16.01.2003 · Yahoo hat sich im vierten Quartal 2002 gut geschlagen. Doch da die Anleger von dem Internetunternehmen auch viel erwartet hatten, kommt es zu Gewinnmitnahmen.
Das US-Internetunternehmen Yahoo hat im abgelaufenen Quartal einen höheren Gewinn erwirtschaftet als von Analysten erwartet. Der Nettogewinn habe sich auf 46,2 (Vorjahreszeitraum minus 8,66) Millionen Dollar oder acht (minus zwei) Cents je Aktie belaufen, teilte Yahoo am Mittwoch nach Börsenschluss mit.
Analysten hatten im Schnitt mit einem geringeren Gewinn von 36,4 Millionen Dollar oder sechs Cents je Aktie gerechnet. Der Umsatz verbesserte sich auf 285,8 (188,9) Millionen Dollar, verglichen mit Analystenerwartungen von 278,6 Millionen Dollar. Die Gesellschaft selbst hatte bisher immer mindestens 263 Millionen Dollar in Aussicht gestellt.
Aktienkurs fällt nachbörslich
Nachdem der Vorstand Anfang Januar über einen dramatischen Anstieg der Nutzer berichtet hatte, waren die Anleger innerlich aber offenbar auf ein gutes Zahlenwerk eingestellt gewesen. Zumindest profitierte der Aktienkurs nachbörslich nicht von den guten Nachrichten. Nachdem der Titel bereits im offiziellen Handel um 0,61 Prozent auf 19,58 Dollar gefallen war, zog er sich bis gegen 23.35 Uhr weiter bis auf 18,64 Dollar zurück.
Dabei gab auch der Ausblick keinen Anlass zum Meckern. Denn für das laufende Quartal stellt Yahoo nun einen Umsatz zwischen 255 und 275 Millionen Dollar in Aussicht. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) soll sich auf einen Wert zwischen 60 und 70 Millionen einstellen.
Geschäftsausblick im Rahmen der Erwartungen
Im Gesamtjahr sollen es dann beim Umsatz 1,15 bis 1,22 Milliarden Dollar werden und beim Ebitda 295 bis 330 Milllionen Dollar, was immerhin einem Plus von 60 Prozent entsprechen würde. Diese Vorhersagen decken sich beim Umsatz mit den bisher von Analysten erwarteten Zahlen und liegen beim Ergebnis sogar deutlich darüber. In ihren Berechnungen waren die Experten für den Umsatz bislang auf einen Wert von 1,17 Milliarden Dollar und beim Ebitda auf 269,8 Millionen Dollar gekommen.
Dass die Aktie zur Wochenmitte trotz des in allen Geschaftsbereichen verbuchten Wachstums nicht durchstartet, sondern mit Abschlägen zu kämpfen hat, ist leicht zu erklären. Hier muss der Titel ganz einfach der zuletzt sehr guten Wertentwicklung Tribut zollen. So ist die Aktie alleine in diesem Jahr bereits um rund 20 Prozent gestiegen und gegenüber dem Stand von Anfang Oktober ergibt sich sogar mehr als eine Kursverdoppelung.
"Die Vorhersagen scheinen im Rahmen der Erwartungen zu liegen. Nun handeln die Anleger nach dem Motto, Gerüchte kaufen und Nachrichten verkaufen", erläutert Jeetil Patel, Analyst bei Deutsche Bank Alex Brown, die nicht untypische Denkweise der Börsianer.
Charttechnik in günstigerer Ausgangslage als die Bewertung
Ob sich der zuvor verzeichnete Aufwärtstrend schnell wieder aufnehmen lässt, bleibt aber abzuwarten. Angesichts der zuletzt gezeigten Dynamik scheint dies nicht vollkommen ausgeschlossen zu sein. Insbesondere dann nicht, wenn die Aktie auf Kurse deutlich über 20 Dollar steigen würde. Absolut positiv wäre es charttechnisch zu werten, wenn dann noch die Hürde bei 23 Dollar überwunden würde. Dann wäre aus charttechnischer Sicht langfristig sogar wieder an den Bereich um 40 Dollar zu denken.
Doch zu viel Überschwang wird automatisch beim Blick auf die Bewertrungsrelationen gebremst. Beim bisher von Analysten für 2003 erwarteten Gewinn von 25 Cents je Aktie errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 78. Selbst wenn man Yahoo beim Gewinn einige Cents mehr zugesteht, wird diese Kennziffer nicht viel ansehnlicher. Und der vorhergesagte Umsatz von 1,15 bis 1,22 Milliarden Dollar kontrastiert mit einer ungleich höheren Marktkapitalisierung von fast zwölf Milliarden Dollar.
Manche Analysten wie Scott Kessler von Standard & Poor´s, die in Zukunft mit abgeschwächten Wachstumsraten zwischen 20 und 25 Prozent jährlich rechnen, stimmen solche Relationen nachdenklich. Denn das würde bedeutet, dass die Aktie derzeit zum Dreifachen der Gewinnwachstumsrate gehandelt würde. "Yahoo hat zwar viele Sachen richtig gemacht. Aber bei diesem Umfeld ist die Bewertung astronomisch hoch", so sein Urteil. Wer dennoch auf weitere steigende Kurse bei Yahoo setzt, sollte diesen Einwand zumindest registrieren.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |