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Internet Aktie von Ebay gibt den Zockern wieder Futter

21.07.2005 ·  Mit einem Kurssprung von knapp 13 Prozent reagierte die Aktie von Ebay nachbörslich auf die Umsatz- und Ertragszahlen des zweiten Quartals und auf die Prognoseerhöhung für das Jahr. Das Papier ist aber kein Schnäppchen.

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Mit deutlichen Kursgewinnen von bis zu 12,6 Prozent auf 39, 27 Dollar reagierte am Mittwoch nachbörslich die Aktie des Internet-Auktionshauses Ebay auf die Umsatz- und Gewinnzahlen des zweiten Quartals, vor allem aber auch auf die Erhöhung der Pro-Forma-Gewinnprognose auf 83 Cents je Aktie.

Das Nettoergebnis konnte im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 53,15 Prozent auf 291,6 Millionen Dollar oder 21 Cents je Aktie gesteigert werden, der Umsatz legte gleichzeitig um 40 Prozent auf 1,09 Milliarden Dollar zu. Beide Werte lagen über den Erwartungen des Marktes.

Ebay weiterhin auf Wachstumskurs

Diese Entwicklung könnte wohl die Spekulation wieder anheizen, die die Aktie im vergangenen Jahr auf Kurshöhen von bis zu knapp 59 Dollar getrieben hatte. Danach kam es auf Grund einer sehr hohen Bewertung und aufkommender Wachstumsbedenken aus Sorge über zunehmende Konkurrenz zu einer zum Teil deutlichen Korrektur. Selbst nach den nachbörslichen Kursgewinnen liegt das Papier immer noch knapp 34 Prozent unter seinem Allzeithoch.

Ebay versucht nicht nur, immer mehr neue Nutzer auf seine Handels- und auch Zahlungsplattformen zu bringen, sondern das Unternehmen profitiert zum Teil auch von erhöhten Preisen. „Wir denken, das Wirtschaftswachstum in Amerika und Europa hat sich stabilisiert und Ebay hat gleichzeitig die richtigen Schritte unternommen, um mehr Nutzer auf die eigene Web-Site zu bringen,“ sagte American Technology Research Analyst David Evans der Nachrichtenagentur Bloomberg noch vor der Veröffentlichung der Zahlen. Er empfiehlt die Aktie zum Kauf.

Das Unternehmen wächst einerseits weiterhin geographisch, indem es beispielsweise in Ländern wie Indien und China investiert. Alleine im laufenden Jahr will Unternehmenschefin Meg Whitman in China bis zu 100 Millionen Dollar investieren. Immerhin könnte dieser Markt zum größten überhaupt werden, denkt sie.

... allerdings ist das Geschäftsmodell nicht „patentgeschützt“

Gleichzeitig werden allerdings auch neue Dienstleistungen angeboten oder die bestehenden ausgeweitet. Dazu zählt unter anderem PayPal. Das ist eine Methode, mit deren Hilfe Kunden Zahlung per Email erledigen können. Paypal soll auch für kleinere und mittlere Unternehmen attraktiv werden für Transaktionen, die nicht über Ebay laufen. Das Unternehmen wächst aber nicht nur organisch, sondern auch durch Zukäufe. So wurde die Übernahme von Shopping.com für 620 Millionen Dollar angekündigt. Das soll Kunden die Verkaufsmöglichkeiten der Kunden ausweiten.

Das heißt, das Unternehmen scheint zumindest bisher immer wieder neue Möglichkeiten zu finden, um weiter zu wachsen. Gleichzeitig ist es hoch profitabel. Die Bruttoumsatzrendite ist sogar von 81 auf 82 Prozent geklettert. Das sind Relationen, von denen „normale Unternehmen“ nur träumen können. Allerdings dürften sie früher oder später dazu führen, daß der Wettbewerb zunehmen wird. Denn bei aller Güte und der Bekanntheit des Namens, das Geschäftsmodell an sich ist nicht „patentgeschützt“. Es dürfte sich nicht nur replizieren lassen, sondern besserer Service, mehr Sicherheit und bessere Übersichtlichkeit könnten Kunden schnell abwandern lassen. Vor allem auch dann, wenn bekannten Namen wie Yahoo oder auch Google versuchen, in den Ring zu steigen.

Auf dieser Basis dürfte eine gewisse Portion Realismus sicherlich nicht schaden. Auch nicht mit Blick auf die Bewertung. Denn mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von 47 auf Basis des prognostizierten Pro-Forma-Gewinns, der die tatsächliche Zahl sehr wahrscheinlich wie in Amerika beinahe üblich überschätzt, ist die Aktie zu teuer. Wer immer sich als Anleger auf das Abenteuer einläßt oder es schon getan hat, sollte sich Absicherungsstrategien überlegen. Auch wenn der Optimismus wieder einmal über alle Stränge schlägt.

Charttechnisch ist der langfristige Aufwärtstrend zu Jahresbeginn zerstört worden. Mit den nachbörslichen Kursgewinnen stößt sie in eine kräftige Widerstandszone zwischen 40 und 43 Dollar vor.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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