20.07.2007 · Google wächst weiterhin deutlich und profitabel, auch wenn im Moment die Kosten etwas aus dem Ruder zu laufen scheinen. Der Chart spricht weiter für die Aktie. Mittelfristig stellen sich Fragen zur Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells.
Man kann sagen was man will, die „Aktiengeschichte“ des Internetunternehmens Google ist bisher eine Erfolgsgeschichte. Zu 85 Dollar im August des Jahres 2004 an der Markt gekommen konnte das Papier inzwischen 545 Prozent auf zuletzt 548,6 Dollar zulegen.
Das ist nicht alles, denn der Trend zeigt weiterhin nach oben. Auch, wenn er in den vergangenen zwei Jahren etwas von der anfänglichen Dynamik verloren hat. Bisher ließen sich die Kursgewinne der Aktie fundamental erklären, auch wenn sie optisch betrachtet auf den ersten Blick mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 36 und 28 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr teuer aussehen mag.
Starkes Umsatzwachstum trotz hoher Marktkapitalisierung
Denn das Unternehmen konnte bisher sowohl Umsatz als auch Ertrag im Trend deutlich steigern. Die Zuwächse sind für ein Unternehmen, das mit einer Marktkapitalisierung von inzwischen 171 Milliarden Dollar zu den „wertvollsten“ weltweit gehört, geradezu erstaunlich. Das zeigt sich einmal mehr am Beispiel der am Donnerstag nachbörslich vorgelegten Umsatz- und Ertragszahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres.
In dieser Zeit konnte das Unternehmen den Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um satte 58 Prozent auf 3,87 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn legte allerdings nur um 28,3 Prozent auf 925 Millionen Dollar oder 2,93 Dollar je Aktie zu. Das ist weniger, als der Markt erwartet hatte. Der Grund dafür ist einfach: Durch massive Neueinstellungen zwischen März und Juni stiegen die Kosten überproportional. „Die Google-Leute haben Geld ausgegeben wie betrunkene Matrosen“, sagte Analyst Jeffrey Lindsay von Sanford C. Bernstein. „Die Betriebsausgaben waren viel höher als alle erwartet hatten“. In den drei Monaten des vergangenen Quartals stieg die Zahl der Google-Mitarbeiter um fast 13 Prozent auf 13.786 Vollzeitbeschäftigte.
Aus diesem Grund fiel die Aktie von Google im nachbörslichen Handel am Donnerstag um bis zu sieben Prozent. Allerdings gefährdet das nicht den bisherigen Aufwärtstrend und ist somit zumindest vorerst nicht sonderlich dramatisch. Das würde es erst dann werden, wenn die Kosten künftig strukturell überproportional steigen sollten im Vergleich mit der Umsatzentwicklung. Im Moment dürfte man davon als Anleger nicht ausgehen müssen, da das Unternehmen bisher eine unangefochtene Marktstellung hat und dieser immer weiter ausbaut.
Die Aktie dürfte mittelfristig mit einer hohen Wahrscheinlichkeit weiter nach oben laufen
In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, sich nicht vorschnell von der Aktie zu trennen, auch wenn sie optisch trotz hoher Wertpapier- und Liquiditätsbestände teuer aussehen mag. Grundsätzlich würde sich am gegenwärtigen Erfolg des Geschäftsmodells erst dann etwas ändern, wenn das Unternehmen gezwungen werden sollte, den eigenen Ertrag mit den Content-Anbietern teilen zu müssen. Früher oder später dürfte es dazu gezwungen werden. Denn wieso sollte ein „Wissensmittlungsunternehmen“ dauerhaft hohe Margen erzielen, währen die „Produzenten“ - zum Beispiel die Verlage - beinahe leer ausgehen?
Allerdings dürfte es noch eine Weile dauern, bis die verschlafene Verlagslandschaft aufgewacht ist und ihren Anteil konsequenter als bisher einfordert. Bis dahin dürfte jedoch Google weiter wachsen können. Aus diesem Grund dürften Anleger die Aktien des Unternehmens zumindest in einem anhaltend freundlichen Wirtschafts- und Börsenumfeld mittelfristig weiter nach oben bringen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |