2012
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Internet Google-Aktie hoch bewertet auf Allzeithoch

21.10.2005 ·  Mit seinen Zahlen zum dritten Quartal hat Google wieder einmal alle Erwartungen übertroffen. Die „Wachstumsgeschichte“ scheint intakt zu sein. Allerdings ist die Aktie anhaltend hoch bewertet und das Unternehmen nicht kritikfrei.

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Mit nachbörslichen Kursgewinnen von bis zu knapp elf Prozent auf ein neues Allzeithoch von 335,80 Dollar reagierte am Donnerstag die Aktie des allseits bekannten Internetunternehmens Google auf die Umsatz- und Ertragszahlen des dritten Quartals.

Und sie können sich wirklich sehen lassen. Denn das Unternehmen konnte den Nettoumsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode verdoppeln auf 1,05 Milliarden Dollar - an andere Web-Sites gezahlte Beträge ausgeschlossen - und der Nettogewinn legte um satte 633 Prozent zu auf 381,2 Millionen Dollar oder auf 1,32 Dollar je Aktie.

Ergebnisse liegen wieder einmal über den Erwartungen

Analysten hatten im Schnitt mit einem Nettogewinn von1,22 Dollar pro Anteilsschein gerechnet. Das war das fünfte Quartal in Folge, in dem das Unternehmen die an sich schon hohen Erwartungen noch übertrifft. Allerdings sollte die Wachstumsrate in diesem Bereich etwas relativiert werden, denn das Ergebnis im Vorjahreszeitraum war von einem Sonderaufwand in Höhe von 201 Millionen Dollar für die Beilegung eines Patentstreits mit Konkurrent Yahoo belastet worden.

Fast alle Erlöse stammten aus dem Anzeigengeschäft, die das Unternehmen aufgrund seiner Beliebtheit an sich ziehen kann. Sie zeigt sich an den etwa 400 Millionen Nutzern, die die Suchmaschine jeden Monat besuchen. Auf der anderen Seite profitiert Google von der innovativen Technik, die Werbende ihre Anzeigen zielgerichtet schalten lassen kann. Man kann es als Bewegung bezeichnen weg von Massenmedien, hin zu individuellen oder personalisiertem Verhalten. Auf diese Weise werden zumindest die theoretisch Streuverluste der bisher üblichen breiten Werbekampagnen reduziert. Die „Werbewirkung“ wird gleichzeitig auch ein Stück weit meßbar. Genau das ist denn auch ausdrücklich Googles Strategie. „Wir verbessern die Qualität unseres Werbenetzwerkes und die ist mehr Geld wert,“ erklärte Google-Chef Eric Schmidt die Logik.

Die Entwicklung bei Google läuft parallel zu jener von Yahoo. Beide Unternehmen profitieren nicht nur von der zunehmenden Verbreitung und Nutzung des Mediums weltweit, sondern auch von der Umschichtung von Werbebudgets. Auf diese Weise können sie wertmäßig gleich doppelt wachsen. Und das steht im krassen Gegensatz zu traditionellen Medien, die nicht nur Schwierigkeiten haben, ihre Auflagen zu halten, sondern die auch nicht mehr so viele Anzeigen wie früher akquirieren können. Dabei ist das Anzeigengeschäft für das betriebswirtschaftliche Wohlergehen außerordentlich wichtig.

Aktie hoch bewertet - Unternehmen teilweise in der Kritik

Allerdings muß das Wachstum auch bewältigt werden. Und das geht nicht ohne zunehmende Kosten. Das zeigt sich alleine schon an der Zahl der Beschäftigten. Ende September arbeiteten 4.989 Menschen für den Konzern, das ist ein Plus von 19 Prozent gegenüber der Zahl von Ende Juni. Diese Entwicklung führt dazu, daß im vergangenen Quartal die operative Marge von 34,4 auf 33,5 Prozent gefallen ist.

Insgesamt scheint das Unternehmen weiterhin deutlich wachsen zu können. Allerdings ist das angesichts der Bewertung der Aktie auch dringend nötig. Denn mit Kurs-Gewinnverhältnissen von knapp 60 und 46 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr auch dringen nötig.

Auf der anderen Seite spricht das anhaltende Wachstum und auch der Aufwärtstrend für das Papier. Immerhin hat es seit seinem Börsengang mit 85 Dollar im August des vergangenen Jahres knapp 300 Prozent zugelegt.

Neben der Bewertung gibt es auch andere kritische Aspekte. So geriet das Unternehmen zuletzt wegen der mutmaßlichen Verletzung von Urheberrechten in die Schlagzeilen. Am Mittwoch wurde bekannt, daß der Verband der amerikanischen Verleger Google wegen dessen Projekts zur Digitalisierung ganzer Bibliotheken verklagt hat. Auch das relativ intransparente Gebaren, die zum Teil massiven Insiderverkäufe und eine vertiefte Diskussion über Phantomklickzahlen könnten zum Bumerang werden. In diesem Sinne dürften bei allem Optimismus auch hier Absicherungsstrategien nie schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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